Wintergarten Vorschriften & Normen

Wintergarten: Vorschriften & Normen Beim Bau eines Wintergartens kommt man nicht an bürokratischen Normen vorbeiEs nutzt Ihnen gar nichts, wenn Ihnen der Wintergarten-Hersteller und/oder die ausführende Firma wohlwollend versprechen, bei rechtlichen Fragen hilfreich zur Seite zu stehen. Wichtig ist, was sie tatsächlich unternehmen. Jede Fachfirma, die ein Wintergarten-Projekt umsetzen kann, sollte sich aktiv in den Genehmigungsprozess einschalten und, zumal wenn sie regional ansässig ist, über die entsprechenden Kontakte verfügen. Es gilt wie immer, die jeweilige Bauordnung ist nicht nur zu beachten, sie ist einzuhalten.



Da wir in Deutschland aufgrund des Föderalismus noch immer der Kleinstaaterei huldigen, weichen die Bauordnungen von Land zu Land in Details voneinander ab; und wie die Umsetzung vom jeweiligen Regionalfürsten (sprich: vom zuständigen Bauamt) gehandhabt wird, ist schon wieder eine andere Sache. Zwischen Antragstellung und Erteilung einer Baugenehmigung kann schon einmal ein Vierteljahr vergehen. Es ist angeraten, den Prozess der rechtlichen Abklärung frühzeitig in die Wege zu leiten.

Erkundigen Sie sich, was der örtliche Bebauungsplan aussagt und was die Gemeinde bezüglich Wintergärten festgelegt hat. Ist das positiv, setzen Sie Ihre Nachbarn möglichst frühzeitig über ihr Bauvorhaben in Kenntnis. Wenn berechtigte Bedenken noch bei der Planung berücksichtigt werden können, vermeidet das später Streitigkeiten.

Um einen Besuch des Bauamtes wird man kaum herumkommen: Das zuständige Bauamt gibt Auskunft bezüglich der Art und Anzahl der einzureichenden Unterlagen, über Architekten- und/oder Bauleiterzwang und was sonst zu beachten ist. In Brandenburg wird z.B. vielerorts der Nachweis der Kampfmittelfreiheit verlangt. Um Planungssicherheit zu erlangen, ist es auch möglich eine Bauvoranfrage zu stellen. Ein Bauantrag ist natürlich gebührenpflichtig.

Vom Anbieter des Wintergartens erhalten Sie mindestens den statische Nachweis, der Nachweis der Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie der Nachweis zur Einhaltung der Bestimmungen des Schallschutzes.

Die wichtigsten Punkte rund ums Baurecht für den Wintergarten
  • Rechtsverbindliche Informationen finden Sie nur in offiziellen Schriften: Die Grundlage für alle
    Rechtsvorschriften rund um den Wintergarten ist die in Ihrem Bundesland geltende Landesbauordnung.
  • Sie haben als Bauherr die Verantwortung dafür, dass alle baurechtlichen Normen eingehalten werden, auch wenn die ausführende Firma Ihnen anbietet, sich selbst kundig zu machen.
  • Sie müssen in Erfahrung bringen, ob Sie eine Baugenehmigung brauchen. Können bzw. wollen Sie eine Freistellung von dem Erfordernis der Genehmigung beantragen? Brauchen Sie eventuell im Zuge Ihres Bauvorhabens eine Ausnahmegenehmigung?

  • Sie sollten vor der Planung Ihres Wintergartens genau wissen, wie viele Quadratmeter Ihres Grundstücks Sie überhaupt noch bebauen dürfen.
  • Sie sollten wissen, welche Grenzabstände zum Nachbarn Sie bei einer Bebauung einzuhalten haben.
  • Sie sollten sich darauf vorbereiten, ob eventuell eine Stellungnahme des Nachbarn eingefordert wird, die das Nachbarschaftsrecht in gewissen Fällen vorsieht.
  • Sie sollten natürlich vor der Planung Ihres Wintergartens auch Kenntnis darüber haben, ob bei Ihnen nach Bebauungsplan bzw. Gemeindeordnung eine bestimmte Bauform vorgeschrieben ist.

  • Eventuell sind Brandschutzauflagen zu beachten, Vorschriften zu Flucht- bzw. Rettungswegen, Brandüberschlägen, Rauchabzügen, etc.
  • Wenn das alles erkundet ist, können Sie entscheiden, ob Sie eine Bau-Voranfrage einreichen möchten.
  • Wer reicht überhaupt die Bauunterlagen ein? Sie selbst, die Baufirma bzw. der Hersteller des Wintergartens oder ein Architekt?
Können den Bauprozess beschleunigen: Fertig-Wintergärten oder vergleichbare Bauausführungen in der NachbarschaftDer bequeme

und unbürokratische Weg zum Wintergarten


Nachdem wir Sie in den obigen Abschnitten so richtig aufgerüttelt haben, was die zu beachtenden Vorschriften rund um den Wintergarten angeht, sagen wir Ihnen, wie es eventuell sehr viel einfacher gehen könnte:

  1. Sie kaufen einen Bausatz für einen Wintergarten, der schon häufig verkauft wurde. Wenn ein Bausatz bereits sehr häufig verkauft wurde, hat er auch in fast jeder Region schon einmal den Bauordnungsbehörden vorgelegen. Eine Firma, die es ernst meint mit dem Kundenservice, hat Unterlagen über diese Genehmigungsverfahren, die Ihnen zur Verfügung gestellt werden können. Wenn Sie mit den Plänen für einen Wintergarten zum Amt gehen, die das Planungsverfahren vor Ort bereits durchlaufen haben, wird es auch bei Ihnen schneller gehen. Achten Sie nur darauf, dass Ihnen nicht an Ihrem Wohnort eine besonders kreative Gemeindesatzung einen Strich durch dieses Überlegungen macht.

  2. Sie durchstreifen Ihr Viertel (oder Ihre ganze Gemeinde) auf der Suche nach einem Wintergarten, der genauso aussieht, wie Sie es sich vorstellen. Wenn Sie diesen gefunden haben, klingeln Sie einfach beim stolzen Bauherren und sprechen mit ihm. Wenn Sie Glück haben, wird er Ihnen seine Planungsunterlagen zur Verfügung stellen, im besten Fall (vielleicht gegen eine Aufwandsentschädigung oder gegen die Erfüllung eines Wunsches) sogar mit Ihnen zum Amt gehen. Unter diesen Voraussetzungen sollten sich die behördlichen Angelegenheiten eigentlich ohne Verzögerungen erledigen lassen, wenn der Bearbeiter den gleichen Wintergarten schon einmal genehmigt hat, sollte er auch in Ihrem Fall zum gleichen Ergebnis kommen. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie prüfen, dass in Ihrem Fall die gleichen Bedingungen zu beurteilen sind.

(Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.)