Buchsbaum, Buxus sempervirens - Pflanzen, Pflege & Schneiden


BuchsbaumIrgendwie mag die gängige Bezeichnung "Gewöhnlicher Buchsbaum" oder einfach "Buchs" nicht wirklich passen. Handelt es sich bei Buxus Sempervirens doch um eine unsagbar schöne Zierpflanze, die bereits zu Zeiten der Renaissance die Schlossgärten des französischen und italienischen Adels schmückte. Erfahren Sie hier, was Sie in Hinblick auf das Pflanzen, die Pflege und Schneiden dieses traditionsreichen Ziergehölzes, das alles andere als gewöhnlich ist, unbedingt wissen müssen.

Vorab ist anzumerken, dass es mittlerweile weit mehr als 60 verschiedene "Buxus sempervirens"-Sorten gibt,

von denen einige schon lange vor der Renaissance im Alten Rom und zuvor sogar von den Griechen gezüchtet wurden. Entsprechend dazu kann es sein, dass die im Folgenden näher vorgestellten Empfehlungen in Bezug auf die Pflege, die Pflanzung und den Schnitt von Buxus sempervirens unter Umständen nicht ausnahmslos jeder einzelnen Sorte vollends gerecht werden. Folglich sollte sich im Zweifelsfall vorab erst an fachkundiger Stelle explizit darüber informiert werden, um welche "Buxus sempervirens"-Sorte es sich beim eigenen Buchsbaum genau handelt und welche individuellen Ansprüche sie eventuell an ihren Standort und ihre Pflege stellt. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass letztendlich alle Sorten des gewöhnlichen Buchsbaums zur Gattung Buxus gehören, sodass Sie nichts falsch machen, wenn Sie die besagten Empfehlungen befolgen.

Verwendung

Wie sich nicht zuletzt anhand von Ausgrabungsfunden aus Großbritannien erkennen lässt, nutzten die Römer den gemeinen Buchs schon sehr früh zum dekorativen Rahmen ihrer Gartenbeete. Ähnlich hielten es die französischen Hofgärtner, die von den aus Italien stammenden Zypressen zunehmend zum winterharten Buchsbaum übergingen. Aufgrund seiner vortrefflichen Schnitteigenschaften fand der Buchs alsbald darauf auch verstärkt als kunstvoll in formgebrachte Einzelpflanzen Verwendung. Allen voran sind hierbei die sogenannten Buchskugeln oder Buchskegel zu nennen, die schon bald nicht mehr nur an Adelshäusern, sondern fortan auch in Bauerngärten anzutreffen waren. Daneben gibt es Buchsbaumsorten, die eine Höhe von mehr als 8 m erreichen können und sich somit zum Anlegen von lebenden Blickschutzwänden anbieten.

Standort

BuchsbaumVon Natur aus bevorzugt der gewöhnliche Buchsbaum absonnige bis halbschattige Standorte. Dank der nun schon seit vielen Jahrhunderten währenden Züchtung gibt es heutzutage aber auch zahllose Sorten, die eigens für die Pflanzung im Schatten oder direkt in der Sonne optimiert wurden. Davon abgesehen stellt der gemeine Buchsbaum keine besonderen Ansprüche an seinen Boden. Wobei anzumerken ist, dass Buchsbäume in verhältnismäßig trockenen Böden mit hohem Nährstoffgehalt und großem Kalkanteil am besten gedeihen. Dementsprechend kann es ratsam sein, den Boden im heimischen Garten vor der Pflanzung erst mit Nährstoffen und Kalk anzureichern. Am besten geeignet sind hierfür reifer Kompost, Humus und Hornspäne. Wer den Boden zudem noch mithilfe von Dünger anreichern möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass dieser rein organisch ist. Außerdem kann es erforderlich sein, den Boden zu drainieren, damit überschüssiges Wasser optimal ablaufen kann.

Pflanzabstand

In welchem Abstand die Buchsbäume zueinander angepflanzt werden sollten, richtet
sich direkt danach, zu welchem Zweck die Pflanzung erfolgt. So können im Fall einer niedrigen Beetumrandung je laufendem Meter gut 8 bis 10 Buchsbäumchen in Reihe gepflanzt werden. Falls die Buchsbäume hingegen eher zu einer blickdichten Hecke heranwachsen sollen, sollten nur etwa

2 bis 3 Pflanzen pro laufenden Meter angepflanzt werden, damit ihnen ausreichend Platz bleibt, um sich richtig zu entfalten. Erwähnung verdient dabei, dass Buchsbäume unter optimalen Bedingungen eine Wuchsbreite von bis zu 4 m erreichen können. Folglich sollten sie nicht zu nah an Gebäude, Mauern, Zäune oder Gehwege und Straßen gepflanzt werden. Das gilt zumindest dann, wenn sie nicht fortlaufend zurückgeschnitten respektive gestutzt werden.

