Gartenhaus selber aufbauen - So geht´s!

Gartenhaus selber aufbauen - So geht´s!          

Kaum ein Garten kommt ohne Gartenhaus aus. Das wäre ja entweder ein Garten, in dem eine Wildnis herrscht, die weder Rasenmäher noch Harke braucht.

gartenhaus3_flOder ein Grundstück, bei dem zahlreiche Nebengelasse zum Verstauen der Utensilien zur Verfügung stehen. Letzteres ist leider bei den heutigen Grundstückspreisen eher selten der Fall, und pure Wildnis ohne Bearbeitung schätzen auch die wenigsten Gartenbesitzer.

Nun können Sie sich natürlich einen Tischler holen, der Ihnen ein

traumhaftes Gartenhaus entwirft und aufbaut. Wenn Sie jedoch gerade einen Neubau hinter sich haben oder aus sonstigen Gründen gerne schnell zu einem Gartenhaus kommen möchten, könnte das zu lange dauern. Dann können Sie auf den Bausatz zurückgreifen. Mit ihm wird das Gartenhaus schnell fertig werden, ehe die Unordnung im Garten überhandnimmt oder die neuen Holzmöbel Wasserschäden davontragen.

Gartenhaus als Bausatz
Ein ganz einfaches Gartenhaus entsteht mithilfe eines Sets von Winkeln.
  • Die acht Winkel schaffen Verbindungen in drei Richtungen, in die Hülsen werden passende Kanthölzer eingesteckt.
  • Im Nu haben Sie einen großen Rahmen in Würfelform, den Sie jetzt nach Wunsch verkleiden können.
  • Es gibt Heringe für die Befestigung im Erdreich oder eine Metallbefestigung für feste Böden als Zubehör.
  • Mit Profilbrettern an allen Seiten entsteht eine massive Konstruktion von maximal 2 Meter Höhe, die eine Menge Gartengeräte aufnehmen kann.
Dann gibt es noch zahlreiche Bausätze zu kaufen, die in Größe und Preis ebenso unterschiedlich sind wie in den Anforderungen, die der Aufbau an den Heimwerker stellt.
  • Nicht so geübte Heimwerker sollten vor dem Kauf gründlich die Anleitung studieren. Meist kann man schon beim Durchlesen ahnen, ob der Bau mit dem gegebenen Handwerkswissen zu bewältigen ist.
Gartenhaus selber aufbauen

Als Beispiel soll hier kurz veranschaulicht werden, wie der Aufbau eines Gartenhauses aus Blockbohlen grundsätzlich vor sich geht: Bei solchen Gartenhäusern haben meist möglichst viele Bestandteile Nut und Feder, sodass Sie beim Aufbau nur sehr wenig Werkzeug brauchen. 
Was Sie allerdings vor allem bei etwas größeren Häusern besser einplanen sollten, ist ein Fundament. Ein Haus auf den nackten Gartenboden zu stellen, ist möglich, trägt jedoch weder zu dessen Stabilität noch zur Haltbarkeit bei. 

  • Das Fundament wird nach den Vorgaben der Aufbauanleitung Ihres Gartenhauses erstellt, da es genau die für dieses Haus vorgeschriebene Größe bekommen wird. Für Holzgartenhäuser ist zum Beispiel ein Streifenfundament aus Beton gut geeignet. Mit dem Bausatz erhalten Sie Fundamentkanthölzer, die nun aufgelegt werden. Jetzt ist wichtig, diese
    Kanthölzer sorgfältig zu nivellieren. Als Ergebnis entsteht ein Unterbau, der eine ständige Unterlüftung gewährleistet, so kann eventuell auftretende Feuchtigkeit schnell wieder wegtrocknen.
  • Jetzt kommen zuerst alle Bohlen an die Reihe, sie müssen in den Eckverbindungen mit dem richtigen Holzschutz für die entsprechende Holzart versehen werden, bevor der Zusammenbau beginnt. Der Rest der Bohlen wird noch nicht gestrichen.
  • Auf dem Fundament wird dann die erste Lage Bohlen ausgerichtet, diese werden mit den Kanthölzern auf dem Fundament verschraubt. Häufig haben Sie damit die Schraubarbeiten auch schon hinter sich, die Bohlen der oberen Lagen müssen nicht mehr verschraubt werden, sie werden nur noch ineinander gesteckt. Bei den Bausätzen sind die Bohlen passgenau angefertigt, meist sehr genau, da ja die Anfertigung in großen Mengen an Maschinen erfolgt.
  • gartenhaus2_flDann

    werden die vormontierten Türen und Fenster eingesetzt, ab jetzt werden für den weiteren Bau Schlagholz und Gummihammer verwendet, die einen schonenden Umgang mit Nut und Federn garantieren. Wenn der Bau in entsprechende Höhen gewachsen ist, sind die Giebel an der Reihe. Auch sie sind fertig vormontiert und können deshalb problemlos aufgesetzt werden.
  • Der Fußboden besteht in der Regel aus Dielen, die ebenfalls mit Nut und Feder ausgestattet sind. Die Dielen des Bausatzes sind auch schon passgenau zugeschnitten, sie können deshalb einfach eingelegt werden. Nachdem Sie so weit gekommen sind, werden die Beschläge an den Türen und den Fenstern montiert und die Profilbretter auf dem Dach befestigt und besäumt. Die Leisten an den Traufkanten müssen noch befestigt werden und Windfedern angebracht werden, dann ist der Rohbau fertig.
  • Der komplette Bausatz hat aber auch noch Dachpappe in benötigter Größe dabei, die zum Abschluss aufgebracht werden muss. Je nachdem, wie sehr das Gartenhaus der Witterung ausgesetzt ist, können sie das Dach auch mit Bitumenschindeln (zusätzlich) decken. Um einen besseren Wasserablauf zu gewährleisten, empfehlen sich Dachrinnen.
  • Jetzt braucht das neue Haus noch Schutz, in der Regel bestehen die Bausätze nicht aus Hölzern, die ohne chemischen Holzschutz auskommen. Das Haus muss also mit dem richtigen Holzschutz für die verwendete Holzart gestrichen werden. Achten Sie beim Kauf des Holzschutzes auf das RAL-Gütesiegel. Dieses gewährleistet, dass das Holzschutzmittel wirksam ist und gleichzeitig so umweltverträglich wie möglich.
Fazit

Wenn Sie ein Gartenhaus in den Garten stellen möchten, dass nicht mehrere Generationen halten soll, sondern nur schnell und relativ preiswert für Ordnung sorgen soll, ist das Bausatzhaus eine gute Wahl. 

Tipps

  1. Vor allem wenn Sie das Haus auf ein Fundament stellen, müssen Sie sich vorher erkundigen, ob Sie in Ihrer Gemeinde eine Baugenehmigung brauchen. Außerdem sind auch beim kleinsten Haus meist vorgeschriebene Grenzabstände zum Nachbargrundstück einzuhalten.
  2. Wenn Sie Wert auf lange Haltbarkeit legen und über entsprechende handwerkliche Kenntnisse verfügen, können Sie Ihr Gartenhaus selber bauen. Es muss ja nicht nach einem Plan gebaut werden, der höchste Tischlerkunst verrät, ein solider Holzrahmenbau sieht auch immer gut aus. Sie haben dann den Vorteil, dass Sie Hölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 verwenden können, die auch ohne jeglichen chemischen Holzschutz bei richtiger Konstruktion (konstruktiver Holzschutz) sehr lange halten können.