Anleitung zum Verlegen von Terrassenplatten

Anleitung zum Verlegen von Terrassenplatten Terrassenplatten sind bestenfalls auf Beton oder Splitt zu verlegenTerrassen, die mit Platten belegt worden sind, befinden sich oftmals in einem sehr schlechten Zustand. Sie sind uneben, in ihren Fugen wächst Moos und die Platten sind durch eingedrungene Feuchtigkeit unansehnlich geworden. Der Hauptgrund für dieses Manko besteht darin, dass in der Vergangenheit die Witterungseinflüsse viel zu wenig beachtet wurden.

Das Hauptproblem besteht, oberflächlich gesehen, in unzureichendem Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit. Die Ursachen indessen gehen tiefer und bestehen in den

unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der verwendeten Baustoffe. Die intensive Sonneneinstrahlung im Hochsommer gibt dazu den Anstoß. Jeder, der schon einmal barfuß über Terrassenplatten gelaufen ist, hat die enorme Hitzeentwicklung kennengelernt. Damit verbunden ist jedoch eine erhebliche, flächenmäßige Ausdehnung der verwendeten Platten.

Überall, wo der darunter befindliche Fußbodenaufbau oder das Material der Verfugung diese Ausdehnung der Platten nicht kompensieren, bilden sich feinste Haarrisse. In diese dringt zukünftig das Regenwasser ein und erste Moose siedeln sich an. Sie entwickeln eine enorme Kraft, welche die Risse vergrößert. Wenn im nächsten Winter die enthaltene Feuchtigkeit gefriert, sprengt das Eis den Plattenbelag irreparabel auseinander.

Die Verwendung der richtigen Materialien in einem kompletten System ist deshalb die Grundvoraussetzung für einen dauerhaften Belag auf der Terrasse!

Welche Möglichkeiten des Plattenbelages gibt es?
  • Die dauerhafteste Form, Terrassenplatten zu verlegen, besteht in einem Untergrund aus Beton. Eine solche Bodenplatte mit einer abschließenden Gefälle-Estrichschicht gewährleistet nicht nur einen festen Untergrund. Unter der Voraussetzung, dass bei ihrer Herstellung sorgfältig gearbeitet wurde, ermöglicht sie eine problemlose Verlegung der Platten. Beton bringt aber auch den Vorteil mit sich, dass Unkräuter von diesem Terrassenbelag ferngehalten werden. Ihr Nachteil besteht in dem kräfte- und kostenintensiven Aufwand bei der Herstellung. Diese Bodenplatte sollte circa 20 cm stark und mit Armierungsgittern aus Betonstahl bewehrt sein. Außerdem ist einiges Schalungsmaterial erforderlich, welches später kaum noch verwendbar ist. Der Aufwand zu diesem soliden Untergrund ist deshalb
    insgesamt sehr hoch.

  • Eine weitere Form besteht darin, die Platten in einem festen Untergrund aus Splitt zu verlegen. Aber auch dazu muss der Untergrund intensiv vorbereitet werden. Zunächst wir der Boden ca. 20 cm tief ausgehoben. Von dieser Fläche werden sämtliche Steine und tiefer gehende Wurzeln entfernt. Im Anschluss daran folgt als Grundlage gegen treibende Unkräuter ein Vliesbelag, der jedoch in der Lage sein muss, Feuchtigkeit in das darunter liegende Erdreich abzuleiten. Auf dieses Vlies wird nun mehrschichtig Kies aufgebracht und mit einer Rüttelplatte intensiv verdichtet. Gleichzeit erhält diese Schicht ein einprozentiges Gefälle nach der Seite, in die später das Regenwasser abfließen soll. Ein stärkeres Gefälle ist nicht empfehlenswert, weil diese Schräglage später bei der Benutzung der Terrasse ein unangenehmes Gefühl verursachen würde. Diese Kiesschicht muss unbedingt eben sein, denn sie dient später der Verlegung der Platten.
Beide Gründungen haben ihre Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil einer Bodenplatte aus Beton besteht darin, dass sie nahezu endgültig ist. Jede spätere Veränderung der Terrasse ist mit aufwendigen Arbeiten verbunden.

Natursteinplatten verlegt man am besten lose im KiesbettDie Verlegung der Platten

Auf dem Beton erfolgt die Verlegung mit

einem Flexkleber, der ausdrücklich für Verlegungen im Freien konzipiert ist. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Platten in einem Mörtelbett zu verlegen. Dies erfordert jedoch sehr viel Übung, über die oftmals nur versierte Fliesenleger verfügen:
  • Die Verfugung erfolgt mit speziellen flexiblen Fugenmassen, denen zusätzlich eine flüssige Komponente für Flexfugen zugegeben werden muss.
  • Je nach Größe der Terrasse ist es jedoch sinnvoll, in Abständen von jeweils 1,5 Metern Dehnungsfugen in Querrichtung einzuarbeiten.
  • Der Baustoffhandel bietet dazu spezielle Leisten aus Kunststoff oder Metall.
  • Diese Dehnungsfugen können aber auch in Form von Silikon hergestellt werden, welches farblich mit den Flexfugen abgestimmt wird.
Bei der Verlegung im Kiesbett dient eine dünne Schicht feinkörniger Kies oder Splitt als Untergrund:
  • Er wird mit einem Richtscheit auf dem Untergrund ausgebreitet und nochmals auf seine Gefällerichtung hin überprüft.
  • Dann werden die Platten mit dem Gummihammer sorgfältig in diesem Bett fixiert und ständig mit dem Richtscheit auf ihre korrekte Lage zueinander überprüft.
  • Abschließend werden die Fugen mit Splitt ausgefüllt. Oftmals machen Setzungserscheinungen ein späteres, nochmaliges Auffüllen der Fugen erforderlich.
Welche Platten sind für welche Anwendung geeignet?

Auf Beton können alle Fliesen verlegt werden, die der Baustoffhandel als frostsicher anbietet. Wichtig ist, dass sie hochgradig rutschhemmend sind. Die Auswahl an Dekoren und Formaten ist bei der Verwendung von Fliesen besonders groß. Auf dem Beton können aber auch Natursteinplatten oder Terrazzo im Mörtelbett verlegt werden. Für die Verlegung im Kiesbett kommen ausschließlich Natursteinplatten, Terrazzo oder Betonplatten infrage. Sie sind stärker und gewährleisten bei dieser Verlegungsart eine zufriedenstellende Bruchsicherheit.

Generell gilt: Gründlichkeit bei der Vorbereitung und Verlegung sorgt für einen langfristig haltbaren Terrassenbelag.