DIY: Wünschelrute selber bauen - Anleitung

BrunnenSie möchten gerne Ihren unterbewussten Empfindungen etwas näher kommen? Eine Wünschelrute soll ein gutes Mittel sein, in dieser Richtung weiterzukommen. Ob sie allerdings Wasser oder Erdstrahlen ausspüren kann, ist eine ganz andere Sache, über die Sie neben den Anleitungen zum selber Bauen von Wünschelruten auch einiges Nachdenkenswertes erfahren:

Wozu braucht man eine Wünschelrute?

Wenn Sie sich genau das (wozu um Himmels willen) angesichts der Artikelüberschrift gefragt haben, sind zunächst ein paar erklärende Worte angebracht:
  • Mit einer Wünschelrute werden Wohn- und Arbeitsumgebungen

    auf "schädliche Ausstrahlungen" untersucht
  • Womit nicht der immer schlecht gelaunte Mitbewohner gemeint ist, sondern beispielsweise Erdstrahlen (mehr zu den weiter unten)
  • Auch Elektrosmog soll durch Wünschelruten aufgespürt werden können
  • Wenn Sie einen Brunnen bauen möchten, müssen Sie wissen, wo Wasser im Boden zu finden ist, auch das soll per Wünschelrute zu erledigen sein
  • Wenn Sie für solche Aufgaben einen Wünschelrutengänger beauftragen, kommen erhebliche Kosten auf Sie zu
  • Eine Haus- und Wohnungsuntersuchung wird ab 250,- € angeboten, aber begrenzt auf wenige Räume
  • Jeder Raum mehr kostet extra, die Untersuchung eines Bauplatzes oder Grundstücks fängt bei 350,- € an, die Brunnensuche bei ca. 400,- €
Das Muten (wie das  “Wünscheln” von den Rutengängern genannt wird), soll aber eine sensible Fähigkeit sein, über die potenziell jeder Mensch verfügt. Der Umgang mit der Wünschelrute soll erlernbar sein, durch Schulung der sensiblen Wahrnehmung, bis hin zum Aufspüren schädlicher Strahlungen ganz ohne Rute oder andere Hilfsmittel. Dies möglichst lange bevor die erste konkrete Suche im eigenen Umfeld ansteht, denn wer sich mit der Lektüre zur Bedienung einer Wünschelrute beschäftigt, lernt schnell, dass es um üben, üben, üben geht. Die Idee dahinter ist, dass wir unterbewusst genau das schon wissen, was die Wünschelrute anzeigt. Sie hilft uns nur dabei, unserem Unterbewusstsein "auf die Spur zu kommen", indem sie die Botschaft des Unterbewusstseins wie eine Art Verstärker etwas deutlicher macht. Dass dieses genaue Hinhören nicht ohne Übung gelingt, ist klar, Musiker mit absolutem Gehör haben ihre Begabung auch nicht als Baby beim Hören des ersten Wiegenliedes entdeckt. Es existieren Erfahrungsberichte von Wünschelrutengängern, die sich seit gut einem Jahrzehnt nahezu täglich mit den in den Anleitungen beschriebenen Übungen beschäftigen und nach eigenen Angaben immer noch Fehler machen. Man solle bitte keine Wunder erwarten, aber dafür gäbe es beim Muten lernen auch auf alles eine Antwort, inklusive einer völlig neuen Sicht der Welt. Nicht ganz sicher ist, ob der zur Überprüfung der eigenen Fortschritte empfohlene Blindtest (5 Gläser unter Papiertüten, 4 leer, eins voll mit Wasser) so richtig ernst gemeint ist.

Die käufliche und die eigene Wünschelrute

Um loszulegen mit den täglichen Übungen, brauchen Sie natürlich eine eigene Wünschelrute. Es gibt fertige Wünschelrute zu kaufen, aber es scheint erhebliche Informationsarbeit zu brauchen, um die richtige Wünschelrute (bzw. eine, die nicht ganz schnell kaputt geht) zu finden. Außerdem ist die Ausbildung der persönlichen Sinneswahrnehmung eine sehr persönliche Sache, zu der eine selbst gebaute Wünschelrute gut zu passen scheint. Puristen gehen deshalb lieber gleich an den Bau einer eigenen Wünschelrute, aber auch für die Anfertigung einer Wünschelrute gibt es einige unterschiedliche Möglichkeiten:

Verschiedene Arten von Wünschelruten

Es gibt nicht nur unterschiedliche Wünschelruten, sondern die verschiedenen Arten von Wünschelruten sollen auch unterschiedlich viele Fragen beantworten können:

