Bauanleitung: Holzterrasse selber bauen

Bauanleitung: Holzterrasse selber bauen

Keine Terrassenkonstruktion ist in unserer Zeit so beliebt wie die Holzterrasse, die den Übergang vom Wohnbereich zum Garten einzigartig natürlich gestaltet.

terrasse16 flMenschen mit einer gewissen handwerklichen Begabung können sich Ihre Holzterrasse selber bauen, dabei sollten Sie folgende Punkte beachten:

Auswahl der Terrassendielen

Als erstes steht die Auswahl der Terrassendielen an, ihre Maße werden für die Konstruktionszeichnung benötigt. Sie können Terrassendielen aus vielen Holzarten verwenden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Dielen für den Einsatz im Außenbereich

vorgesehen sind. Terrassendielen werden aus Hölzern mit einer guten Dauerhaftigkeit (Resistenz gegen Holz zerstörende Insekten und Pilze) angeboten.
  • Allein aus dem Hartholzbereich sind hier die Hölzer: Almendrillo, Bankgirai, Bilinga, Bongossi, Cumaru, Eiche, Eukalyptus, Fava, Garapa, Ipè, Itauba, Jatoba, Mandioquera, Massaranduba, Muiracatiara, Red Balau, Roxinho, Tali, Tatajuba und Teak verfügbar.
  • Dann gibt es noch Nadelhölzer, aus denen Terrassendielen hergestellt werden (Douglasie, KDI Kiefer und Lärche) und einige besondere Hölzer wie Robinie, Bambus, Kastanie und Western Red Cedar.
Wünsche werden da wohl kaum offenbleiben, allerdings werden viele der Hölzer von weither importiert. Wenn Sie sicher sein möchten, dass Ihr Tropenholz keinen Regenwald zerstört hat, sollten Sie unbedingt auf das FSC-Zertifikat bestehen (Forest Stewartship Council – steht für nachhaltige Forstwirtschaft). Weniger als die Breite kann die Stärke und vor allem die Länge der Terrassendielen je nach Holzart variieren, wenn Sie die genauen Maße Ihrer Wunschdielen haben, können Sie die Planung beginnen.

Planung und Material
  • Jetzt wird die für die Terrasse geplante Fläche genau ausgemessen, die Unterkonstruktion und die einzelnen Dielen mit einem kleinen Abstand dazwischen werden eingezeichnet. Wenn die Fläche es erlaubt, sollten Sie die Größe so anlegen, dass Sie keine Diele längs durchschneiden müssen.

  • Auch die richtige Höhe der Holzterrasse wird in diesem Arbeitsschritt geplant, die Terrassendielen sollten sich später auf einer Höhe mit der Schwelle der Terrassentür befinden.

  • Weiterhin sollten Sie in Ihrer Planung einen kleinen Abstand zur Wand des Hauses einkalkulieren, damit sich an der Hausseite kein Wasser sammeln kann und damit die Terrassendielen aus Holz genug Raum haben zum Arbeiten.
Anhand dieser Zeichnung können Sie nun
detailliert ausrechnen, welche Mengen an Dielen, Trägerbalken und Befestigungsmaterial benötigt werden. Die Schrauben und Beschläge sollten aus Edelstahl bestehen, das nicht korrodiert. Für die Verschraubungen sind sogenannte Torx-Schrauben ideal, die mit einem Vielzahn-Inbus verschraubt werden. Das große Drehmoment sorgt für leichtes Eindringen in das Holz, bei Terrassendielen ist eine Schraubengröße von 4,5 x 50 Millimeter für die meisten Dielen optimal.

Aufbau der Tragkonstruktion
  • Wenn alles beisammen ist, kann der Untergrund ausgehoben werden. Bei einer offenliegenden Terrasse sollten Sie hierbei daran denken, dass Sie in Ablaufrichtung ein Gefälle von einem Prozent für den Wasserablauf einbauen müssen.

  • Anschließend kann die Tragkonstruktion erstellt werden. Möglich ist ein einfacher Unterbau aus Betonsteinen, Sie könnten aber auch Punktfundamente mit Balkenträgern einbringen. Ein Unterbau mit Betonsteinen auf kleinen Fundamenten hat den Vorteil, dass er preiswert auszuführen ist und das Holz arbeiten lässt, weil hier die Balken ohne Befestigung auf dem Stein aufliegen.

  • Sie markieren dazu die spätere Tragbalken-Oberkante mittels Metallstangen und einer umlaufenden Schnur und ersetzen den Mutterboden auf der gesamten Terrassenfläche durch eine ca. 10 bis 15 cm

    dicke Schicht Sand. Wie viel Sie ausheben müssen, müssen Sie vorher errechnen. Bei unserem Fundament aus Betonsteinen auf Punktfundamenten heißt das: Terrassenoberfläche minus Terrassendielen minus Tragbalken minus Betonsteine minus Sand-Ausgleichschicht.
Rundum werden jetzt die Fundamentlöcher (ca. 20 x 20 cm, 40 cm tief) ausgehoben und mit erdfeuchtem Beton gefüllt, dieser muss gründlich verdichtet werden. Darüber kommt ein Unkrautschutzvlies aus Kunststoff, dann auf jedes Fundament ein Beton-Sockelstein. Die Sockelsteine (geeignet sind sogenannte Basamentsteine) müssen exakt auf eine Höhe ausgerichtet werden, eventuell müssen Sie dazu die Fundamente etwas tiefer schlagen oder mit zusätzlichem Beton etwas erhöhen. Etwa alle sechzig Zentimeter sollte eine Fundamentreihe für einen Tragebalken angelegt werden.

terrasse-verlegen2 flÜber das Unkrautvlies kommt eine ca. fünf Zentimeter dicke Kiesschicht, die Regenwasser versickern bzw. ablaufen lässt, dann werden die Tragbalken aufgelegt. Zwischen Betonstein und Balken kommt jeweils ein wenig Teichfolie, damit keine Feuchtigkeit in den Betonstein gelangt. Anschließend werden die Terrassendielen verlegt.
  • Die erste Diele sollte sehr gerade sein. Sie wird an einem Ende auf die Unterkonstruktion gelegt, genau ausgerichtet und mit zwei versenkten Schrauben an den Enden im Tragbalken befestigt (Hartholz-Terrassendielen sollten vorgebohrt werden).

  • Mit einem Abstandhalter werden nun die nächsten Dielenbretter angefügt, wenn Sie jeweils zwischen Terrassendiele und Tragbalken eine Kunststoffscheibe platzieren, haben die Dielen keinen direkten Kontakt zu den Tragbalken und trocknen schnell wieder ab, wenn es geregnet hat.

  • Sie sollten die Dielen anfangs etwas zu lang schneiden, damit Sie die Kante nach Abschluss der Verlegung auf eine genau gleiche Länge absägen können.

  • An diese gerade Kante wird nun entweder eine seitliche Blende aus Terrassendielen geschraubt oder Sie fassen Ihre neue Terrasse mit einer Steinkante ein. Bei beiden Varianten müssen Sie darauf achten, dass der Wasserabfluss gewährleistet ist.
Wenn Sie nach einem Tag Pause alle Schrauben noch einmal etwas angezogen haben und alle Kanten und Splitter abgeschliffen haben, ist die neue Holzterrasse fertig. Die Schleifarbeiten sollten so sorgfältig ausgeführt werden, dass Sie die Terrasse auch barfuß begehen können (vor der Einweihungsparty sollten Sie die Terrasse dann noch einmal sehr gründlich vom Baustaub befreien).