Pflanzen

Buxus sempervirens kann an sich das ganze Jahr hindurch gepflanzt werden, sofern der Boden zum Zeitpunkt der Pflanzung und den ersten Tagen danach frostfrei ist. Allerdings raten Experten ausdrücklich dazu, Buxus sempervirens gezielt im Frühling anzupflanzen. Grund hierfür ist zunächst der, dass sich die Jungpflanzen im Fall einer Frühjahrspflanzung durch eine volle Vegetationsperiode hindurch auf den Winter vorbereiten können. Zudem ist es im Frühling noch nicht so heiß, als dass die jungen Buchsbäumchen permanent gegossen werden müssten, um optimal anwachsen zu können.

Pflege

Eigentlich müssen Buchsbäume überhaupt nicht gepflegt werden, um gedeihen zu können. Es sei denn, dass sie von einer Pflanzenkrankheit oder Schädlingen befallen sind und aufgrund dessen nach einer besonderen Pflege verlangen. Davon abgesehen beschränkt sich die Buchsbaumpflege darauf, die Buchsbäume durch gezieltes Stutzen oder Zurückschneiden in eine gewünschte Form zu bringen oder auf einer bestimmten Größe zu halten.

Schneiden

Buchsbaum schneidenWenngleich Buchsbäume letztendlich das ganze Jahr hindurch geschnitten werden können, empfiehlt es sich aus gleich mehreren Gründen, sie ausschließlich im August zu schneiden. Der erste Grund ist der, dass Buchsbäume aufgrund ihrer frühen Blütenzeit wertvolle Futter- beziehungsweise Trachtpflanzen für Bienen und andere Insekten sind. Außerdem werden zumindest größere Buchsbäume schon wegen ihres ungewöhnlich dichten Wuchses häufig von Vögeln zum Nisten genutzt. Zudem besteht bei einem zu spätem Rückschnitt die Gefahr, dass der sogenannte Neutrieb vor dem Winter nicht mehr rechtzeitig ausreift und somit nur allzu leicht irreparable Frostschäden davontragen könnte. Wobei darauf hinzuweisen ist, dass sich die zuvor genannten Empfehlungen in Bezug auf den Rückschnitttermin einzig und alleine auf das tatsächliche Rückschneiden beziehen. Soll heißen, dass ein einfaches Stutzen herausragender Zweige oder ein dezentes Auslichten gerne auch in den Monaten März bis September erfolgen darf. Gleiches gilt im Übrigen ebenso für das Schneiden sogenannter Setzlinge oder Stecklinge für die Buchsbaumvermehrung.

Tipp: Buchsbäume sollten nach Möglichkeit an regenreichen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit geschnitten werden, da die Gefahr, dass die Schnittstellen austrocknen könnten, dann denkbar gering ist.

Vermehren

Wenngleich eine Vermehrung mittels Samen möglich ist, empfiehlt es sich, Buchsbäume mithilfe von Stecklingen zu vermehren. Wichtig ist dabei, dass die Triebe, die für die Vermehrung geschnitten werden, mindestens 10 cm lang sind. Außerdem sollten die Triebe möglichst früh im Jahr geschnitten werden, damit sie direkt im Frühling des Folgejahrs als Stecklinge in den Garten gepflanzt werden können.

Tipp: Am besten eignen sich für die Vermehrung halb verholzte Triebe gesunder Pflanzen mit schönem Wuchs.

Häufig gestellte Fragen

Da ich keinen eigenen Garten habe, wollte ich fragen, ob ich Buxus sempervirens auch im Kübel auf dem Balkon halten kann?
Ja, Buxus sempervirens kann in ausreichend großen Kübeln gehalten werden. Allerdings müssen Sie Ihren Buchsbaum ausreichend gießen und unter Umständen auch Düngen.

Wie alt können Buchsbäume eigentlich werden?
Buchsbäume können unter optimalen Bedingungen gut und gerne 500 Jahre alt werden.

Ich möchte in der Nähe eines Buchsbaums einen Gartenteich anlegen. Muss ich Angst haben, dass die Buchsbaumwurzeln die Gartenteichfolie beschädigen könnten?
Da Buchsbaumwurzeln recht fein sind, dürften Schäden an der Gartenteichfolie eher unwahrscheinlich sein. Dennoch kann es ratsam sein, eine sogenannte Rhizomsperre einzusetzen.