Anleitung: Einfahrt selber pflastern und 7 Ideen

PflasternEs gibt ganz unterschiedliche Pflastersteine. Sie unterscheiden sich im Material selbst (Betonpflaster, Klinkerpflaster oder Natursteinpflaster), in der Farbe, der Form, der Größe und der Höhe. Neben dem Aussehen ist der Preis oft ein wichtiges Kriterium. Entscheidend für eine Einfahrt ist, dass das Pflaster für die Beanspruchung geeignet ist. Es muss befahrbar sein. Wer die Entwässerungsgebühren sparen möchte, sollte über wasserdurchlässiges Pflaster oder zumindest über große Fugen nachdenken. Es gibt da gute Lösungen. Für richtig verfestigte Einfahrten fallen Kosten für Regenwasser an.

/>
Vorbereitung der Pflasterstrecke

Eine Einfahrt wird, wie der Name schon sagt, befahren. Sie ist also deutlich größeren Belastungen ausgesetzt, als beispielsweise ein Gartenweg. Diesen Belastungen muss sie standhalten können. Eine gute Vorbereitung ist deshalb enorm wichtig.
  • Einfahrt ausheben
Der gesamte Bereich muss ausgehoben werden und zwar etwa 40 cm tief. Man rechnet mit einer Schotterschicht von 20 bis 25 cm, einer Splittschicht von etwa 5 cm und dem eigentlichen Pflaster, welches in der Regel eine Höhe von 8 cm besitzt. Wer nur eine kleine Fläche ausheben muss, kann dies per Hand und Spaten bzw. Schaufel tun. Bei größeren Flächen empfiehlt sich ein kleiner Bagger, den man sich für diese Zwecke ausleihen kann.
  • Aushub abtransportieren
Bei einer größeren oder längeren Einfahrt fällt eine Menge Aushub an. Wenn diese Erde nicht anderweitig auf dem Grundstück genutzt werden kann, muss sie abgefahren werden. Mit etwas Glück kann man sie verkaufen oder verschenken und sich so diese Kosten sparen.
  • Schotter und Splitt bestellen
Bei der Bestellung lohnt ein Preisvergleich. Vor allem Lieferkosten sind dabei ins Auge zu fassen. Für den Splitt nimmt man die Korngröße 2 bis 8 mm, für den Schotter Korngröße 10 bis 45 mm. Die Menge richtet sich natürlich nach der Größe der Fläche. Wer sich die Mengen nicht selbst ausrechnen kann, muss die Maße bei der Bestellung angeben. Die meisten Baustofffirmen oder Anbieter rechnen die Kubikmeter dann aus.
  • Da der Schotter verdichtet wird und zusammenrutscht, ist es sinnvoll, 3 cm mehr zu berechnen.
Einfahrt seitlich eingrenzen

PflasternDamit die gepflasterte Einfahrt nicht nach den Seiten wegrutschen kann, muss sie eingefasst werden. Nur so bleibt die Stabilität erhalten. Für die Einfassung oder Begrenzung werden Randsteine genutzt. Diese gibt es in unterschiedlichen Höhen und Tiefen. In der Regel ist so ein Randstein 1 m lang.
  • Fundament für Randsteine
Die Höhe des Fundaments ist immer abhängig davon, wie hoch die verwendeten Randsteine sind.
  • Auf gerade und gleichmäßige Begrenzungen achten
Mit einer Richtschnur und der Wasserwaage immer darauf achten, dass die Oberkanten und die Flucht gleichmäßig sind. Bei meterlangen Strecken sieht man jede Abweichung.

Unterbau ausführen - Schotterbett

Der Unterbau ist wichtig für die Einfahrt. Nur wenn dieser ordnungsgemäß ausgeführt wird, gibt es im Nachhinein keinen Ärger mit tiefer sinkenden Gebieten und unebenen Flächen.
  • Boden verdichten
Der ausgehobene Bereich muss gut verdichtet sein. Ist er das nicht von Natur aus, muss nachgeholfen werden. Dafür kommt ein Rüttler zum Einsatz, der wiederum ausgeliehen werden kann und auch später noch zum Einsatz kommt.
  • Schotter einbauen
Der Schotter kann nicht in einem Rutsch eingebracht werden, sondern wird lagenweise eingefüllt. Nach jeder Lage muss abgerüttelt werden, wozu wieder der Rüttler genutzt wird.