1. Traditionell: Wünschelrute aus Weidenholz

Brunnen setzenDie

klassischen Wünschelruten aus Weidenholz sehen aus wie ein "Y" mit verlängerter Unterlänge. Sie entstehen schlicht und preiswert aus einer passende Astgabel. Diese Ruten sollen "JA" und "NEIN" anzeigen können, gut geeignet für den Einsatz im Außenbereich sein, aber sich innen gewöhnlich als zu sperrig erweisen. Mit ihnen sollen sich Störzonen wie Wasseradern usw. finden lassen, aber nicht über längere Zeit, sie müssen immer wieder erneuert werden. Die Weidenholz-Wünschelrute muss immer mit beiden Händen bedient werden, was Wünschelrutengänger als hinderlich empfinden, die eine Hand als Sensor zum Auffangen von Schwingungen brauchen.

2. Die Winkelrute

Die Winkelrute sieht aus wie zwei Metallstäbe mit Griffen unten dran, es sind also eigentlich zwei Winkelruten, für jede Hand eine. Sie sollen "JA", "NEIN", "DORT" anzeigen können und für den Außen- und Innenbereich geeignet sein. Fortgeschrittene nehmen nur eine Winkelrute in ihre Haupthand und haben so die andere Hand als Sensor frei.

3. Die Einhandrute

Die Einhandrute sieht aus wie eine "Peitsche für Brutalos", sie besteht aus Griff, (Metall-) Stab und Gewicht (Kugel oder Ring). Sie schwingt in vier Richtungen, zeigt also "JA", "NEIN" und zwei weitere Aussagen an, eine schon recht weitreichende Kommunikation mit dem Unterbewusstsein. Sie wird im Innenbereich benutzt, draußen funktioniert sie wenn überhaupt nur in absoluter Windstille.

4. Das Pendel

Das Pendel arbeitet recht ähnlich wie die Wünschelrute (Unbewusstes erfahrbar machen) und wird deshalb hier aufgenommen. Es besteht aus Faden und Gewicht (kennen viele von uns besser als Lot), "kann" wie die Einhandrute vier Bewegungen und kann deshalb auch vier Fragen beantworten. Manche beschränken das Pendel auf den Innenbereich und die Sitzung am Tisch, manche pendeln mit dem Schlüsselbund am Band im Supermarkt die perfekte Gurke aus ...

DIY-Anleitungen zum selber Bauen einer Wünschelrute

Wenn Sie eine Ahnung gewonnen haben, welche Wünschelrute Ihnen liegen könnte, kann es losgehen mit dem Bau:

1. Traditionell: Wünschelrute aus Weidenholz

Wünschelruten aus Weidenholz können auf zwei Arten gebaut werden:

