Terrassenmaterialien - Holz mit Kunststoff als Gemisch

Terrassenmaterialien - Holz mit Kunststoff als Gemisch

Immer wieder gehen aus Forschung und Technik neue Materialien hervor, die sich für den Außenbereich und den Garten eignen. Vor allem im Bereich Holz hat sich in den letzten Jahren viel getan, da Holz nach wie vor einer der beliebtesten Werkstoffe ist.

terrasse_flDies ist in den meisten Fällen darin begründet, dass Holz absolut einfach zu bearbeiten ist und man viele Dinge aus diesem Werkstoff bauen kann.

Daneben zeichnet sich Holz durch seine Langlebigkeit aus und

ist auch recht pflegeleicht. Allerdings trifft letzteres nur auf sehr teure Holzsorten zu und selbst diese sollten hin und wieder mit einem Holzschutz versehen werden, damit sich die Langlebigkeit verlängert.

Dem Verbraucher ist die Langlebigkeit besonders wichtig. Er möchte nach Möglichkeit nur einmal in seinem Leben z.B. eine Terrasse mit einem Bodenbelag versehen und sich dann nie wieder darum kümmern müssen. Daher gehen aus der Forschung neue Materialien hervor, wie z.B. ein Holz mit Kunststoff als Gemisch.

WPC – der Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff

WPC, Abkürzung für Wood Plastic Composites, ist ein solcher neuer Werkstoff. Hierbei handelt es sich um einen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff, der in Deutschland aber noch nicht sehr weit verbreitet ist.

Mittels Holzmehl und Kunststoffen wird diese Verbindung hergestellt und für unterschiedliche Produkte verwendet. Im Außenbereich bietet sich WPC in erster Linie als Dielen für einen Terrassenbelag an. Aber auch z.B. Griffen von Messern können mit diesem Werkstoff produziert werden. Die Verarbeitung der einzelnen Bestandteile erfolgt durch moderne Verfahren in der Kunststofftechnik.

Zu nennen sind hier die Extrusion, das Spritzgießen, der Rotationsguss sowie verschiedene Presstechniken und das Thermoverfahren. Die in Deutschland erhältlichen Produkte aus WPC haben in der Regel einen Holzanteil zwischen 50 und 90 Prozent. Dies
sieht beispielsweise auf dem nordamerikanischen Markt ganz anders aus. Hier beträgt der Holzanteil maximal 50 Prozent.

Die Mischung vom WPC kann ganz individuell erfolgen, da allerdings das Holz thermisch sehr empfindlich ist, sind nur Verarbeitungstemperaturen von unter 200 Grad Celsius möglich. Bei höheren Temperaturen würde es zu einer thermischen Umwandlung kommen, in dessen Folge sich das Holz zersetzen würde.

Bei der Produktion werden zudem die Materialeigenschaften von Holz und den Kunststoffen durch die Zugabe von Additiven optimiert. Dies bezieht sich auf die Bindung zwischen Holz und Kunststoff, auf die Fließfähigkeit und den Brandschutz und in erster Linie auch auf die Farbgebung.

Vorteile von Holz und Kunststoff im Gemisch

WPC hat ganz besondere Eigenschaften, die sich schnell als großer Vorteil im Vergleich zu herkömmlichen Holzwerkstoffen wie z.B. Spanplatten oder Sperrholz herausstellen. ZU nennen ist hier die 3-dismensionale Formbarkeit des Werkstoffs und die überaus hohe Resistenz gegenüber Feuchtigkeit.terrasse-holz3_fl

Dies ist vor allem beim Einsatz von WPC im Garten und auf der Terrasse ein unschlagbarer Pluspunkt. WPC kann sich zudem gegenüber anderen Vollkunststoffen weniger bei hohen Temperaturen ausdehnen und ist wesentlich steifer.

Dem stehen aber auch einige Nachteile gegenüber, denn durch Langzeitstudien wurde deutlich, dass auch WPC durch UV-Bestrahlung, Feuchtigkeit und Temperatureinwirkungen sowie durch einen Pilzbefall geschädigt werden kann. Jedoch weitaus weniger, als es bei herkömmlichem Holz bislang der

Fall war.

Wissenswertes über Holz und Kunststoff im Gemisch

Bislang gibt es in Deutschland noch keine einheitlichen Normen für diese Holz-Kunststoff-Mischung. Allerdings besteht seit Ende 2007 ein Qualitätssiegel für Terrassendielen aus Holz-Polymer-Werkstoffen.

Das Qualitätssiegel wurde von der Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V. vergebene und das nur an WPC Materialien, die bestimmte Materialeigenschaften in Bezug auf für Beständigkeit und Stabilität, Witterungsbeständigkeit, Formstabilität und Rutschfestigkeit besitzen. Zudem wird auch die Produktherkunft bei der Vergabe des Siegels berücksichtigt.

Grundsätzlich bekommt nur ein WPC das Zertifikat, bei dem Holzfasern eingesetzt wurden, die zu 100 Prozent aus nachweislich FSC- oder PEFC-zertifizierten Forstwirtschaften stammen. Ferner muss der Kunststoffanteil zu 100 Prozent aus frischem Kunststoff bestehen.