Holzterrasse anlegen - Tipps zu Unterbau, Materialien und Bau

Holzterrasse anlegen - Tipps zu Unterbau, Materialien und Bau Terrassen aus Holz sind bewährt - es gibt viele BauformenDie am häufigsten verbreitete Bauform einer Terrasse wird ebenerdig und in direkter Verlegung der Platten im Kiesbett oder auf einem Betonestrich erstellt. Sie ist in relativ kurzer Bauzeit abgeschlossen und hat den Vorteil des barrierefreien Zuganges von der Gartenseite aus.

Bauformen von Terrassen

Es gibt aber auch Situationen, in denen sich der Austritt z. B. aus

der Terrassentür des Wohnzimmers wesentlich über dem Höhenniveau des Außengeländes befindet. Das Hochparterre oder eine nach außen hin abfallende Hanglage sind die klassischen Beispiele dazu. In einem solchen Fall wäre es erforderlich, diesen Höhenunterschied am Austritt mit einer oder oft sogar mehreren Treppenstufen zu überbrücken. Ihr Nachteil besteht darin, dass diese Stufen wertvolle Grundfläche der Terrasse beanspruchen würden. Außerdem wären sie eine hochgradige Stolperfalle.

An dieser Stelle fällt die Entscheidung zwischen diesen Treppenstufen oder einer erhöhten Terrasse, an welche sich eine formschön gestaltete Treppe in den Garten anschließt. Hier sind dem Gestaltungsspielraum kaum Grenzen gesetzt. Erforderlich ist dazu jedoch eine Plattform in Höhe des Austritts aus dem dahinterliegenden Zimmer. An sie werden hohe Anforderungen bezüglich der Tragfähigkeit gestellt, die als Verkehrslast bezeichnet wird. Andererseits ist eine solche Plattform kein bauanzeigepflichtiges Bauvorhaben und deshalb liegt die Verantwortung in deren Tragfähigkeit allein in den Händen des Bauherren.

Welche Materialien eignen sich?
  • Für den versierten Heimwerker und Selberbauer ist Holz das favorisierte Material für eine solche erhöhte Terrasse.
  • Den Unterbau bilden Beton- oder Klinkersockel, auf die die Tragbalken in Querrichtung, also jeweils von der Hauswand weg, aufgelegt werden.
  • Auf diese Balken werden in Längsrichtung starke Baudielen als Aufnahme des Deckbelages aufgeschraubt.
Der Höhenunterschied zwischen dem Austritt aus dem Haus und dem Geländeniveau entscheidet, ob der unter der Terrasse entstehende Hohlraum genutzt werden kann. Bei entsprechender Höhe kann
statt der einzeln stehenden Sockel, die die Balken aufnehmen, auch ein durchgehendes tragfähiges Mauerwerk errichtet werden.

Wie erfolgt der Rohbau?

Als Beispiel soll eine Terrasse dienen, deren Fläche 6 m Länge an der Hauswand und 3m in der Breite beträgt. Sie muss einen Höhenunterschied von 25 cm zwischen dem Austritt aus dem Haus und dem Geländeniveau überbrücken. Der Hohlraum darunter ist deshalb nicht nutzbar. Er muss jedoch so abgeschlossen werden, dass Ungeziefer und Nagetiere weitestgehend davon ferngehalten werden.

Auf Fundament und Unterbau einer Terrasse ist das Hauptaugenmerk zu legenZunächst werden die Fundamente mit den Außenmaßen 25x25 cm bis in eine frostsichere Tiefe von ca. 80 cm betoniert. Ihre gleichmäßigen Anstände in der Längsrichtung betragen 75 cm, also bei 6m Terrassenlänge 8 Fundamente. In Querrichtung beträgt das Rastermaß der Fundamente 1,5 Meter. Ihre Gesamtzahl beträgt also 24 Fundamente. Zwischen den außen liegenden Fundamenten wird ein durchgängiges Streifenfundament, 30 cm tief und 15 cm breit, betoniert. Wichtig ist, dass diese Fundamente mit einem Nivelliergerät untereinander genauestens in Waage eingemessen werden.

Auf die äußeren Fundamente werden 3 Schichten Sichtklinker im Außenmaß 24x24 cm aufgemauert. Bei den verbleibenden, später nicht sichtbaren Fundamenten,

können aus Gründen der Kostenersparnis normale Mauerziegel verwendet werden. In jeden auf diese Weise entstehenden Sockel wird beim Aufmauern mittig ein Gewindestab M12 mit eingesetzt, der 10 cm oben aus dem Sockel herausragt.

Die Streifenfundamente zwischen den äußeren Sockeln werden mit den gleichen Sichtklinkern und in gleicher Höhe mit den Sockeln aufgemauert. Ungefähr jede fünfte senkrechte Fuge wird nicht mit Mörtel versehen und auf diese Weise entstehen die Lüftungsschlitze, die später den Hohlraum belüften. Sie werden von innen mit einem PVC-Fliegengitter im Fliesenkleberbett verschlossen.

Der Boden unter der späteren Terrasse wird zwischen den Sockeln 10 cm tief ausgehoben und geglättet. Darauf wird ein engmaschiges Metallgitternetz gegen Wühlmäuse aufgelegt und mit einem Vlies bedeckt. Den Abschluss bildet eine Lage Kies oder Splitt.

Die Montage

Die Arbeiten an den Sockeln und am Unterbett sind abgeschlossen. Nun werden die Balken mit dem Maß 10x8 cm und 3 m Länge auf die Sockel aufgeschraubt. Dazu erhalten sie Löcher von 14 mm Durchmesser und einem Senkloch von 3 cm Tiefe zur Aufnahme der Muttern. Sie werden auf die Gewindestangen aufgesteckt und mit Muttern und Unterlegscheiben festgezogen. Untergelegte Plastikscheiben sorgen dabei für ein Gefälle von einem Prozent. Diese Balkenlage ist später nicht sichtbar und wird deshalb durchgängig mit einem Bitumen-Kaltanstrich versehen.

Abschließend werden die Baudielen aufgeschraubt, deren Unterseite ebenfalls vorher mit diesem Bitumenanstrich versehen wurde. Sie dienen als Unterlage z. B. von Hartholzbrettern aus Akazie oder Robinie etc., die auf einer Konterlattung verlegt werden.

Fertige Holzterrasse mit aufgeschraubten DielenMaterialien
  • Ca. 40 Säcke Betonestrich (oder Eigenherstellung aus Betonkies und Zement)
  • 260 Sichtklinker
  • 150 Mauerziegel
  • 18 m² feinmaschiges Eisendrahtgeflecht
  • 18 m² Teichvlies
  • 8 Balken 10x8x300 cm

  • 16 m Gewindestange M12
  • 24 Muttern M12 und U-Scheiben
  • 18 m² Baudielen
  • Bitumen-Kaltanstrich
  • 18 m² Deckbelag nach individueller Vorstellung