Balkonsanierung selbst gemacht - die wichtigsten Arbeiten

Balkonsanierung selbst gemacht - die wichtigsten Arbeiten

Balkone mit Edelstahl sind selten sanierungsbedürftigDa Balkone durchweg der Witterung ausgesetzt sind, fallen bei ihnen selbst bei gewissenhafter Pflege dann und wann kleinere oder auch größere Sanierungsarbeiten an, ganz gleich, wie stark die Belastung durch die eigentliche Balkonnutzung ist.

 

Viele dieser Arbeiten können geübte Heimwerker bedenkenlos selber durchführen. Je nach Schäden, die ein Balkon aufweist, sollte jedoch dringend ein versierter Fachmann zurate gezogen werden, da die Traggraft unter Umständen so sehr gelitten

haben könnte, dass von einer weiteren Nutzung abgesehen werden müsste und eine professionelle Balkonsanierung unausweichlich wäre.

 

Kleinere Sanierungsarbeiten am Balkon

 

Damit es nicht zu einer umfassenden Balkonsanierung kommen muss, empfiehlt es sich, den Balkon regelmäßig auf Mängel, wie etwa poröse respektive marode Fliesenfugen und/oder lose Fliesen, abzusuchen und die gefundenen Schäden schnellstmöglich zu beheben. Auch defekte Fliesen auf dem Balkon sollten umgehend ausgetauscht werden, da sonst Feuchtigkeit durch ihre Risse eindringen und spätestens beim nächsten Frost schwerwiegende Folgeschäden verursachen könnte.

 

  1. Um schadhafte Fliesen zu lösen, sollten zunächst die umliegenden Mörtelfugen möglichst behutsam entfernt werden.
  2. Am besten gelingt das mithilfe einer Fräse mit sogenanntem Hartmetallfräseeinsatz.
  3. Sobald die Fugen entfernt sind, wird geprüft, ob sich die beschädigte Fliese bereits herausheben lässt.
  4. Falls nicht, muss sie vorsichtig zerschlagen werden. Selbstverständlich ist dabei eine Schutzbrille zu tragen, zumal Fliesensplitter sehr scharfkantig sein können.
  5. Nachdem alle Fliesenteile entfernt wurden, muss der Untergrund noch von dem alten Fliesenkleber sowie etwaigen Fugenmassenresten befreit werden.
  6. Dann wird eine neue Fliese eingefügt, nachdem zuvor frischer Fliesenkleber in der Lücke verteilt wurde.
  7. Bei kleineren Fliesen kann der Kleber hingegen direkt auf die Fliesenunterseite aufgetragen werden.
  8. Den beim Festdrücken der neuen Fliese in die Fugen quellenden Kleber gilt es unverzüglich zu entfernen.

 

Abschließend muss bloß noch verfugt werden. Wenn lediglich alte Fugen ausgebessert werden sollen, ist darauf zu achten, dass alle losen Teile sorgfältig entfernt wurden, bevor neue Fugenmasse aufgetragen wird. Für Dehnungsfugen, die an der Hausfassade entlang verlaufen, sollte übrigens keine herkömmliche Fugenmasse, sondern lieber Silikon verwendet werden. Benötigte Werkzeuge:

  • Fräse mit Hartmetallfräseeinsatz
  • Hammer und Meißel oder Schlagbohrer mit Meißelaufsatz
  • Spachtel zum Verteilen des Fliesenklebers (Spachtelzahnung entsprechend zur Fliesengröße)
  • Richtlatte
  • Gummihammer zum Festklopfen der neuen Fliese
  • Gummirakel zum Verfugen
  • Schwamm zum Entfernen überschüssiger Fugenmasse

Benötigte

Materialien:

Balkonsanierung kann bei größeren Mängeln über die Bodenerneuerung hinaus gehenWeitreichende Balkonsanierung


Je länger die zuvor erwähnten Mängel nicht behoben wurden, desto wahrscheinlicher ist es, dass es im Verlauf der Zeit zu schwerwiegenden Folgeschäden gekommen ist. Anderseits können die besagten Mängel auch eine Folge grundlegender Schäden am Balkon oder aber Fehler, die bereits beim Bau des Balkons gemacht wurden, sein. In diesen Fällen sollte eine weitreichende Balkonsanierung zumindest in Erwägung gezogen werden.