a) Die ganz klassische Wünschelrute aus Weidenholz
  • Für diese Wünschelrute suchen Sie zunächst eine Astgabel, die die Form von einem "Y" hat
  • Der ganze Zweig sollte ungefähr Unterarmlänge haben und etwa daumendick sein
  • Mit einem Haselnusszweig soll es auch funktionieren, aber Weiden gelten generell als Wasserzeiger
  • Weidenholz enthält auch sehr viel Wasser, das soll eine bessere Verbindung zum Element bewirken
  • Die hätte wohl auch der Mensch allein, der mit rund 70 % vermutlich mehr Wasser enthält als eine Weidenrute ...
  • Aber egal, Weide soll sich auch gut eignen, weil die Rute lange braucht, bis sie trocken wird und nicht mehr muten kann
  • Dieser Zweig wird vorsichtig abgeschnitten und dann schön glatt gemacht
  • Die Seitenäste werden weggeschnitten, die Rinde abgezogen, möglicherweise wird der Zweig glattgeschliffen
  • Damit ist die selbst gebaute Wünschelrute fertig, die Gabel wird in beide Hände genommen
  • Die Handflächen zeigen nach oben, die Daumen liegen an der Gabel an
  • Der "Stiel" des "Y" zeigt nach vorne und  leicht nach oben
  • Nun sollen Sie die Gabel etwas auseinanderziehen, bis leichte Spannung entsteht, und die Ellenbogen an die Rippen legen
  • Und losgehen, konzentriert auf das, was Sie finden wollen
  • Wenn die Wünschelrute etwas findet (z. B. eine Wasserader), soll sie nach vorne und nach unten ziehen
  • Bei der Wasserader wäre allerdings zu bedenken, dass Grundwasser gewöhnlich flächig vorkommt und nicht in unterirdischen „Adern“ fließt
b) Traditionelle Wünschelrute aus einem Weidenzweig
  • Schneiden Sie einen Weidenzweig (eine Weidenrute)
  • Knicken Sie ihn in der Mitte und setzen Sie ihn durch Verdrehen an der Knickstelle unter Spannung
  • Jetzt haben Sie ein verdrehtes "V", an dessen offenen Enden Sie anfassen sollen
  • Die beiden Enden zum Anfassen werden nach außen rechts und links abgeknickt
  • Nun brauchen Sie einen anderen Menschen (oder einen dritten Arm)
  • Das "V" wird, während Sie die Rute halten, zwischen Ihren Händen nach unten, zum Bauch, nach oben vorne um die seitlichen Knicke gedreht
  • So dass Sie die Enden nach wie vor in Händen halten und die Spitze des "V" vom Körper weg waagerecht in die Gegend zeigt
  • Und zurückschnellen will, was Sie durch Vorstellen des Daumens verhindern
  • So können Sie dann zu suchen beginnen, in
    der Nähe einer Wasserader soll sich die Rute in Richtung Daumendruck nach unten neigen
  • Wie Sie unterscheiden sollen, ob die Rute dem Wasser oder Ihrem Daumen folgte, müssten Sie den Anleitungen zum Rutengehen entnehmen ...
2. Winkelrute selber bauen
  • Sie brauchen zwei Wäscherei-Kleiderbügel aus dünnem Draht
  • Knipsen Sie den Aufhänger mit der Zange ab
  • Biegen Sie den Bügel auf, bis ein rechter Winkel entsteht
  • Das ehemalige Schulterteil nehmen Sie in die Hand
  • Diese Hand-Seite sollte so lang sein, das über dem Zeigefinger 2 cm Platz zur Rute bleiben und unten etwa 2 cm aus der Hand ragen
  • Der ehemalige Querdraht, die lange Seite, wird die Rute, sie wird auf Wunschlänge abgeknipst
  • Dass sollte irgendwo zwischen 36 und 42 cm sein und wäre auszutesten, Wäscherei-Bügel fallen ja meist genug an
3. Die Einhandrute

BrunnenEinhandruten bauen soll so schwer sein, dass gewöhnlich der Kauf empfohlen wird. Sie derart mit einem Gewicht zu bestücken, dass sie ordentlich schwingt, soll genauso schwierig sein, wie eine ausreichende Stabilität herzustellen (der falsche Draht verbiegt schnell). Versuche mit langen dünnen Grillspießen, auf die vorne eine Korkkugel gespießt wird, kommen ähnlich schnell in den Sinn wie die Reitgerte mit Holzring vorne im "Schlag" (der weichen Lederschlaufe), aber entsprechende Bauanleitungen oder Erfahrungen mit solchen Einhandruten sind nicht verfügbar.

4. Das Pendel

besteht wie gesagt aus einem Faden und einem Gewicht und muss meist nicht extra hergestellt werden, eine Halskette mit Anhänger reicht. Die Alternativen: Esoterisch und kostenintensiv oder weltlich und preiswert

Wünschelrutengänger beauftragen

Für viele Menschen vor dem Bau einer eigenen Wünschelrute eine naheliegende Idee, schon um einmal zu sehen, "wie der das macht". Die Schwierigkeit dabei ist die Beurteilung, ob und inwieweit ein bestimmter Wünschelrutengänger bereits in sein Unterbewusstsein vorgedrungen ist. Unter blog.gwup.net/2007/11/27/durchgefallen-wunschelruten-im-psi-test können Sie sich ansehen, wie Wünschelrutengänger und Pendler getestet werden, so richtig gut haben sie nicht abgeschnitten. Aber das war ja im Fernsehen, die Aufregung, und überhaupt, die Atmosphäre? Beauftragen Sie doch Ihren Wünschelrutengänger und sichern Sie sich finanziell ab: Seriöse Wünschelrutengänger sollen immer erst nach dem Beweis ihres Erfolges ein (angemessenes) Honorar verlangen, bei der Wassersuche also erst, wenn Wasser in der per Wünschelrute ermittelter Menge und Tiefe gefunden wurde. Wenn Sie sich ein Bild über den gesamten Wissensbereich machen möchten, können Sie auf de.wikipedia.org/wiki/Wünschelrute#Beurteilung beginnen. Die Ausschläge einer Wünschelrute wurden allerdings schon im 19. Jahrhundert durch unwillkürliche Muskelzuckungen des Rutengängers erklärt, siehe Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V., www.gwup.org/inhalte/61-themen/wuenschelrute/643-wuenschelrute. Falls Sie nicht ganz so schnell einen vertrauenswürdigen Wünschelrutengänger finden, könnten Sie sich auch einfach selbst zum professionellen Wünschelrutengänger ausbilden lassen, die Ausbildung zum Rutengänger (mit Zertifikat) wird ab 39,- € angeboten, siehe www.nw-news.de/lokale_news/luebbecke/luebbecke/4906515_Ausbildung_zum_Rutengaenger.html.

