Rotbuche, Blutbuche als Hecke - Pflege und Schnitt

Mit ihrem dichten, sattgrünen, im Herbst goldgelb und rostrot gefärbten Laub, dem massiven, hellgrauen stamm und der breiten Krone ist die Rotbuche (Fagus sylvatica) ein idealer Solitärbaum, sie kann jedoch auch als Hecke kultiviert werden. Neben der mächtigen Wildform mit ihrer ausladenden Krone gibt es eine Reihe kleinerer Sorten mit verschiedenen Laubschattierungen und schmaler oder hängender Wuchsform, die sich auch für kleinere Gärten eignen.

Die dichte Krone aus ovalen, zugespitzten, zuweilen leicht gezähnten Blättern wirft einen kühlen, dunklen Schatten, deshalb lässt sich der Baum nur schlecht unterpflanzen. Aus den unscheinbaren

Blüten entwickeln sich in einigen Jahren zahlreiche holzige, stachlige Fruchthüllen mit jeweils zwei dreieckigen Früchten, den Bucheckern, die vielen Tieren als Nahrung dienen.

Die Rotbuche ist der wichtigste Laubbaum Europas. Der bis zu 40m hohe Baum bildet eine breite Krone und einen mächtigen grauen Stamm. Die am Rand leicht gewellten Blätter sind zunächst hellgrün, später dunkelgrün und im Herbst leuchtend gelb und rostrot. `Pendula`, die Trauerbuche, zeigt eine schirmförmige Krone mit hängenden oder horizontalen Ästen und hängenden Seitenzweigen, `Purpurea`, die Blutbuche, besticht ebenso wie `Purpurea Pendula`, die Trauerblutbuche, die bis zu 3m Höhe erreicht.

Pflege

Buchen gedeihen auf allen nicht zu schweren, staunassen Böden. Jungbäume werden von Mitte Herbst bis Frühjahrsbeginn an offene, sonnige Standorte gesetzt.
Hecken pflanzt man mit 45cm hohen Bäumen im Abstand von 45- 60cm. Nach dem Einpflanzen wird das obere Viertel aller Triebe zurück geschnitten, um den Seitenaustrieb zu fördern, dieser Schnitt wird im Spätsommer der folgenden Jahre wiederholt.

Schädlinge und Krankheiten

Buchen können von zahlreichen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Blattläuse und Buchenschildläuse bilden weiße Blattbeläge. Verschiedene Pilze siedeln sich auf abgestorbenen Holzteilen an, breiten sich dann auf die lebenden Holzgewebe aus und verursachen dort Krebsgeschwüre und Fäulekrankheiten. Totes Holz sollte daher möglichst sofort entfernt werden. Frostschäden zeigen sich vor allem durch Braunfärbung der Blätter und durch Kümmerwuchs der jungen Triebe. Eine Verbrennung des Laubes durch die Sonne zeigt sich besonders im Frühjahr bei purpurfarbenen Sorten. Die Blätter werden besonders am Rand braun, rollen sich zusammen und welken.

Der Schnitt der Hainbuchenhecke und der Rotbuchenhecke
  • Bevor Sie zur Schere greifen, sollten Sie im Zweifel Ihre “Buche” genau identifizieren, denn vom Schnitt her stellen beide grundsätzlich unterschiedliche Ansprüche:
  • Wenn Ihre Hecke aus Hainbuchen besteht, schneiden Sie am besten zu Beginn und zum Abschluss der Saison, das sehr wuchsfreudige Gehölz reagiert auf den doppelten Schnitt mit dichter Verzweigung.
  • Der erste Schnitt liegt sehr spät in der
    Saison, er sollte nicht vor dem Sommerbeginn am 21. Juni erfolgen, da ab etwa diesem Zeitpunkt bei der Pflanzenentwicklung nicht mehr die Produktion neuer Zellen im Vordergrund steht, sondern die Vollendung der im Frühjahr hervorgebrachten neuen Austriebe.
  • Zu dieser Zeit können Sie bequem den hauptsächlichen Schnitt der Hainbuche vornehmen, Sie müssen nicht mehr befürchten, Vögel beim Brüten zu stören und Sie werden Ihre Hainbuchen auch nicht mehr zu einer so hektischen Austriebstätigkeit anregen, wie sie ein früherer Schnitt erwarten lassen würde.
  • Wenn Sie zwischen Ende September und Anfang November das zweite Mal schneiden, geht es nur noch um schönes Formdesign, das die Hecke gleichzeitig ausdünnt und ihr so Kraft für den nächsten Frühjahrsaustrieb gibt.
  • Eine Rotbuchenhecke