Jede Lage muss verdichtet werden, weil nur so der Untergrund richtig fest wird. Ideal ist, wenn die Ladung Schotter gleich vom LKW in die vorbereitete Grube abgeladen werden kann. Wo das nicht funktioniert, kommt wieder der Bagger zum Einsatz.

Tipp: Je besser der Schotter Lage für Lage abgerüttelt wird, umso unwahrscheinlicher wird es, dass sich später das Pflaster in der Einfahrt unter Belastung absenkt.
Außerdem empfiehlt es sich, wenn mehrere LKW-Ladungen Schotter bestellt werden müssen, diese nicht auf einmal, sondern hintereinander zu bestellen. So bleibt zwischendurch genügend Zeit, die gesamte Fläche ausreichend abzurütteln.

Nach dem Einbringen und Zurechtrütteln des Schotters müssen von der Oberkante Schotter bis zur geplanten Oberkannte des Pflasterbelages  noch 11 Zentimeter übrig sein. 5 Zentimeter werden für den Splitt benötigt und 8 cm sind die Pflastersteine in der Regel hoch. Da sich beim Abrütteln der Pflastersteine der Belag noch einmal um 1 Zentimeter senkt, reichen 11 Zentimeter.

Splittlage einbringen

Auf das Schotterbett wird nun der Splitt ausgebracht. Am besten wird feiner Splitt genutzt. Allerdings sollte, wenn die Einfahrt wasserdurchlässig werden soll, eher grober Splitt verwendet
werden. Der Splitt wird mit Hilfe einer Schubkarre und einer Schaufel so gleichmäßig es geht auf dem Schotter aufgebracht. Mit dem Rechen kann man den Splitt glattziehen. Die Schicht sollte 3 bis 4 cm dick sein.

Einfahrt pflastern

PflasterBeim eigentlichen Pflastern ist einiges zu beachten. Nicht nur dass das Muster, welches man sich ausgesucht hat, konsequent und gleichmäßig durchgezogen werden muss, es ist auch auf ein Gefälle zu achten. Dafür wird eine Richtschnur gespannt und zwar auf den beiden gegenüberliegenden Seiten. Man nutzt auf jeder Seite zwei Stäbe und spannt dazwischen die Schnur in Höhe der späteren Oberkante des Pflasterbelags.
1,5 bis 2 Prozent Gefälle auf die gesamte Länge der Einfahrt sind ausreichend.
  • Anlieferung der Pflastersteine
Die Steine werden in der Regel angeliefert. Wer sich eine Menge Arbeit ersparen möchte, lässt sie so nah wie möglich am zu pflasternden Bereich abladen. So kann man sich Wege sparen. Günstig ist, sich die Steine auf Paletten anliefern zu lassen, denn dann kann man sie palettenweise mit dem Bagger verschieben, wenn man sie ein paar Meter weiter benötigt. Einzelne Steine müssen alle dahin getragen oder mit der Schubkarre gefahren werden.
  • Beim eigentlichen Pflastern werden die Steine einfach auf das vorbereitete Bett gelegt und dann mit einem Gummihammer festgeklopft. Man legt sie nach einem Verlegemuster aus. Dieses muss man sich vor dem Kauf der Steine zurechtlegen.
  • Sehr entscheidend ist, zwischen den einzelnen Steinen Abstand zu halten und zwar sehr gleichmäßig. Der Abstand sollte weder zu klein, noch zu groß sein. Die Steine dürfen nicht zu viel Spielraum haben, dass sie sich im Nachhinein noch verschieben oder gar kippen können.
  • Randbereiche, die durch die Musterlegung zunächst ohne Steine sind, bleiben erst einmal offen. Diese Stellen werden am Ende alle hintereinander geschlossen. Dafür müssen Pflastersteine eingeschnitten werden und besser ist, man tut dies in einem Arbeitsschritt.
  • Normal dickes Steinpflaster schneidet man am besten mit dem Steinknacker. Das Gerät ist leise und es entwickelt sich kaum Staub. Bei dickem Pflaster muss meist ein Nassschneider verwendet werden, welcher sehr laut ist. Auch ist das eine schmutzige Sache.
  • Zuletzt werden also die geschnittenen Steine eingesetzt.
  • Dann wird noch einmal die gesamte Fläche gerüttelt. Wichtig ist, dass die Rüttelplatte unbedingt mit einem Kunststoffschild bestückt werden muss, damit keine Steine brechen, bzw. Ecken abbrechen.
  • Anschließend wird Sand auf der gesamten Fläche verteilt. Dieser wird mit einem Besen in den Fugen verteilt. Wer mag, kann mit dem Wasserschlauch dem Verdichten noch etwas nachhelfen, aber der nächste Regen tut es auch. Wenn sich der Sand durch das Wasser gesetzt hat, muss meist noch einmal oder mehrmals welcher aufgetragen und in die Fugen gekehrt werden, bis alle komplett dicht sind.
Tipp: Günstig ist, keinen normalen Sand, sondern Brechsand zu verwenden. Dieser ist sehr krümelig, was den Vorteil hat, dass Ameisen darin keine Nester bauen, was sie ansonsten sehr gern tun.

