Energieeffizienz in Gründerzeithäusern steigern
(Bild: pixelio.de / Sven Jahn) Nicht wenige Städte werden geziert durch ganze Straßenzüge oder sogar Stadtviertel mit Wohngebäuden aus der Gründerzeit. Enstanden sind diese Gründerzeithäuser etwa um die Jahrhundertwende bis etwa 1918. Inzwischen gehören diese Häuser mit ihren schönen Fassaden und großzügigen Räumen zu den bevorzugten Wohnlagen. Allerdings kann es wegen der hohen Räume, ungedämmter Außenwände und der häufig nur einfach verglasten und schlecht schließenden Holzfenster dazu kommen dass man zwar gut heizt aber gegebenenfalls trotzdem frieren muss. Getrübt wird das Ganze meist noch dazu durch die nächste Heizkostenabrechnung. Deshalb sollte man die schönen Wohngebäude energetisch sanieren, um so deutlich Heizenergie einsparen zu können.
In Hamburg wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes zwei baugleiche Gründerzeithäuser saniert und zwar auf unterschiedliche energetische Standards. Bei der einen Haushälfte wurde das Hamburger Klimaschutzprogramm zugrunde gelegt und bei der anderen Haushälfte basiert der Standard auf den Richtlinien des Forschungsbereichs “Energetische Verbesserung der Bausubstanz” (EnSan/EnOB). Ziel war es den berechneten Primärenergieverbrauch von etwa 315 kWh/m²a durch die Sanierung, um mehr als die Hälfte zu senken. Heute kommen beide Gebäude mit weniger als einem Drittel der ursprünglichen Heizenergie aus. Das Haus mit dem anspruchsvolleren Energiestandard bekam statt 10 eine 16 Zentimeter starke Außendämmung. Diese wurde an der schmucklosen Rückfassade angebracht. Die Stuckfassade wurde stattdessen von innen gedämmt. Um die Wärmeverluste zusätzlich zu senken installierte man statt der einfachen Abluftanlage dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Aus diesem erfolgreichen Forschungsprojekt lassen sich viele der Sanierungskonzepte auf vergleichbare Immobilien übertragen. Vor allem für die typischen Schwachpunkte bei von innen gedämmten Altbauten, wozu etwa die Einbindung der Holzbalkendecken in die Außenwände gehört, haben sich neue Lösungsmöglichkeiten entwickelt.
Nähere Informationen zu dem Projekt “Gebäude sanieren - Gründerzeithäuser” finden sich im Internet unter www.bine.info in dem Bereich Publikationen / Projektinfos.