 

Wenn jedoch Feuchtigkeit in Hausinnere gelangt, muss der Balkon unbedingt saniert werden. Allerdings gibt es dabei zu viele Herangehensweisen, als dass an dieser Stelle auf ausnahmslos alle in ausreichendem Umfang eingegangen werden könnte, weshalb nun leider bloß zwei Varianten der Balkonsanierung näher vorgestellt werden können.

 

Variante 1 - Neuer Balkonbodenbelag

Die erste Variante ist durchaus gängig, zumal sie den geringsten Arbeitsaufwand verspricht. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass von ihr aus gleich mehreren Gründen abgesehen werden sollte. Jedenfalls wird bei dieser Variante einfach ein

neuer Belag auf dem alten Balkonbodenbelag aufgetragen. Ein gravierender Nachteil dieser Variante ist, dass bei ihr ungewiss bleibt, in welchem Zustand sich die eigentliche Balkonsubstanz befindet, sodass im schlimmsten Fall lediglich optische Mängel und nicht etwa die wirklichen Schäden behoben werden.

 

Außerdem bedeutet ein zusätzlicher Bodenbelag je nach Balkongröße eine enorme Zusatzbelastung, weshalb vorab unbedingt im Bauplan nachgesehen werden muss, wie hoch die maximale Tragfähigkeit des Balkons ist. Jedoch ist dabei anzumerken, dass die tatsächliche Tragkraft des Balkons aufgrund eventuell versteckter Schäden deutlich geringer als im Bauplan vermerkt sein könnte. Bevor der neue Bodenbelag aufgetragen wird, sollte der alte Belag mit einer Schleifmaschine angeraut werden, da so eine bessere Haftung erzielt wird. Der weitere Aufbau des zweiten Bodenbelags entspricht dann der Vorgehensweise bei der zweiten Variante.

 

Variante 2 - Balkonboden neu aufbauen

Bei der zweiten Variante wird zunächst der alte Bodenbelag komplett entfernt. Der klare Vorteil dieser Variante ist, dass auf diese Weise weitestgehend alle möglichen Mängel direkt entdeckt werden. Außerdem nimmt die Gewichtsbelastung, die auf den Balkon einwirkt, im Gegensatz zur ersten Variante nicht zu. Sobald der komplette Bodenbelag rückstandslos entfernt wurde, werden potenzielle Risse ausgebessert. Dann wird geprüft, ob der Balkonboden ein Gefälle, das von der Hauswand aus absteigend verläuft, aufweist. Falls nicht, sollte auf den sauberen Balkonboden eine Schicht Estrich mit einem Gefälle von 2 bis 5 Prozent aufgetragen werden. Idealerweise wurde der Boden vor dem Auftragen des Estrichs noch mit sogenanntem Tiefengrund behandelt.

 

Balkonböden mit Steinen, Fliesen und Holzkonstruktionen haben einen EstrichuntergrundSobald der Estrich ausgehärtet ist, wird er versiegelt. Die wohl einfachste Art der Versieglung dürfte dabei eine wetterfeste und vor allem wasserabweisende Plane sein. Falls mehrere Planen benötigt werden, ist wichtig, dass die jeweiligen Planenden in ausreichendem Maß überlappen. Außerdem sollte die Plane ein Stück weit an der Hausfassade entlang nach oben verlegt werden. Um die Plane gegen Beschädigungen zu schützen, kann zwischen ihr und dem Estrich sowie dem finalen Bodenbelag eine Vliesschicht verlegt werden. Außerdem gibt es sogenannte Dünnschichtdränagensysteme, die optisch an ein Netz oder Gitter erinnern und denkbar einfach auf dem Balkon aufgebracht werden können. Abschließend muss dann nur noch der eigentliche Bodenbelag, wie etwa Fliesen, Holzdielen oder Steinplatten, verlegt werden.

 

Fazit: Überlegungen zur Balkonsanierung


Eine umfassende Balkonsanierung ist selbst dann, wenn man sie selber durchführt, immer mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden, weshalb es ratsam ist, alle noch so unscheinbar oder harmlos wirkenden Schäden unverzüglich zu beheben. Wenn aber dennoch eine komplette Balkonsanierung unausweichlich ist, gilt es die zweite Variante zu bevorzugen. Steht alles fest, ist der Kostenrahmen ist ermittelt und vom Familienrat abgesegnet, der Vermieter hat zugestimmt (lassen Sie sich gegegenenfalls Ihren Entwurf ruhig von ihm abzeichnen), kann es losgehen.