Bebauung & Überbauung der Grundstücksgrenze - was ist erlaubt?

Bebauung & Überbauung der Grundstücksgrenze - was ist erlaubt?

Bebauungen der Grundstücksgrenze sind oft der Grund für Nachbarschaftsstreitigkeiten - was ist erlaubt und was nicht?Die einzelnen Landesbauordnungen legen fest, welcher Abstand bei einer Bebauung zum Nachbarn eingehalten werden muss. Der Mindestabstand sorgt für genug Belüftung und ausreichend Tageslicht und dient nicht zuletzt dem Brandschutz.

 

Gemessen wird nicht von Gebäude zu Gebäude, sondern auf dem eigenen Grundstück. Die geforderte Abstandsfläche resultiert aus der vorgesehenen Wandhöhe. Gemessen wird ab der Oberfläche

des Bodengrundes bis zum Berührungspunkt von Wand und Dachhaut oder bis zum Wandabschluss, eventuell unter Berücksichtigung der Dachschräge, wenn sie einen höheren Winkel als 45° besitzt.

  • Das Maß der Abstandsfläche bis zum Nachbargrundstück entspricht 0,4 Mal der Wandhöhe, in manchen Wohngebieten 0,2 und in Gewerbegebieten 0,125.
  • Der Abstand darf jedoch nicht weniger als 2,5 m und bei mindestens 5 m breiten Wänden nicht weniger als 2 m betragen.
  • Ist das Gebäude keine 3 Meter hoch, sieht die Landesbauordnung einen Abstand von 3 m
    vor.

Wann ist eine Bebauung der Grundstücksgrenze erlaubt

Für manche Straßenzüge in Innenstädten ist eine Bebauung direkt an der Grundstücksgrenze möglich oder sogar zwingend vorgeschrieben. Eine weitere Ausnahme besteht, wenn sich an der Grenze bereits eine Wand des Nachbargebäudes befindet. Dann darf der angrenzende Grundstückseigentümer ebenfalls auf die Grenze bauen. Doch Vorsicht: Inwieweit tatsächlich eine Bebauung der Grundstücksgrenze erlaubt ist, kann nur das zuständige Bauamt entscheiden.

Ist eine Überbauung der Grundstücksgrenze erlaubt?

Grundsätzlich kann sich der Besitzer eines Grundstückes dagegen wehren, wenn der Nachbar über die Grenze hinaus baut und eine Beseitigung der errichteten Mauern veranlassen. Allerdings gibt es auch hier Sonderregelungen, die den Beseitigungsanspruch hinfällig machen!

  • Bei nicht-rechtmäßigen Bebauungen auf der Grundstücksgrenze kann der Rückbau und Abriss drohenVon einem rechtsmäßigen Grenzüberbau spricht man, wenn der Nachbar seine Zustimmung erteilt hat. Ist der Nachbar einverstanden und bestätigt dies mit seiner Unterschrift, ist eine Überbauung der Grundstücksgrenze erlaubt.
  • Ein rechtswidriger, entschuldbarer Überbau liegt vor, wenn die ausführende Partei keine Schuld trifft. In diesen Fällen wird oftmals ein Abriss verhindert. Bei einem rechtswidrigen, unentschuldbaren Überbau hat der Bauherr grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt.

Wenn der Nachbar mit dem Überbau auf keinen Fall einverstanden ist, bestehen gute Aussichten, dass es zu einem Abriss kommt. Jeder betroffene Grundstückseigentümer sollte bei einer nicht genehmigten Grenzüberschreitung sofort Widerspruch erheben, um einen sofortigen Baustopp zu erwirken.

An und für sich sind Bebauungen und Überbauungen der Grundstücksgrenze klar geregelt. Damit es zu keinen Streitigkeiten zwischen Nachbarn kommt, empfiehlt sich die exakte Abklärung im Vorfeld und die genaue Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben beim Bauen.