    dagegen sollte Sie schon sehr früh zur Schere greifen lassen: Der Grundschnitt sollte vor dem Austrieb vorgenommen werden, weil die Rotbuche zu dieser Zeit die Wunden am besten abschotten kann. 
  • Sie können dann das Grundgerüst der Hecke gut erkennen, weil die Hecke noch sehr schwach belaubt ist.
Steckbrief
  • Art/Familie: Gehölz. Gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae)
  • Pflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
  • Blütezeit: Mai mit unscheinbaren Blüten, danach Bildung von Früchten (den bekannten Bucheckern)
  • Belaubung: Vertrocknete Blätter bleiben lange haften, daher auch im Winter guter Sichtschutz
  • Wuchs: Straff aufrecht
  • Höhe/Breite: Frei wachsend bis 30m hoch mit ca. 15m durchmessenden Krone, mit Schnitt jedoch gut niedrig zu halten
  • Standort: Wächst überall, ist auch schattenverträglich. Kommt mit normalem Gartenboden gut zurecht
  • Pflanzzeit: Nicht vor November pflanzen, da sie bis Anfang November wachsen. Gepflanzt werden kann in den Wintermonaten wenn der Boden nicht gefroren ist
  • Schnitt: Sehr schnittverträglich
  • Partner: Solitär
  • Pflege Bei Trockenheit vor allem kleine Exemplare und/oder Kübelpflanzen wässern. Ist im Frühjahr für organische Düngergabe dankbar
  • Überwinterung: Neu gesetzte Pflanzen benötigen im ersten Winter Schutz mit Vlies. Eingewurzelte Exemplare sind absolut winterhart
  • Krankheiten/Probleme: Reagieren sehr empfindlich auf Umpflanzen
Besonderheiten

Ist in Mitteleuropa heimisch und auch wieder öfters in freier Natur zu bewundern
Starker Pollenflug von April bis Mai
Kann auch gut als Hochstämmchen oder als Hecke gezogen werden
Kann bei regelmäßigem Rückschnitt auch gut im Kübel gehalten werden

Sorte

`Purpurea: Bekannteste und beliebteste Sorte. Begeistert im Frühjahr mit spektakulärem Neuaustrieb in leuchtendem geranienrot. Im Laufe des Frühsommers wird die Farbe etwas dunkler bis purpurrot

Was tun?

Tja, nun hat man sich eine kleine Rotbuche zugelegt oder von jemandem bekommen und weiß nicht wohin.
Wer einen riesigen Garten hat kann sie als Solitär pflanzen; im Lauf der Jahre wird sie ein ehrwürdiger alter und Ruhe sowie Würde ausstrahlender Baum, unter dem eine Ruhebank viel Entspannung verspricht.
Doch auch wer nur einen normalgroßen Hausgarten hat braucht auf diese wundervolle Pflanze nicht zu verzichten. Die Rotbuche ist sehr schnittverträglich und kann durch Rückschnitt hervorragend als Hecke gezogen werden. Und sogar als Hochstämmchen macht sie eine sehr gute Figur.

Robust und empfindlich

Die Rotbuche ist sehr robust und kommt fast überall klar. Ob Sonne, Halbschatten oder sogar Schatten und gleich welcher Boden: Sie schafft es! Und dennoch ist sie ein kleines Sensibelchen wenn es um das Thema Umpflanzen geht, denn das mag sie gar nicht. Umsetzen sollte man sie daher nur wenn es gar nicht anders geht und dann muss man mit Verlusten rechnen. Rotbuchen empfinden selbst das Auspflanzen als Schock und benötigen im ersten Jahr eine gute Winterabdeckung mit Vlies. Da sie bis Anfang November in der empfindlichen Wachstumsphase stecken sollten sie erst nach November gepflanzt werden.

Auf Bodenerschütterungen wie bei Bauarbeiten und auch das Absinken des Grundwasserspiegels reagieren Rotbuchen oft mit Aussetzen des Wachstums