Terrasse als Tor zum Garten- Gestaltungsideen, Gestaltung

Terrasse als Tor zum Garten- Gestaltungsideen

Eher nebensächlich waren sie in alten Bauerngärten, beschränkten sich meist auf eine Bank für kurze Verschnaufpausen oder das Gespräch mit den Nachbarn.

In den herrschaftlichen Anlagen hingegen hat man Zeit, sich im Grünen aufzuhalten und gemütliche Mußestunden an eigens dafür, zum Teil sogar sehr aufwendig geschaffene Plätzen zu verbringen. In unseren Wohngärten schließlich fanden die Aufenthaltsräume mit steigendem Freizeitanteil immer größere Beachtung. Wer schon möchte auf stille Lesestunden im schattigen Eckplätzchen oder die Geselligkeit auf der Terrasse verzichten?


/>Die Terrasse als Raum zu bezeichnen, kann beinahe wörtlich genommen werden, denn sie bildet den gestalterischen Übergang von drinnen nach draußen, ist aber mit dem Wohnbereich sehr eng verbunden. Tätigkeiten wie spielende Kleinkinder zu beaufsichtigen, Post zu erledigen oder die gemeinsamen Mahlzeiten finden bei schönem Wetter vorzugsweise im Freiraum statt. Somit benötigt das erweiterte Wohnzimmer auch eine ähnliche Ausstattung, möglichst festen Boden unter den Füßen, den Anschluss zum Haus, zweckmäßiges Mobiliar und eine gemütliche Atmosphäre.

Was sich bis heute zum grünen Salon entwickelt hat, wurde ursprünglich aus anderen Motiven geschaffen. Natürliche Geländestufen, aber vor allem zu diesem Zweck großflächig angeschüttete Absätze, die wörtliche Übersetzung des Wortes Terrasse bedeutet Erdaufhäufung, wurden angelegt, um großzügige Aufsichten auf tiefer gelegenes Terrain oder in die Landschaft zu haben. Die Abstufung vorhandener Steilhänge war außerdem eine Möglichkeit, in schwierigen Geländesituationen dennoch Nutzflächen zu schaffen.

Erhöhte Terrassenflächen sind auch in unseren Gärten häufig anzutreffen, wenn der Freisitz, vorgegeben durch die Höhenlage des Hauses, über dem Niveau des übrigen Geländes liegt. Denn seiner Funktion entsprechend ist es meist zweckmäßig, den Übergang zwischen haus und grünem Wohnzimmer auf einer Ebene zu schaffen. Ein Höhenunterschied wird, möglichst in Etappen, in dahintergelgenen Gartenteilen aufgefangen. Wer sein Grün jedoch nicht ausreichend Gelegenheit bietet, die Aufenthaltsfläche gegen neugierige Blicke von außen abzuschiermen, wird es geschickter sein, den Freisitz einige Stufen tiefer zu legen.

Der Standort einer Terrasse ergibt sich in erster Linie paus der Lage des Hauses, die im Idealfall auch den Wünschen der Nutzer entspricht. Der Freisitz nach west- Südwesten ausgerichtet, lässt sich bis Sonnenuntergang besitzen, die Vormittagssonne scheint in Ost- Südostlage auf den Frühstückstisch. Südlagen sind im Hochsommer nur unter einem Schattenspender zu ertragen. Wenn die Sonne aber keinen geeigneten Platz am Hause findet, müssen lichthungrige Gartenliebhaber an einen großzügig angelegten Sitzplatz in sonnigeren Bereichen denken.

Die Terrassengröße ist nicht mit Formeln zu ermitteln, denn die einzelnen Unbekannten wie Familienstärke, Nutzungswünsche, Haus- und Gartengröße sind nur zu
verschieden. Als Anhaltswert ist der Platzbedarf des Mobiliars zu nennen: Ein runder Tisch und vier bis sechs Stühle beanspruchen ca. zehn Quadratmeter Fläche, die Tafel für acht Personen braucht schon vier Quadratmeter mehr, und wer zusätzlich Spielfläche freihalten oder Liegestühle aufstellen möchte, sollte mit 30 Quadratmeter rechnen.

