Terrasse überdachen - aber wie?

Terrasse überdachen - aber wie?

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Terrasse zu überdachen oder überdachen zu lassen. Sie reichen von einfachsten Varianten mit unauffälliger Optik bis hin zu wahren Hinguckern. Dabei muss man nicht zwingend tief in die Tasche greifen und einen Fachbetrieb beauftragen.

terrasse12_flHighlights in der Terrassenüberdachung kann man mit einfachen Mitteln und wenig Aufwand auch selbst setzen.

Besonders raffiniert sieht eine schräge Terrassenüberdachung mit Schindeloptik aus, bei der die Stützbalken in V-Form angebracht sind. Was auf den ersten Blick wie eine handwerkliche

Meisterleistung erscheint, kann zwar nicht alleine aber unter Zuhilfenahme einer weiteren Person auch selbst bewältigt werden.

Materialeinsatz für die schräge Schindelterrassenüberdachung

Da ein Terrassendach in etwa zwei Meter oberhalb des Bodens befindlich sein soll, um ein bequemes Stehen auch großgewachsener Menschen zu ermöglichen, benötigt man Vierkanthölzer in entsprechender Länge.

Dabei sollten die Hölzer in Länge und Breite mindestens 15 Zentimeter aufweisen. Für die vordere Außenseite sind entsprechend vier solcher Pfosten notwendig, bei Übergröße der Terrassenbreite jeweils zwei mehr. Zwei ebenso dicke Vierkantpfosten werden als Querbalken benötigt und müssen von der Länge her der gesamten Terrassenbreite entsprechen.

Nun braucht man eine dicke Querlattung. Vierkanthölzer gleichen Durchmessers sind in der Länge der gesamten Terrasse erforderlich. Die Anzahl richtet sich dabei an der Terrassenbreite aus. Man sollte die Menge in der Art ermitteln, dass die Lücke zwischen zwei Balken maximal 50 Zentimeter beträgt. Die Schindeloptik des Dachs wird durch Bitumenschindeln erreicht.

Entsprechend benötigt man hiervon eine Menge, die der Quadratmeterzahl der Dachfläche entspricht. Um diese Bitumenschindeln zu befestigen, ist eine Unterkonstruktion aus feuchtraumgeeigneten Nut- und Federbrettern notwendig. Auch sie werden
auf Quadratmeter in der Holzabteilung veräußert. Nägel, Schrauben und U-Profile machen die Materialliste komplett.

Nicht zuletzt wird wegen der Dachneigung ein Wasserauffangrohr der Terrassenbreite entsprechend benötigt.

Arbeitsanleitung für die schräge Schindelterrassenüberdachung

Zunächst wird an der Hauswand, an die die Terrasse anschließt, auf einer Höhe von 2,50 Meter der erste Querbalken, der breitenkonform mit der Terrasse ist, mit großen Bohrungen, passenden Dübeln und Schrauben angebracht.

Dabei darf der Abstand zwischen zwei Schrauben niemals zu groß ausgewählt sein. Anschließend ist die Bearbeitung aller weiterer Balken und Pfosten an der Reihe.haus2_fl

Die vier für die Terrassenfront gedachten Balken werden in einem 45 Grad Winkel an Ober- und Unterfläche angeschrägt. Beide Schrägflächen eines Balkens zeigen die gleiche Neigungsrichtung. Jeweils zwei davon finden mit den Kanten aneinander liegend ihren Halt in im Boden fest verankerten U-Profilen, die beiden anderen sichern die Dachfront zur anderen Breitseite hin. Der verbliebene, Terrassenbreite entsprechende Querbalken verbindet alle vier Pfosten, von denen jeweils zwei eine V-Form darstellen, miteinander.

An dieser Stelle ist der Zeitpunkt für die Querverlattung gekommen. Die mit der Terrassenlänge konform gehenden Balken werden mit der Säge so bearbeitet, dass an beiden Enden auf einer Fläche von 15 Zentimetern eine fünf Zentimeter tiefe Aussparung entsteht. Diese stellt die Auflagefläche an den Stützbalken dar.

Mit Bohrer, Dübeln und Schrauben findet die Querlattung ihren Platz, wobei maximal 50 Zentimeter Abstand zwischen zwei Balken geduldet wird.

Der weitere Einsatz einer Dachlattung erübrigt sich

durch die Verwendung von Nut- und Federbrettern. Diese werden mit Nägeln direkt auf der Querlattung verankert und mit imprägnierendem Holzlack gestrichen. Direkt darauf sind die Bitumenschindeln mit Nägeln zu befestigen, wobei die Nägel absolut bündig mit der Schindeloberfläche sein sollten und nicht eingeschlagen werden dürfen.

Das Terrassendach ist an sich bereits fertig. Als problematisch hat sich bei der schrägen Form jedoch der Regenwasserablauf erwiesen, der ohne Auffangrohr unkontrolliert erfolgt. Deshalb ist es ratsam, ein solches Rohr an allen Terrassendachseiten, die nicht von einer Hauswand umgeben sind, anzubringen.

Verschiedenfarbige Kunststoffausführungen stehen dabei zur Wahl, so dass sie farblich passend zu den Schindeln gekauft werden können.