7 Ideen
Pflaster
  • 1. Längere, gerade Einfahrten wirken prima, wenn nur die zwei Fahrspuren gepflastert werden und zwischen ihnen, sowie außen kleinkörniger Kies verwendet wird. Sehr schön wirken auch Flusskiesel. Sie haben den Vorteil, dass man darauf auch barfuß laufen kann. Sogar eine Rasenfläche ist stattdessen möglich. Die eigentliche Auffahrt jeweils mit 3 bis 4 Pflastersteinen massiv gestalten, die Mitte und die Seiten flexibel. So kann im Winter auch Schnee von der Fahrspur entfernt werden.
  • 2. Ähnlich kann man vorgehen, wenn man die komplette Fläche pflastern möchte. Einfach zwei verschiedene Pflastersteine nehmen. Die Fahrspur anders gestalten, als die Mitte und die Seiten. Bei länglichen Pflastersteinen könne man die Fahrspur praktisch in vertikaler Richtung gestalten, während man die drei anderen Bereiche in horizontaler Richtung auslegt.
  • 3. Sehr schön wirkt Altstadtpflaster. Dadurch die einzelnen Steine alle eine etwas andere Farbe haben, sieht die Einfahrt nicht so steril und gleichmäßig aus. Schon ein ganz einfaches Verlegemuster reicht aus, um die Einfahrt ansprechend zu gestalten.
  • 4. Wer Wert auf etwas Abwechslung legt, sollte mehr als nur eine Farbe von Pflastersteinen verwenden. Dabei sollte man keine großen Farbunterschiede eingehen, sondern eher alles Ton in Ton wählen. Hellgrau, dunkelgrau und Anthrazit wäre eine gute Kombination. Diese Art passt gut zu Häusern mit einem dunklen Dach und dunklen Fenstern. Man verwendet vorwiegend die hellgrauen Steine, denn zu dunkel soll die Einfahrt ja nicht werden. Dazwischen wird in regelmäßigem Abstand immer wieder ein dunkelgrauer bzw. anthrazitfarbener Stein gesetzt. Man kann das Muster auch zufällig gestalten, also unregelmäßig die Farben verwenden.
  • 5. Auch mit Pflastersteinen in Rot kann man diese Gestaltung vornehmen. Es gibt unterschiedliche Rottöne. Als stärkeren Kontrast wäre ein beiger oder cremefarbener Ton günstig.
  • 6. Komplizierter wird es, Steine in unterschiedlichen Größen zu nutzen. Für Einsteiger ist diese Variante zu kompliziert, aber wer schon mal gepflastert hat, kann es probieren. Das Muster muss zuvor auf dem Papier entworfen werden oder man nutzt eines aus dem World Wide Web. Vielleicht kann man sich in der Nachbarschaft auch eines abgucken. Neubauviertel mit Einfamilienhäusern bieten sich immer an, um sich Ideen zu holen. Dort einen kleinen Spaziergang machen und die Augen offen halten. Bestimmt findet sich ein interessantes Verlegemuster.
  • 7. Interessante und meist recht einfache Verlegemuster unter: http://www.ehl.de/betonpflaster-heim-garten/verlegebeispiele-rechteck-und-quadratsteine_24.php oder http://www.kann.de/files/downloads/verlegemuster_pflaster_581_017e70.pdf
Fazit

Die Einfahrt selbst zu pflastern gehört nicht zu den leichtesten Angelegenheiten. Nicht umsonst verlangen Fachleute dafür eine Menge Geld. Wer dieses sparen möchte und sich die Sache zutraut, kann es aber allein versuchen. Gerade Auffahrten sind sicher am einfachsten zu bewerkstelligen, aber auch gewundene Auffahrten sind lösbar. Wichtig ist genaues Arbeiten und eine gute Bodenvorbereitung. Günstig ist, wenn man einen oder zwei Helfer hat und noch besser, wenn sich da einer mit dem Pflastern auskennt. So etwas hilft ungemein.