|
Bauspardarlehen - lohnt es sich? |
|
Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung -
Bausparen - Bausparvertrag zur Baufinanzierung
|
BauspardarlehenDas Bauspardarlehen galt lange Zeit als fester Bestandteil einer jeden Baufinanzierung. Nach der Faustformel für die Baufinanzierung sollte ein Drittel Eigenkapital angespart werden, ein Drittel über ein Hypothekendarlehen und ein Drittel über ein Bauspardarlehen finanziert werden. Gegenüber der Hypothekenfinanzierung boten die Bauspardarlehen in den vergangenen Jahren gleich mehrere Vorteile. Sie garantierten einen niedrigeren Zinssatz, und dieser Zinssatz galt bis zum Ende der Tilgung. Auch bei den zu erbringenden Sicherungsleistungen stachen die Bauspardarlehen die Hypothekendarlehen aus. Die Bauspardarlehen müssen nur nachrangig abgesichert werden.
Was hat nun aber dazu geführt, dass das
Bauspardarlehen als Finanzierungsinstrument quasi aus der Mode gekommen ist? Viele Bausparer haben von einem weiteren Vorteil des Bauspardarlehens Gebrauch gemacht und diesen zum Nachteil der Bausparkassen verwendet. Sie haben schlichtweg die Möglichkeit der uneingeschränkten Sondertilgung genutzt und ihre Bauspardarlehen durch günstigere Hypothekenkredite abgelöst. Eigentlich sollte das Ganze ja in umgekehrter Reihenfolge funktionieren.
Wer einen Bausparvertrag abschließt, der legt mit dem Vertragsabschluss schon fest, welchen Darlehenszinssatz er nach der Zuteilung des Bauspardarlehens haben wird. Bei einer durchschnittlichen Ansparphase von fünf bis sieben Jahren und einem Tilgungszeitraum von bis zu zehn Jahren ist so ein Gesamtzeitraum von fünfzehn Jahren zu überbrücken. Die aktuelle Zinsentwicklung hat jedoch dazu geführt, dass mittlerweile die Hypothekendarlehen zu einem günstigeren Zinssatz gewährt werden, als dies bei den vor zehn und mehr Jahren abgeschlossenen Bausparverträgen der Fall ist.
Die Bausparsumme eines Bausparvertrages setzt sich zusammen aus dem Bausparguthaben und dem Bauspardarlehen. Zum Guthaben zählen alle Einzahlungen, Zinsen und Prämien, abzüglich der Abschlussgebühr von einem beziehungsweise 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Bausparkassen bieten unterschiedliche Tarife an, bei denen 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme angespart werden müssen, bevor es zur Zuteilung kommt. Müssen 40 Prozent angespart werden, gibt es 60 Prozent der Bausparsumme als Bauspardarlehen. Der Zuteilungszeitpunkt selbst hängt von der erreichten Bewertungsziffer ab. Er kann jedoch nicht genau im Vorhinein bestimmt werden. In Zeiten eines Bausparbooms, bei dem viele Sparer in die Bausparkasse einzahlen, wird der Zuteilungstermin eher erreicht als in Zeiten einer Bausparflaute.
Auch in Hochzinsphasen, in denen die Bauspardarlehen vom nominellen Zinssatz her sehr attraktiv erscheinen, müssen die Bausparbedingungen genau geprüft werden. Durch zusätzliche Gebühren wie Darlehensgebühr, Kontoführungsgebühren oder Gebühren für einen Kundenzeitschrift oder eine zusätzliche Risikolebensversicherung entsteht leicht ein Effektivzinssatz der bis zu 1,5 Prozent über dem nominellen Zinssatz liegt. Zudem müssen bei einem Vergleich mit Hypothekendarlehen auch die niedrigeren Zinsen in der Ansparphase mit einkalkuliert werden.
Immer wieder werden von den Bausparern selbst auch Fehler gemacht. Das beginnt damit, dass die Bausparsumme viel zu hoch gewählt wird und der Bausparer in vielen Fällen gar nicht in der Lage ist die erforderliche Mindestsumme anzusparen. Dann gibt es selbstverständlich auch kein Bauspardarlehen. Viele Kunden kalkulieren auch mit einem festen Zuteilungstermin. Dann soll mit dem Bauspardarlehen ein auslaufendes Hypothekdarlehen abgelöst werden. Wenn sich aber der Zuteilungstermin verschiebt, werden oft teure Zwischenfinanzierungen notwendig.
|