Geeignetere "Muter" fragen

Muten kommt von Mutung, so wurde früher die Genehmigung zum Bergbau durch die zuständige Behörde genannt, mit dem Grund und Boden hat das Muten also durchaus etwas zu tun. In deutschen Behörden tätige Fachleute, die sich mit dem Grund und Boden beschäftigen, gibt es allerdings heute auch noch, Sie sind nicht auf Wünschelrutengänger angewiesen. Eine Grundwasserauskunft von Ihrer zuständigen Behörde kann je nach Lage des Grundstücks, z. B. wenn das innerhalb eines Bereichs liegt, von dem die Daten bekannt sind, umsonst sein. Aber auch in Spezialfällen kommen nur Gebühren im kleinen zweistelligen Bereich auf Sie zu, keine Hunderte von Euros. Es wäre sicher spannend zu erfahren (aber aus Datensschutzgründen kaum zu ermitteln), ob und wie häufig die in einer bestimmten Region tätigen Wünschelrutengänger Grundwasserauskünfte bei den Behörden einholen ...

Die Sache mit dem Elektrosmog


Auch um Elektrosmog kümmern sich nicht nur Rutengänger, sondern auch staatliche Behörden: Das Bundesamt für Strahlenschutz hält auf seiner Website www.bfs.de umfangreiche Informationen zu elektromagnetischen Feldern und allen anderen besorgniserregenden Strahlungen in unserer Welt bereit. Ob Elektrosmog Besorgnis erregen sollte und ob er in der Lage ist, Beschwerden zu verursachen, ist wissenschaftlich noch abschließend erforscht und bis dahin umstritten. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt im Moment ganz pragmatisch, im Wohnumfeld dauerhaft aktive elektrische Felder zu reduzieren, wo das unkritisch möglich ist. Das bedeutet z. B. einfach, so viele Elektrogeräte wie möglich vollständig auszuschalten, mit einem Schalter an einer Steckdosenleiste, der den Stand-by-Modus mehrerer Geräte bedienen kann. Was komplett ausgeschaltet ist, verbraucht auch keinen Strom und spart so merkbar Geld, bis zu 100,- € im Jahr bringt der Verzicht auf Stand-by der Durchschnittsfamilie.

Die "Erdstrahlen"

Erdstrahlung gibt es, sogar recht viele, das Phänomen der Erdstrahlen und der Wünschelrute bedarf einiger Einordnung:

a) Erdstrahlung oder terrestrische Strahlung ist in mehrfacher Hinsicht naturwissenschaftlich nachgewiesen. Es handelt sich um die auf der Erde allgegenwärtige Strahlung, die durch Radionuklide in den Böden verursacht wird. Diese Radionuklide gelangten vor Milliarden Jahren durch stellare Nukleosynthese in die Böden, sie geben hauptsächlich Gammastrahlung ab und werden das aufgrund ihrer langen Halbwertszeiten bis zum Zerfall auch noch eine Weile tun. Diese Erdstrahlen kommen insbesondere von:
  • Thorium-232, mit 14 Milliarden Jahren Halbwertszeit
  • Uran-238, mit 4,4 Milliarden Jahren Halbwertszeit
  • Uran-235, mit 700 Millionen Jahren Halbwertszeit
  • Kalium-40, mit 1,3 Milliarden Jahren Halbwertszeit
Wenn die gasförmigen radioaktiven Zerfallsprodukte dieser Stoffe (Radon z.B.) aus dem Erdboden aufsteigen und möglicherweise eingeatmet werden, wird auch die Betastrahlung zur Strahlenbelastung. Solche natürlichen Radionukliden in Böden, Gesteinen und Luft sind in fast jedem Baustoff enthalten und werden durch Verbrennung von Kohle freigesetzt. Recht viel sogar, jedes Jahr werden weltweit etwa 10.000 Tonnen Uran und 25.000 Tonnen Thorium durch Kohle freigesetzt, die zur Stromerzeugung verbrannt wird. Die terrestrische Strahlung kann wie jede ionisierende Strahlung lebende Zellen schädigenden, Krebs auslösen oder die Erbsubstanz verändern oder zerstören, bei Bergleuten eine ist besondere Form des Lungenkrebses bekannt, die früher Schneeberger Krankheit genannt wurde. Die "durften" aber auch bis 1955 bis 1500 mSv/a (Millisievert pro Jahr), bis 1975 bis 50 mSv/a bzw. dürfen ab 1976 20 mSv/a abbekommen, Werte und Grenzwerte für die normale Bevölkerung liegen ganz woanders:

