Garten

Der Baum des Jahres 2009 heißt Berg-Ahorn

IDgS/Roloff(Foto: IDgS/Roloff) Wie schnell die Zeit vergeht. Nun hat das “Baum des Jahres”-Kuratorium den Sieger für das Jahr 2009 bekannt gegeben. Am 15.10.08 stellte der Präsident der Stiftung Menschen für Bäume, Dr. Silvius Wodarz, in Berlin den Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) vor.

Der halbwegs wohlgeformte Baum ist ein echter Gipfelstürmer, immerhin ist er noch in fast 2000 Metern Höhe zu finden. Vereinzelte reine Waldbestände kommen in den Kalkalpentälern vor und zwar in den Höhen, in welche Buchen nicht mehr vordringen können.

Kulturgeschichtlich bedeutsam

Bis zu sechshundert Jahre alt kann ein Berg-Ahorn werden. Somit fällt dem Baum des Jahres 2009 eine vergleichbare kulturgeschichtliche Rolle zu wie der beliebten Eiche oder der viel besungenen Linde, die in den flacheren Ortslagen vorkommen. Im schweizerischen Trun wurzelt der wohl berühmteste Berg-Ahorn unter dessen Krone im Jahr 1424 der “Graue Bund” geschmiedet wurde. Unter seinen Zweigen trafen sich bis ins 19. Jahrhundert hinein regelmäßig die Graubündner, um diesen Bund immer wieder zu bekunden.

Eine süße Geschichte

Viele Sorten des Berg-Ahorns sind zur Pflanzung in Parks, an Straßen und privaten Gärten geeignet. Während sein nordamerikanischer Vetter, der Zucker-Ahorn, es auf einen Saccharosegehalt bis zu acht Prozent bringt ist der Zuckergehalt im Saft des Berg-Ahorns mit einem bis drei Prozent zwar dazu deutlicher geringer, aber im Vergleich zu anderen Bäumen doch noch recht hoch. Vor rund zweihundert Jahren stieg der Preis für Rohrzucker, aufgrund des Sklavenaufstands auf der Zuckerinsel Haiti sowie der Napoleonischen Kontinentalsperre, ins Unbezahlbare. Daher versuchte man in Europa aus Ahorn Zucker zu gewinnen. Größere Experimente wurden dazu im Wiener Prater, im Berliner Tiergarten und in vielen Orten mehr durchgeführt. Doch weil zur gleichen Zeit die Zuckerrübe mit ihrem weitaus höheren Saccharosegehalt gezüchtet wurde verliefen die Bemühungen der Ahorn-Zuckerproduktion letztlich im Sande.

Nahezu weißes Holz

Das fast weiße Holz ist im Gegensatz zum Saft des Berg-Ahorns aus wirtschaftlicher Sicht wesentlich interessanter. Bereits vor achttausend Jahren stellten jungsteinzeitliche Ackerbauern daraus Gefäße her. Noch heute werden aus dem hellen Holz viele Küchenhelfer wie Kochlöffel, Fleischklopfer, Nudelhölzer, Schneid- und Frühstücksbretter gemacht. Klassischer Weise findet das leicht drechselbare Holz aber auch im Musikinstrumentenbau Verwendung. Ob mit der Flöte, dem Fagott, als Cello, Bratsche oder Geige – das schmucke Holz sorgt für einen guten Ton. Im Innenausbau gibt es weitere Einsatzbereiche etwa für Treppen und Fußböden oder auch als Werkstoff für massive Holzmöbel.

Standortansprüche

Der zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gehörende Berg-Ahorn bevorzugt einen tiefgründigen feuchten Boden verträgt aber keine Staunässe. Ideal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort.

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