Terrassendach bauen - Kosten- und Zeitaufwand

Terrassendach bauen - Kosten- und Zeitaufwand Eine Überdachung bereichert eigentlich jede Terraaae - nicht nur optisch, sondern auch aus praktischen GründenViele Besitzer von Einfamilienhäusern oder Gärten versehen ihren Sitzplatz im Grünen mit einer Terrassenüberdachung. Oftmals begehen sie dabei jedoch gravierende Fehler, die sich später nicht korrigieren lassen. Häufigster Fehler ist der Verzicht auf ausreichenden Lichteinfall.

Wie sollte ein Terrassendach beschaffen sein?

Die einfachste und preiswerteste Form einer Terrassenüberdachung besteht in einer Holzkonstruktion, die mit gewellten Bitumendachplatten eingedeckt wird. Ihr

Nachteil als Terrassendach besteht jedoch darin, dass die Platten undurchsichtig sind und deshalb kein Licht durchscheinen lassen. Eine solche Terrasse ist deshalb immer relativ dunkel. Noch gravierender ist die Auswirkung des verhinderten Lichteinfalls auf das dahinter liegende Zimmer. Abhilfe bringt die Verwendung von transparenten Wellplatten aus Polycarbonat oder von Doppelstegplatten. Sie sorgen für einen ausreichenden Lichteinfall auf der Terrasse und auch im Zimmer dahinter.

Die zweite Materialfrage betrifft die tragende Konstruktion der Terrassenüberdachung. Industriell gefertigte Überdachungen bestehen meist aus einer Stahl- oder Aluminiumkonstruktion. Ihr Anschaffungspreis ist dementsprechend hoch. Sie im Eigenbau herzustellen, ist nur mit sehr großem Aufwand möglich. Bei Aluminium stehen dem vor allem die Schweißarbeiten entgegen und eine Stahlkonstruktion muss nach der Anfertigung gegen Korrosion verzinkt und möglichst farblich pulverbeschichtet werden. Diese Arbeiten sind vom Heimwerker kaum zu bewältigen. Deshalb ist Holz das bevorzugte Baumaterial, um eine solche Konstruktion im Eigenbau herzustellen.

Welche Materialien werden benötigt?

In diesem Beispiel soll von einer Terrassengröße von 6 Metern Länge an der Hauswand und 3 Metern Breite ausgegangen werden. Alle tragenden Teile werden aus Kantholz 8x8 m gefertigt. Die Dachlatten, auf denen die Platten befestigt werden, bestehen aus Kanthölzern circa 3,5x6 cm. Die Oberkante des dahinter liegenden Fensters befindet sich bei 2,20 m. Der Sturz über dem Fenster besteht aus Beton.

Zunächst werden an der Vorderkante der Terrasse die Bodenhülsen für
die senkrechten Pfeiler einbetoniert. Diese führen die Baumärkte in der entsprechenden Abmessung. Bei unserer 6 Meter breiten Veranda werden zwei Bodenhülsen an den vorderen Ecken und dazwischen zwei weitere Hülsen im gleichmäßigen Abstand von 1,5 Metern benötigt. Dem Beton sollte mindestens eine Woche Zeit zum Aushärten gegeben werden.

Über der gesamten Länge der Veranda wird in einer Höhe von 2,40 m durchgängig ein Kantholz 600x8x8 cm montiert. Es wird mittels Stahl-Schwerlastdübeln 12x200 mm im Abstand von ca. 50 cm im Beton angebohrt und befestigt.

Die Bodenhülsen dienen der Aufnahme der vorderen Stützen. Sie bestehen aus Kanthölzern 200x8x8cm und werden am oberen Ende mit einem waagerechten Kantholz 600x8x8 cm verbunden. Die Verbindung kann mit Wiener Schrauben 10x150 mm erfolgen und die Schraubenköpfe werden im Holz versenkt.

Günstige Lösung: Terrassenüberdachung aus Holz mit Stegplatten als AbdeckungNun werden die waagerechten Kanthölzer an der Hauswand und an den vorderen Stützen mit Kanthölzern 320x8x8 cm im Abstand von je einem Meter verbunden. Dies sind die Dachbalken, auf denen im Anschluss die Dachlatten im Abstand von 50 cm aufgeschraubt werden. Die Dachbalken sind 20 cm länger als die Terrassenfläche, damit ausreichend Platz zur Montage einer Dachrinne vorhanden

ist.

Montage der Wellplatten oder Doppelstegplatten

Materialstückliste:
  • 2 Stück Kanthölzer 600x8x8 cm (Wandseite)
  • 2 Stück Kanthölzer 600x8x8 cm (Stirnseite)
  • 4 Stück Kanthölzer 200x8x8 cm (senkrechte Stützen)
  • 6 Stück Kanthölzer 320x8x8 cm (Dachbalken) unbedingt in Ganzen
  • 42 m Kantholz ca.3,5x6 cm (Dachlatten)
  • 20 m² transparente Wellplatten aus Polycarbonat oder
  • 20 m² transparente Doppelstegplatten 8 mm stark

  • 4 Stück Bodenhülsen 8x8x50 cm
  • 8 Stück Stahl-Schwerlastdübel 12x200 mm
  • 8 Wiener Schrauben 10x150 mm (für Dachbalken haus- und stirnseitig)
  • Holzschrauben für Dachlatten und Plattenverschraubung
  • 1 Eimer Holzschutzgrundierung 1,5 Liter
  • 1 Eimer Holzschutz-Dickschichtlasur 1,5 Liter
Zeit- und Kostenaufwand der Baumaßnahme

Selbstverständlich dauert alles seine Zeit, aber für einen passionierten Heimwerker ist der Bau einer solchen Terrassenüberdachung eine ambitionierte Freizeitbeschäftigung und bereitet Freude. Wichtiger als ein schnelles Ergebnis ist, sorgfältig zu arbeiten. Alle Hölzer müssen genauestens zugeschnitten werden. Die Bodenhülsen müssen genau in der Flucht stehen und die Stützen müssen während der Montage mehrmals mit der Wasserwaage auf ihren senkrechten Stand hin kontrolliert werden. Beim Aufschrauben der Dachplatten darf das Drehmoment nicht zu groß sein, damit diese nicht beschädigt werden oder sich Mulden bilden.

Beim abschließenden Holzschutz müssen die vorgeschriebenen Trocknungszeiten unbedingt eingehalten werden. Die effektive Arbeitszeit beträgt ungefähr 20 Stunden. Inclusive der Trocknungszeiten etc. nimmt der Bau dieser Terrassenüberdachung durchaus zwei Wochen in Anspruch.

Die Kosten:
  • 40 m Kantholz 8x8 cm 320,00 €
  • 42 m Kantholz 3,5x6 m 25,00 €
  • 20 m² Wellplatten Polycarbonat 170,00 € oder
  • 20 m² Doppelstegplatten 8 mm 270,00 €

  • 4 Stück Bodenhülsen 25,00 €
  • 8 Stück Stahl-Schwerlastdübel 16,00 €
  • Holzschutzgrundierung 15,00 €
  • Holzschutzlasur 30,00 €
Gesamt circa 600,00 € mit Wellplatten oder 700,00 € mit Doppelstegplatten. Die Investition lohnt sich und ihr Vorteil wird beim ersten leichten Regen spürbar.