Brunnen setzenDer durchschnittliche Deutsche wird mit 0,4 mSv/a terrestrischer Strahlung belastet. Dazu kommt kosmische Strahlung, je weniger die Lufthülle der Erde schützt, desto mehr. Sie hat zwischen 2004 und 2009 20 Prozent zugenommen und führt im Durchschnitt am Boden zu einer effektiven Dosis von etwa 0,3 mSv pro Jahr (2,35 mSv/a für Flugpersonal). Dazu kommen die natürlichen Radionuklide in Wasser und Nahrungsmitteln, insgesamt wird jeder Mensch aus natürlichen Quellen mit durchschnittlich 2,4 mSv pro Jahr bestrahlt, plus durchschnittlich ca. 1,9 mSv/a per medizinische Anwendung wie Röntgen und Chemotherapie, macht 4,3 rund mSv. Die deutsche Strahlenschutzverordnung legt zusätzlich zu dieser natürlichen und medizinischen Strahlenexposition einen Grenzwert von 1 mSv fest, wenn sich Privatpersonen geplanten Expositionssituationen aussetzen (den Vielflieger nach den Werten für Flugpersonal unschwer erreichen). Wer etwas über Strahlungsbelastung lernen möchte, könnte sich also erst einmal mit den naturwissenschaftlichen Fakten beschäftigen. Wer Strahlungsbelastung vermindern möchte, könnte sich für die Abschaffung der Kohleverstromung einsetzen und weniger fliegen (zum Beispiel, jeder Einzelne kann eine Menge mehr für eine gesündere Umwelt tun), bevor er sich mit einer nicht sicher existierenden Erdstrahlung beschäftigt:

b) Die terrestrische Erdstrahlung hat mit den Erdstrahlen, die mit Wünschelruten aufzuspüren sein sollen, nichts zu tun. Bei diesen Erdstrahlen handelt es sich vielmehr um radiästhetische Phänomene, denen an Radiästhesie glaubende Esoteriker Auswirkungen auf die Gesundheit zusprechen. Die Radiästhesie lehrt, dass alle möglichen Strahlen Wirkungen auf Organismen haben, die durch besonders strahlenfühlige Menschen erkannt und in ihren Auswirkungen beschrieben werden können. Sie wird wissenschaftlich als Parawissenschaft (wenn wissenschaftlicher Anspruch erhoben wird) oder als Pseudowissenschaft eingeordnet (wenn der reine Glaube an die besonders feinfühligen Menschen reicht).

Die Erdstrahlung der Radiästheten soll durch Wasseradern, Verwerfungen und Gitternetze (Benkergitter, Currygitter, Hartmanngitter oder -netze) ausgelöst werden, konnte aber bisher niemals nachgewiesen werden (ebenso wenig wie deren Wahrnehmung durch feinfühlige Menschen). 1950 hat die Wissenschaft der Welt entschieden, dass es diese Erdstrahlen nicht gibt (www.zeit.de/1954/10/mit-der-wuenschelrute), nach dem aktuellem Forschungsstand ist es nicht anders, weswegen es eher schwierig ist, eine seriöse Quelle zu ihrer Einordnung zu benennen. Bekannt ist dagegen die Wirksamkeit des Nocebo-Effekts: Wenn Sie sich von einem Menschen, den Sie für klüger halten als sich selbst, einreden lassen, dass Sie ohne Erdstrahlungsentstörgerät oder Erdstrahlen-Abschirmgerät schlecht schlafen, könnte das tatsächlich eintreten, ganz unabhängig vom Einsatz einer Wünschelrute ...

Fazit

Wünschelruten faszinieren wahrscheinlich jeden Menschen mit reichlich kreativer Phantasie. Gegen den Bau einer Wünschelrute ist sicher nichts einzuwenden, Schulung der eigenen Empfindsamkeit und Achtsamkeit und kreative Bastelarbeit schadet nie, und vielleicht werden ja wirklich einmal ganz feine störende Erdstrahlen entdeckt. Bis dahin ist es aber wahrscheinlich vor allem wichtig, sich von allen Menschen fernzuhalten, die mit solchen Erdstrahlen u. ä. Geld verdienen wollen.