Fahrradgarage - Materialwahl: Holz, Kunststoff oder Metall?

Geschlossene Fahrradgaragen haben denselben Nutzen wie ein kleiner GartenschuppenDas Fahrrad parkt vor dem Haus, ist der Witterung ausgesetzt, leidet unter Regen, Hitze, Frost. Es leidet, unlackierte Metallteile und die Gummiteile erodieren, der Pflegeaufwand ist ungleich höher als bei einem Rad, das in der Garage steht. Aber aus welchem Material wird die Fahrradgarage gebaut? Natürliches Holz ist reizvoll, Kunststoff aber pflegeleichter und haltbarer. Metall kommt ebenfalls in Frage.

Unterstand, halboffene Garage oder abschließbarer Schuppen

Es gibt den offenen Unterstand, der für das

Auto Carport hießen würde, aber eben auch die an drei oder vier Seiten geschlossene Garage, die das Rad vor Wind und Temperaturschwankungen schützt. Optimalen Schutz bietet die Garage, die wie ein kleiner Geräteschuppen rundum geschlossen ist und abgeschlossen werden kann - hier ist der Diebstahlschutz inklusive. Allerdings ist dies auch die teuerste Form der Fahrradgarage. Je nach der zur Verfügung stehenden Fläche kann so eine Fahrradgarage recht groß werden und vielen Rädern Platz bieten, kann aber auch für nur ein oder zwei Räder gebaut werden. Abhängig von der Lebenssituation sollte also vor dem Bau der Fahrradgarage gut überlegt werden, ob eventuell später eine Erweiterung nötig sein könnte, und wenn ja, wie die aussehen könnte.

Weitere Überlegungen vor dem Bau der Fahrradgarage betreffen die Bürokratie: Ein kleiner, offener Unterstand darf ohne weitere Baugenehmigung auf dem eigenen Grundstück errichtet werden, ein geschlossener Schuppen dagegen wird wie ein Gartenhaus behandelt und bedarf einer Genehmigung. Architektonische Implikationen müssen bedacht werden - ein Schuppen braucht unter Umständen ein (zumindest kleines) Fundament, sollte in Sachen Regenwasserablauf und Schneelast sicher sein. Für den offenen Unterstand ist das einfacher, ein Fundament ist in der Regel nicht nötig, die leichte Dachschräge reicht für den Regenwasserablauf aus, und da der Boden nicht versiegelt sein muss (also Wasser aufnehmen kann), muss kein weiterer Ablauf angebracht werden.

Fahrradgaragen aus Kunststoff sind schnell aufgebaut, kostengünstig und diebstahlsicher

Kunststoff sieht selten schön aus, wirkt billig und ist nicht haltbar? Das ist sind Vorurteile, die sich in Sachen Fahrradgarage zumindest nicht bestätigen lassen. Es gibt ganz verschiedene Modelle von den unterschiedlichsten Herstellern, die von schlicht und unauffällig über praktisch bis hin zu ausgefallenem Design und moderner Ästhetik alles bieten. Fahrradständer können integriert sein, vom Rolltor über die einfache Tür bis hin zum Flügeltor gibt es alles, und was von der einen Seite wie ein Wellblechschuppen wirkt, sieht von der anderen Seite wie ein moderner Fahrradparkplatz aus Glas und Edelstahl aus, ist aber tatsächlich aus Kunststoff. Die kleinsten Fahrradgaragen nennen sich Fahrradbox und erlauben das Einstellen von lediglich einem einzelnen Rad.

Die Fahrradgaragen aus Kunststoff haben eines gemeinsam: Sie werden in fertigen Bauelementen geliefert, die nur noch zusammengesteckt und aufgestellt werden müssen. Das erfordert kein handwerkliches Geschick, oftmals nicht einmal spezielles Werkzeug, sondern nur zwei bis vier helfende Hände, die das ein oder andere Teil während der Montage halten. Ein Unterbau oder dergleichen ist auch nicht nötig, die Fahrradgarage wird einfach auf den Boden gestellt, solange dieser ebenerdig
ist. Leichte Hänge müssen durchaus etwas begradigt werden, sonst würde die Box wegrutschen. Pflege braucht Kunststoff nicht, aus ästhetischen Gründen sollten grobe Verschmutzungen entfernt

werden und die beweglichen Teile des Öffnungsmechanismus sauber gehalten und gepflegt werden.