Sitzplätze sind wesentlich genügsamer. Häufig handelt es sich um schlicht ausgestattete Fleckchen, in denen man dem allgemeinen Trubel entgehen und in Ruhe lesen oder ausruhen kann. Die kleinste Lösung ist ein Stuhl, aufgestellt, wo man besonders gern verweilt, ein Teich, der Schatten eines Baumes oder ein anderer Blickwinkel in den Garten ziehen den Betrachter in ihren Bann.

Ob Sitzplatz oder Terrasse, weder

Zugluft noch neugierige Blicke sind willkommen. Am Haus sorgen die Baulichkeiten, etwa das vorgezogene Nachbarhaus oder die Garagenwand manchmal für Schutz. Sind solche Hilfen nicht gegeben, bieten Pflanzen, textile Elemente, Zäune und Mauern ihre Unterstützung an. Auf den Bau massiver Schutzschilder sollte man jedoch aus optischen Gründen verzichten.

Der Terrassenbelag ist in Abstimmung mit der Hausfassade zu wählen. So wie Teppich und Tapete im Wohnraum zusammengehören, sind Bodenbelag und Fassade nicht voneinander zu trennen. Für den viel genutzten Freisitz ist eine möglichst ebenmäßige und leicht zu pflegende Fläche angebracht, die nach dem Grillfest schnell mit dem Besen gekehrt werden kann. Platten erfüllen diese Anforderungen in vollem Maße. Preiswert und einfach zu verlegen sind Betonsteinplatten. Doch trotz verschieden strukturierter Oberflächen und unterschiedlicher Formate führt das material ein etwas farbloses Dasein, das durch Einfügen von Natursteinpflaster- oder Klinkerbändern belebt wird.

Der individuelle Charakter von Natursteinplatten drückt sich besonders in den Oberflächen und den mit jedem Stein variierenden Farbnuancen aus. Am häufigsten findet der Sandstein Verwendung, aber auch Schiefer, Porphyr- und Granitgesteine gehören zur Standardkollektion.

Wer Pflaster aus Naturstein wählt, weiß den Vorzug der Steine, ihre Wendigkeit zu schätzen, sollte aber für die etwas unebene Fläche standfesteres Mobiliar aussuchen. Unter den Betonsteinpflastern gibt es gute Alternativen, seit Bausteine mit sandrauher Oberfläche, abgerundeten Kanten und dezenter Färbung entwickelt wurden.

Klinker bringen stets Farbe und sind gut zu kombinieren. Holz ist ein warm und behaglich wirkender Baustoff, der allerdings regelmäßig zu behandeln ist. Nur 25 bis 30 Jahre Haltbarkeit mindern seinen gebrauchswert kaum. Wassergebundene Decken, auf Terrassen selten angebracht, sind für Sitzplätze ideal. Auch mit einer Schicht Rindenhäcksel ist die kleine Sitzecke schon zufrieden. Den letzten schliff gibt die Möblierung. Doch was die meiste Zeit im Freien verbleibt, muss entsprechend wetterfest sein. Kunststoff ist leicht, harrt monatelang unbeschadet draußen aus und lässt sich zum Winter auf kleinstem Raum stapeln. Korbmöbel, ebenfalls nicht schwer zu tragen, nehmen es übel, wenn man sie im Regen vergisst. Holz ist bedingt feuchtigkeitsempfindlich, es kann ruhig eine Weile unter freiem Himmel stehen.

An sonnigen Plätzen braucht es im Hochsommer Schutz vor allzu großer Hitze. Die Überdachung mit einer bewachsenen Pergola, ein Baum oder der traditionelle Sonnenschirm spenden kühlen Schatten. Und wer nach Verlöschen des Tageslichtes noch Helligkeit wünscht, denkt an die Vorrichtungen zum Anbringen von Lampen. Die Stimmung beleuchteter Aufenthaltsräume drückt sich nicht allein an langen Abenden in lauwarmer Sommernacht aus, sondern dient auch als Lichtblick, um bei Dunkelheit noch einmal vom Haus in den Garten zu schauen.