Grillen auf dem Balkon verboten? Gibt es Alternativen?

Grillen auf dem Balkon verboten? Gibt es Alternativen? Grillen auf dem BalkonWenn im Sommer die ganze Wohnstraße nach Grillwürstchen, Steaks und Spareribs duftet, dann ist der Fall klar - es ist endlich wieder Grillsaison! Doch was, wenn all die leckeren Düfte keine Einladung zur eigenen Grillparty nach sich ziehen können, da man nur einen kleinen Balkon hat? Auch auf dem Balkon darf man grillen, sofern man damit niemanden belästigt oder für eine Gefährdung der Nachbarn sorgt.

Grillen auf dem Balkon

- erlaubt oder nicht?


Grillen auf dem Balkon ist zunächst gestattet, wenn es keine andere Regelung dazu gibt, was das Amtsgericht Essen beschlossen hat (10 S 438/01). Es kann allerdings durch eine Klausel im Mietvertrag untersagt werden, sodass man vor der Einladung zur Balkon-Grillparty unbedingt einen Blick in die Regelungen des Mietvertrags werfen sollte. Halten sich Mieter nicht daran, droht ihnen die fristlose Kündigung, sodass man die Untersagung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Untersagt werden kann das Grillen auf dem Balkon unabhängig von der Art des Grills; es spielt keine Rolle, ob Holzkohle- oder Elektrogrill. Der Rauch kann Mitmieter stören und Grund zum Streit liefern, sodass die Untersagung rechtmäßig ist.

Vorsicht bei Qualm und Rauch

Solange die Nachbarn durch Qualm und Rauch nicht belästigt werden, kann man grundsätzlich auf dem Balkon grillen und dürfte nichts zu befürchten haben. Übertreiben sollte man es nicht - wenn man jedes Wochenende grillt, sollte man sich nicht wundern, wenn die Nachbarn das nicht mehr gut finden, denn auch die Gerüche tragen zur Belästigung bei. Drei- bis sechsmal jährlich wurde von den meisten Gerichten als zulässiger Wert betrachtet. Streit und damit eine Untersagung des Balkon-Grillens kann man verhindern, indem man Qualm und Rauch verhindert. Alufolien und Aluschalen helfen, das zu vermeiden - sie sollten beim Grillen auf dem Balkon immer eingesetzt werden, um auch den Nachbarn guten Willen zu beweisen. Auch kann man die Nachbarn einfach einmal einladen und sie damit gnädiger stimmen - denn der meiste Nachbarschaftsstreit entsteht, wenn sich die Nachbarn dadurch wirklich gestört fühlen, da sie etwas ganz anderes tun, während man selber grillt. Qualm und Rauch beim Mitgrillen stört dagegen niemanden, immerhin bekommen sie etwas dafür.

Alternativen zum Balkon-Grillen

Stress und Ärger durch Grillpartys auf dem Balkon kann man sich ersparen, wenn man einfach auf sie verzichtet. Aufs Grillen selber muss man jedoch nicht verzichten, denn wer lässt sich schon gerne den Spaß nehmen, wenn sich das Wetter einfach anbietet? In den meisten Städten gibt es ausgewiesene Grillflächen, meistens auf Wiesen oder in der Nähe von Badeseen, die man aber viel stressfreier dafür einsetzen kann. Dort ist Grillen ausdrücklich erlaubt und man kann die Freunde einfach dahin einladen oder die Familie auf einen Ausflug mitnehmen. Auf solchen Grillwiesen und Grillflächen müsste man natürlich darauf achten, die
anderen Anwesenden nicht zu stören und sich an die gängigen Regeln zu halten, also beispielsweise den anfallenden Müll wieder mit nach Hause zu nehmen. Eine weitere Alternative wäre, im Freundes- und Bekanntenkreis herumzufragen, wer einen Garten hat, in dem man ohne Probleme und Ärger mit den Nachbarn grillen könnte.

