Natürlichen Sichtschutz im Garten anlegen

Natürlichen Sichtschutz im Garten anlegen Natürlicher Sichtschutz kann konstruktiven Sichtschutz auf Dauer überflüssig machenEinen Sichtschutz im Garten anzulegen, bedeutet einen grundlegenden Eingriff in die Struktur der Bepflanzung. Er soll vor neugierigen Blicken schützen, kann aber auch gleichzeitig vielen Pflanzen das nötige Licht und Nährstoffe entziehen. Deshalb ist eine ausführliche Planung vor dem Anlegen eines natürlichen Sichtschutzes äußerst wichtig.

Zu welchem Zweck wird ein natürlicher Sichtschutz angelegt?

Ein Sichtschutz kann angelegt werden, indem der Garten insgesamt abgegrenzt wird. In diesem Fall wird

eine Hecke angelegt, zu der der Pflanzenfachhandel viele Möglichkeiten bereithält. Diese werden an späterer Stelle noch vorgestellt.

Besonders in großen Gärten ist aber auch ein teilweiser Blickschutz sehr attraktiv. Er grenzt bestimmte Gartenbereiche voneinander ab und ermöglicht z. B. die Einrichtung einer kleinen Liegewiese innerhalb des Gartens. Reizvoll ist dabei auch die Einrichtung von „Abteilen“, in denen der Garten in verschiedene Wuchsformen wie Heidegarten, Kräutergarten, Rosengarten und viele andere Besonderheiten unterteilt wird. Diese Form ist vor allem für Gartenliebhaber interessant, die gern experimentieren.

Schließlich ist dann noch der Sichtschutz für die Veranda. Eine Palisadenwand und andere Konstruktionen wirken immer endgültig und unnatürlich. Ein natürlicher Sichtschutz hingegen wird meist in Form von rankenden Kletterpflanzen geschaffen.

Sehen und nicht gesehen werden

Ein natürlicher Sichtschutz soll schützen, aber nicht versperren. Es ist zwar wichtig, neugierige Blicke fernzuhalten. Wenn dieser Sichtschutz jedoch den Blick auf die eigenen Blumenrabatten oder den Teich versperrt, hat er seinen Sinn verfehlt. Deshalb ist es wichtig, vor dem Anlegen des Sichtschutzes Sichtachsen festzulegen. Ein gut platzierter Sichtschutz innerhalb des Gartens grenzt nicht ab, sondern reiht sich natürlich in das Ambiente ein.

Welche Pflanzen eignen sich für eine Hecke als Sichtschutz?

Wohl jeder Gartenbesitzer möchte, dass sein äußerer Sichtschutz nicht viele Jahre benötigt, bis er die erforderliche
Höhe erreicht hat. Das Experimentieren mit exotischen Gehölzen ist deshalb äußerst unzweckmäßig, auch wenn sie später das besondere Flair ausstrahlen würden. Wer sich für ein solches Gehölz interessiert, sollte es später als Solitärstrauch innerhalb des Gartens verwendet. Die gebräuchlichsten und schnell wachsenden einheimischen Heckengewächse sind:
  • Forsythie
  • Hainbuche
  • Liguster
  • Heckenkirsche
  • Thuja als Nadelgehölz
Diese Sorten eignen sich ebenfalls für „Abteil“-Hecken innerhalb des Gartens. Sie sind außer die Thuja äußerst schnittverträglich. Dennoch sollten sie bis zum Schnitt niemals wesentlich höher austreiben als bis zur gewünschten Endhöhe.

Kletterpflanzen an der Terrasse

Eine Terrasse lässt sich sehr schön mit einem blühenden Rankspalier vor neugierigen Blicken schützen.
  • Kletterrosen sind oftmals der uneingeschränkte Favorit, obwohl sie einer gründlichen Pflege bedürfen. Ihr regelmäßiger Schnitt und die Entfernung verblühter Blütenstände nehmen sehr viel Zeit in Anspruch.
  • Auch Clematispflanzen können am passenden Standort natürlichen Sichtschutz bietenWeniger Zeit erfordert die Prunkwinde, die sich durch ein schnelles und problemloses Wachstum auszeichnet. Auch Hopfen ist gut geeignet. Er überwuchert nach den ersten Jahren des Wachstums, wenn gewünscht, sogar das Dach der Terrasse.
  • Waldrebe (Clematis) sieht zwar sehr reizvoll aus. Als freistehender Sichtschutz ist sie an den meisten Standorten jedoch ungeeignet, weil sie sehr windanfällig ist und auch keine direkte Sonneneinstrahlung verträgt.
Freiwachsender Sichtschutz

Als natürlicher Sichtschutz eignen

sich nahezu alle frei wachsenden Gehölze. Sie sind während ihrer Blütezeit eine Augenweide. Wenn sie bewusst innerhalb der eigenen Sichtachsen platziert worden sind, lenken sie die Blicke auf sich und versperren gleichzeitig den Einblick von außen. Die Auswahl ist riesig. Genannt werden sollen deshalb nur die gebräuchlichsten Blühsträucher in frei wachsender Form:
  • Zaubernuss blüht bereits ab Januar
  • Forsythien ab März
  • Kirschlorbeer im April
  • Weigelie ab Mai, oft zweimal wiederkehrend
  • Roseneibisch mit einem Meer großer Blüten im Mai
  • Jasmin gefüllt oder ungefüllt im Mai
Mit etwas Geduld lassen sie sich, vor allem in Verbindung mit Hartriegel oder Kirschlorbeer, auch zu frei wachsenden, äußeren Hecken heranziehen.

Bäume als Sichtschutz

Manchmal ist es nur das Giebelfenster des Nachbarn oder seine Dachflächenfenster, die den Einblick direkt auf unsere Terrasse oder unsere Liegewiese gewähren. Auch hier fällt wieder das Stichwort Sichtachse. Ein Baum direkt auf dieser Linie gepflanzt, bringt Abhilfe. Es dauert zwar einige Jahre und Obstbäume haben ein zu lichtes Astwerk. Eine japanische Zierkirsche hingegen ist im Mai von einem überwältigenden Blütenmeer übersät und verliert erst im Spätherbst die Blätter ihrer dichten Krone.

Sichtschutz aus Naturmaterial

Eine natürliche Ausstrahlung hat auch ein Sichtschutz mit Bastmatten, hochwachsenden Gräsern, China-Schilf oder Bambus. Mit ihnen lässt sich bei geschickter Platzierung ein Ambiente wie auf Robinsons Insel erzielen. Besonders in Hanglagen sind aber auch Natursteinmauern mit Bepflanzung empfehlenswert.

Wichtig ist in allen Fällen, Sichtachsen zu schaffen und sich niemals selbst den Blick in den Garten zu versperren.