Koniferen richtig vermehren

KoniferenDie immergrünen und pflegeleichten Koniferen sind in den heimischen Gärten meist als Sichtschutz in Form einer Hecke sehr beliebt. Da sie auch sehr einfach zu vermehren sind, kann sich der Gartenfreund schnell eine solche Hecke aus bereits vorhandenen Koniferen pflanzen. Aber auch als Solitär auf einer Rasenfläche machen sich Koniferen gut, denn sie haben die Eigenschaft, dass sie in alle erdenklichen Formen geschnitten werden können. Zudem bietet eine Hecke aus Koniferen vielen heimischen Tieren im Winter einen guten Unterschlupf.

Richtig vermehren durch Stecklinge

Die verschiedenen

Nadelhölzer aus dem Handel, die in die Kategorie Koniferen fallen, können unter Umständen sehr teuer sein, je nach Pflanzen- oder Baumhöhe. Daher ist die Vermehrung eine gute Wahl, um neue Pflanzen zu erhalten. Die Koniferen richtig vermehren geht in der Regel durch Stecklinge. So erhält der Hobbygärtner schnell viele neue kleine Pflanzen, mit denen er die bestehende Hecke ausbessern oder eine neue Hecke als Sichtschutz stellen kann. Natürlich können alle Stecklinge auch als Solitär freistehend auf einer Wiese, als Baumgruppe oder im Kübel genutzt werden. Da die Nadelhölzer langsam wachsen, benötigt es Zeit und ein wenig Geduld des Gartenbesitzers, bis die Koniferen eine Sichtschutzhöhe erlangt haben.

Tipp: Wer schnell einen Sichtschutz benötigt, sollte daher zu einem Teil für seine Hecke auf größere Koniferen aus dem Handel zurückgreifen und nur für die Zwischenräume Stecklinge ziehen. So können die Stecklinge in Ruhe wachsen, der Sichtschutz ist trotz allem schon früher gegeben.

Benötigtes Material

Bevor die Koniferen durch Stecklinge vermehrt werden, sollte das benötigte Material hierfür zurecht gelegt werden:
  • kleine Töpfe oder Schalen für die Anzucht
  • Anzucht- oder Komposterde
  • Sand zum untermischen
  • desinfizierte, scharfe Schere, damit keine Krankheiten beim Schnitt der Stecklinge übertragen werden
  • Gießkanne mit Wasser
So wird vermehrt

KieferDie Koniferen werden in der Regel im Winter geschnitten. Gleichzeitig können bei diesem Schnitt die Stecklinge verwertet werden. Bevor es an den Schnitt geht, sollten die Töpfe oder Anzuchtschalen bereits wie folgt vorbereitet werden:
  • Komposterde oder Anzuchterde aus dem Handel mit etwas Sand mischen
  • in die bereit gestellten Töpfe geben
  • idealerweise so viele Töpfe nutzen, wie Stecklinge gezogen werden sollen
Beim Schnitt sollte darauf geachtet werden, dass die genutzten Triebe nicht verholzt sind sondern ein sattes Grün besitzen. Mit den so erhaltenen Stecklingen wird wie folgt verfahren, um die Koniferen richtig zu vermehren:
  • Stecklinge in die vorbereiteten Töpfe geben
  • die Töpfe mit den Stecklingen an einen warmen, hellen Ort stellen
  • ein beheiztes Gewächshaus ist in einem solchen Fall ideal
  • ein warmer Platz in einem beheizten Zimmer, um
    Beispiel auf einer Fensterbank, ist ebenfalls geeignet
  • darauf achten, dass die Erde immer feucht, aber nicht zu nass ist
  • Gefäß und Steckling kann mit einer durchsichtigen Tüte aus Plastik abgedeckt werden
  • hierfür eignen sich zum Beispiel Gefrierbeutel, die sehr durchsichtig sind
  • Steckling muss jedoch regelmäßig gelüftet werden, dies vermeidet Schimmelbildung aufgrund von angestauter Feuchtigkeit unter dem Plastik
  • im Idealfall haben sich bis zum Frühling Wurzeln gebildet
  • in diesem Fall kann die neue Pflanze im späten Sommer, wenn die Erde schön warm ist, an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden
  • na warmen Tagen im Frühling können die Töpfe mit den verwurzelten Setzlingen bereits nach draußen auf einen hellen Balkon, die Terrasse oder eine warme

    und sonnige Ecke im Garten gestellt werden
  • die Tüten werden in diesem Fall ebenfalls entfernt
Tipp: Setzlinge, die bis zum Frühjahr keine Wurzeln gebildet haben, werden auch keine mehr bekommen und können entsorgt werden.