Leckeres GrillenVielleicht

haben die Eltern eines Freundes einen Garten und würden ihn für einen Grillabend zur Verfügung stellen, wenn man sie nett fragt und einlädt, sich auch etwas vom Grill zu nehmen. Alternativ kann man mit dem kleinen Elektrogrill einfach in der Wohnung bleiben und dort am Küchentisch mit den Freunden grillen. Es gibt sehr kleine Elektrogrills, die auf jeden Tisch passen und von dem die Nachbarn überhaupt nichts bemerken würden. Sie verursachen keinen Qualm und auch keine unangenehmen Gerüche, müssen aber nach der Nutzung sorgfältig gereinigt werden, damit sie auch ein weiteres Mal gerne genutzt werden. Draußen auf dem Balkon essen kann man danach schließlich immer noch.

Tipps fürs Grillvergnügen auf dem Balkon:
  • Qualm und Rauch mithilfe von Alufolie und Aluschalen vermeiden
  • Nachbarn einladen; wer mitgrillt, streitet nicht
  • Alternativen nutzen: Grillwiesen, Gärten, öffentliche Plätze mit Grill-Erlaubnis, ...
Grillen, aber richtig!

Keine Frage - das Grillen zählt zum Lieblingssommersport der Deutschen. Doch was macht der bemitleidenswerte Mitbürger ohne Garten und Terrasse? Das Grillen auf dem Balkon bleibt, jedenfalls im Mehrfamilienhaus, weiterhin umstritten:

Durch Funkenflug kann leicht der Dachstuhl oder der Balkon über dem Grill Feuer fangen, Rauch und Qualm ziehen in die eigene Wohnung und in die der Nachbarn durch Fenster und Türen.
Will man richtig grillen, empfiehlt sich nur ein Holzkohlegrill. Doch gerade Holzkohle hat eine sehr hohe Rauchentwicklung und ist deshalb für Balkonbesitzer kaum geeignet. Wer auf seinem Balkon regelmäßiger grillen möchte, muss schon zu einem Elektrogrill greifen, hier ist die Rauch- und Qualmentwicklung, bei korrekter Anwendung, beinahe gleich Null.

Grillen auf dem Balkon Auf einem Balkon ist meistens wenig Platz – deswegen reicht es manchmal sogar nur für einen Tischelektrogrill, der am besten mit einem heißen Stein ausgestattet sein sollte. Vorsicht: Bei falscher Handhabung (bei vielen Geräten muss Wasser in den Boden gefüllt werden), kann man sich schon mal die Tischplatte ankohlen.
Die Nachteile von Elektrogrills liegen auf der Hand: Der Geschmack eines auf dem Elektrogrill zubereiteten Stück Fleischs ist meist nicht so gut wie der eines über Holzkohle gegrillten. Außerdem werden Elektrogrills wesentlich schneller heiß als Holzkohlegrills. Grillen heißt für die Meisten auch geselliges Beisammensitzen, das durch die kurze Aufwärmzeit verkürzt wird. Für die Eiligen unter uns natürlich ein Vorteil...
Funkenflug ist logischerweise bei Elektrogrills nicht vorhanden – ganz im Gegensatz zu Holzkohlegrills: Ein kleiner Windstoß oder etwa zu viele Kohlen können leicht das Dach oder den Balkon des Nachbarn in Brand stecken, vor allem im trockenen Sommer; außerdem können Gerüche und dichter Qualm ungehindert in das Haus eindringen – bei pingeligen Nachbarn nicht gerade angenehm.

Das Beste ist, sich abzusichern: Ein Blick in den Mietvertrag stellt meist klar, ob und wie oft sie auf ihrem Balkon grillen dürfen. Ansonsten hilft bestimmt ein freundliches Gespräch mit den Nachbarn – sind sich alle im Haus einig, dass es nicht stört, steht dem Grillspaß nichts mehr im Wege.
So sieht es aktuell rechtlich zum Thema „Grillen auf dem Balkon“ aus:

Infos vom Mieterverein München (externer Link)