Ungewöhnliche Pflanze des Monats: Die Artischocke
(Bild: pixelio.de / C. Nöhren) Der Botanische Garten Rostock hat die Artischocke (Cynara scolymus) zur Pflanze des Monats August ausgewählt. Bei Feinschmeckern ist die zur Pflanzenfamilie der Korbblütengewächse (Compositae) gehörende Staude bekannt. Sie schätzen die Blütenstände der Kultur-Artischocke. Viele wissen auch um ihre appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung, weswegen Artischocken auch als Heilmittel angesehen werden. Weniger verbreitet ist dagegen die Tatsache, dass man Artischocken auch hierzulande anbauen kann.
Botanisch gesehen sind Artischocken verwandt mit den Distelgewächsen. Wild gedeihen Artischocken in Südeuropa und im Norden Asiens und Afrika. Durch ihre geschuppten und je nach Sorte blaugrauen bis graugrünen Blättern sowie die purpurnen Blütenknospen stellen Artischocken sowohl im Zier- als auch im Nutzgarten eine Bereicherung dar. Artischocken können eine Wuchshöhe von einem bis zwei Metern und eine Ausbreitung von etwa einem Meter erreichen. Die blauvioletten Blüten lassen sich im Garten ab Juli/August bestaunen.
Vermehrt werden können Artischocken generativ, also durch Aussaat oder auch vegetativ, das heißt durch Teilung. Als Saatgut sollte man nur neue, keimfähige Qualitätssamen verwenden. Vorher der Aussaat empfiehlt es sich die Samen etwa zwei bis drei Stunden in lauwarmes Wasser zu legen. Ausgesät werden diese dann Anfang bis Mitte Februar auf der Fensterbank, im Wintergarten oder Gewächshaus, denn zum Keimen sollte die Temperatur bei 18 bis 22 Grad Celsuis liegen. Die jungen Sämlinge können rund drei Wochen später bewundert werden.
Die kräftigen Jungpflanzen können dann ab Mitte/Ende Mai in einen lehmigen, tiefgründigen sowie gut mit Kompost, Humus oder Stallmist vorbereiteten Boden ausgepflanzt werden. Der Pflanzstandort darf ruhig voll in der Sonne liegen und der Pflanzabstand sollte rund einen Meter betragen. Direkte Aussaaten ins Freie sind ab April möglich in diesem Fall kann man jedoch erst im Folgejahr eine Ernte erwarten. Weil Artischocken zu den Starkverzehrern zählen, brauchen sie entsprechende Nährstoffgaben und Wasser. Sie bevorzugen einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Geerntet werden kann bei günstigen Bedingungen bereits im Spätsommer der ersten Saison. Die Knospen müssen bei der Ernte geschlossen sein.
Möchte man Artischocken durch Teilung vermehren, dann sollte man im Frühling mit einem sauberen scharfen Messer nur gesunde und kräftige Pflanzen mit einem glatten Schnitt von der Mutterpflanze abtrennen. Wichtig ist, dass jedes abgetrennte Teilstück mindestens zwei Triebe mit Blättern hat und ein gutes Wurzelsystem aufweist. Die Teilung erfolgt spätestens nach dem dritten oder vierten Standjahr. Die Pflanztiefe der so genannten “Kindel” entspricht der bei der Mutterpflanze und die Pflanzabstände sollten, wie bei den Sämlingen auch, rund einen Meter betragen.
Wenn sich im Spätherbst die Blätter gelb verfärben, dann kann man die langen Blütenstiele soweit wie möglich zurückschneiden. Die umstehenden Blätter werden lose zusammengebunden. Für die Teilung im Frühjahr belässt man über den Winter die Ausläufer am Stock. Um bei längeren Frostperioden die mediterrane Pflanze vor Kälteschäden zu schützen isoliert man sie mit einer Lage Stroh welche anschließend mit Erde bedeckt wird.
An Artischocken können sich Gärtner neben dem Zierwert auch über die positive Auswirkung auf Leber, Galle und Cholesterinwerte durch den Verzehr der saftig-fleischigen Artischockenherzen freuen.