Metall ist ebenfalls pflegeleicht, robust und witterungsbeständig

Im öffentlichen Raum gibt es genügend Fahrradständer aus Metall, die sich bewährt haben. Einfache Unterstände, Gitterboxen und ganze "Wellblechhütten" für Fahrräder stehen vor Mietwohnungen, und sie sind alle aus Metall gefertigt. Das macht Sinn, denn die Stahlmischungen sind dank Oberflächenversiegelung witterungsbeständig und rosten nicht, Kratzer gibt es kaum (weil das Metall zu hart ist), und gegen mechanische Einflüsse ist Metall gegenüber Kunststoff auch besser gefeit. Für Privatpersonen kommt eine Fahrradgarage aus Metall auch in Betracht, sie ist allerdings in der Anschaffung etwas kostenintensiver als die Kunststoffvariante. Fahrradgaragen aus Holz integrieren sich besser in die meisten GärtenDafür sieht man den Unterschied: Das Metall wirkt haltbarer, robuster und in manchen Fällen auch edler, im Design unterscheiden sich die Fahrradgaragen kaum. Es gibt moderne und futuristische Modelle aus Metall, ebenso wie die ganz einfachen und praktischen Modelle, die an einen Schuppen erinnern. Allerdings sind die Metallgaragen aufwändiger im Bau, es braucht durchaus ein bisschen Geschick und einige helfende Hände, so eine Garage aufzustellen. Einige Firmen bieten zusammen mit der Lieferung einen Aufbauservice an. Wenn kein metallener Fahrradständer in der Garage fest installiert ist, kann die Garage auch für Fahrradanhänger, Kinderfahrzeuge, Rollstühle oder anderes genutzt werden.

Holz fügt sich in Gärten schön ein, ist ein natürlicher Klassiker und bei guter Pflege haltbar

Wer einen kleinen Vorgarten hat, im Grünen wohnt oder Wert auf natürliche Materialien legt, ist mit einer Fahrradgarage aus Holz vermutlich glücklich. Dank neuartiger Oberflächenbehandlung ist Holz im Außenbereich nicht mehr so anfällig für die Witterung, es hält viele Jahre und ist in Sachen Wohlfühlatmosphäre einfach unübertroffen. Holz ist, wie Metall, als Material fast unverwüstbar, Fahrraddiebe können einen kleinen Holzschuppen genauso schwer aufbrechen wie den aus Metall. Hier hat Holz eindeutig Vorteile. Der Nachteil liegt im Brandschutz: Wie Kunststoff kann auch Holz schon bei kleineren Zündeleien Feuer fangen, was die Brandschutzversicherung nicht unbedingt günstiger macht. Wie eine Fahrradgarage aus Metall muss auch die Garage aus Holz relativ fest verankert sein und kann nicht so einfach auf dem Grundstück verschoben werden. Allein das Gewicht steht dem schon entgegen. Im Aufbau ist die Fahrradgarage aus Holz ebenfalls etwas schwieriger: Die meisten Hersteller liefern tatsächlich Bretter und eine Aufbauanleitung, während bei Metall und Kunststoff vorgefertigte größere Elemente zusammengesetzt werden. Es braucht also nicht nur helfende Hände, sondern auch etwas handwerkliches Geschick und Zeit, um eine hölzerne Fahrradgarage aufzubauen.

Zusammenfassung für Schnellleser
  • Die Größe der Fahrradgarage hängt davon ab, wie viele Räder in welcher Form untergestellt werden sollen - die selbst gebaute Garage ist dabei am ehesten flexibel, während die fertigen Modelle vom Händler unter Umständen alles vorgeben.
  • Garagen aus Metall und Holz bieten den besten Diebstahlschutz, weil sie unglaublich schwer zu knacken sind. Sie sind aber auch sehr schwer und können nicht mal einfach so versetzt werden, benötigen unter Umständen ein Fundament und einen geregelten Regenwasserablauf, vielleicht sogar mit Auffangtonne.
  • Fahrradgaragen aus Kunststoff und Metall sind im Design so modern, dass sie sich neben dem Bürogebäude aus Glas und Stahl genauso gut machen wie neben dem vorstädtischen Bungalow.
  • Vor dem Bau der Fahrradgarage sollten Bestimmungen zum Baurecht und zum Brandschutz beachtet werden. Manche Bauten sind genehmigungspflichtig oder verlangen den Abschluss eigener Versicherungen.