Vermeidbare Fehler bei der Vermehrung

KoniferenDa die Stecklinge der Koniferen beim Anwurzeln feucht gehalten werden sollen, kann es schnell einmal zu Schimmelbildung auf der Erde im Topf kommen. Dies sollte unbedingt vermieden werden, bildet sich dennoch Schimmel, dann diesen mit einem Löffel gut abkratzen und einen wärmeren Ort suchen, an dem der Steckling gedeihen kann. Ein weiterer Grund für die Schimmelbildung kann ebenfalls sein, dass der Steckling zu häufig gegossen wurde.

Boden & Substrat

Die Koniferen, die durch Stecklinge vermehrt wurden, können in ganz normaler Gartenerde eingepflanzt werden. Denn gerade auch, wenn eine Hecke kultiviert wird, wäre es zu aufwendig, den ganzen Boden aufzuwerten. Doch aufgrund ihrer Pflegeleichtigkeit sind die Nadelhölzer auch mit nährstoffarmer Erde zufrieden. Werden die neuen Pflanzen jedoch im Kübel kultiviert, dann kann hier spezielle Koniferenerde aus dem Handel verwendet werden. Ansonsten mögen die Jungpflanzen auch folgende Böden:
  • durchlässig, humusreich und frisch
  • alkalisch bis leicht sauer
  • die spezielle Erde aus dem Handel besteht meist aus einem Sand-Torf-Rinderhumus-Dünger-Gemisch
  • normale Gartenerde kann zu 50 % mit der Koniferenerde ausgetauscht werden
  • so wächst der Steckling schneller an
Pflanzen

Nadelbaum KoniferenDie neuen Koniferen aus Stecklingen können das ganze Jahr über eingepflanzt werden. Hierbei sollte jedoch bei einer Pflanzung im Winter auf frostfreie Tage geachtet werden. Die ideale Zeit zur Pflanzung ist jedoch der späte Sommer, denn ist die Erde warm, entwickeln sich die neuen Pflanzen am besten. Ansonsten beim Einsetzen an seinen endgültigen Standort wie folgt vorgehen:
  • für den Steckling ein kleines Loch ausheben
  • darauf achten, dass die Pflanze sehr groß werden kann, daher genügend Abstand zwischen den einzelnen Stecklingen lassen
  • Steckling mit Stützpfahl einsetzen, damit er aufgrund seiner wenigen Wurzeln nicht hin und her schwankt und im schlimmsten Fall aufgrund von wenig Halt umfällt
  • junge Koniferen benötigen genügend Wasser, daher direkt nach dem Einsetzen gießen und den Boden nicht austrocknen lassen
  • sind sie einmal angewachsen, benötigen sie nur noch wenig Gießwasser, dann reicht der fallende Regen völlig aus
Tipp: Um den Stamm herum einen kleinen Wall aufbauen, damit Gießwasser direkt an die Pflanze gelangt und nicht rundherum ablaufen kann.

Fazit

Koniferen in ihrer Vielfalt sind für jeden Gartenliebhaber die richtigen Bäume, der einen guten Sichtschutz zum Nachbarn oder zur Straße benötigt. Da sie auch im Winter ihr grünes Kleid behalten, bleibt dieser Sichtschutz über das ganze Jahr. Die Nadelgehölze können zudem sehr einfach vermehrt werden, was eine gute Voraussetzung für eine besonders dichte Hecke ist. Denn hierzu nimmt der Hobbygärtner nach einem Rückschnitt seiner Koniferen einfach ein paar Triebe, die als Stecklinge genutzt werden. Um nur mit Stecklingen eine dichte Hecke zu erhalten, bedarf es jedoch ein wenig Geduld, da Koniferen langsam wachsen. Doch zum Ausbessern einer bestehenden Hecke sind Stecklinge günstiger als größere Pflanzen aus dem Handel.