(Bild: pixelio.de / Cornerstone) Der Igel gehört zu den gern gesehenen Gästen im Garten und das nicht nur weil er so possierlich aussieht. Jetzt ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für die stachligen Gartenbewohner deutlich knapper. Die älteren Tiere fangen langsam an ihr Winterquartier fertig zu stellen und Jungigel müssen noch an Gewicht zulegen, damit sie die kalte Jahreszeit gut überstehen können. Oftmals fragen sich Haus- und Gartenbesitzer, die einen kleinen Igel entdecken, ob dieser Hilfe benötigt.
Auf Hilfe angewiesen sind zum Beispiel Igelkinder, dessen Augen noch geschlossen sind und die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden. Ob mutterlose Igeljunge unterkühlt sind, kann man an der Bauchseite feststellen, dies ist dann der Fall, wenn der Bauch kühler als die menschliche Hand ist. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob die Mutter nicht doch wieder kommt, dann sollte man das Nest und die Umgebung einige Stunden beobachten. Sollte sie dennoch ausbleiben, dann braucht das Junge unbedingt Wärme.
Kranke Tiere, die ihr Futter auch tagsüber suchen, erkennt man an ihrem unsicheren Gang beziehungsweise daran dass sie apathisch herumliegen und sich so gut wie nicht mehr einrollen. Herausstehende Hüftknochen und eine Einbuchtung hinter dem Kopf deuten an, dass der Igel abgemagert ist. Außerdem sind die Augen eingefallen und schlitzförmig und stehen nicht mehr halbkugelförmig hervor. Oftmals sitzen auf kranken Tieren auch Fliegen. Der NABU warnt jedoch dringend davor tagaktive, kranke Igel nicht zu verwechseln mit säugenden Igelmüttern. Denn diese müssen aufgrund ihres erhöhten Nahrungsbedarfs auch tagsüber auf Futtersuche gehen. Auch verletzte Igel oder solche die über längere Zeit ohne Wasser und Futter waren brauchen Hilfe. Tiere die nach Wintereinbruch tagsüber umherlaufen sind ebenfalls auf Hilfe angewiesen. ‚ Am besten gibt man diese hilfsbedürftigen Tiere in fachkundige Hände, also etwa in eine Igelstation oder zu einem Tierarzt.
Generell gilt, dass eine Zufütterung nur in Ausnahmefällen erlaubt ist und zwar im Spätherbst und Frühjahr. Als Futter sollte man nur nicht verderbliches Hundetrocken- oder Softfutter anbieten. Tabu sind Speisereste, Dosenfutter sowie Katzennahrung. Zwar trinken Igel auch Milch, da diese jedoch wegen des zu hohen Milchzuckergehaltes Durchfälle auslösen kann sollte man sie den Igeln nicht anbieten. Mit einer Plastik-Einwegspritze – natürlich ohne Nadel – kann man schwachen Tieren ungesüßten Fenchel- oder Kamillentee verabreichen. Wenn ein Igel die Nahrung verweigert, sollte er auf jeden Fall zu einem Tierarzt gebracht werden. Während der warmen, trockenen Jahreszeit ist eine saubere Wasserstelle für die kleinen Gartenhelfer besonders wichtig. Um unterkühlen Igeln erste Hilfe zu leisten kann man um eine lauwarme Wärmflasche in ein altes Frottehandtuch wickeln, dieses legt man in einen passenden Karton mit hohen Wänden. Auf dieses “Wärmebett” setzt man den Igel und deckt ihn noch mit einem weiteren Handtuch zu. Als alternative Aufwärmlösung kann man den Igel auch mit einer Tischlampe, in die eine 25 Watt Birne geschraubt wird, aus einer Entfernung von etwa 20 bis 25 Zentimeter bescheinen. Nicht verwenden sollte man Heizkissen, Rotlicht und auch baden sollte man Igel nicht.
Gesunde Igel können für sich selber sorgen und sollten daher umgehend freigelassen werden!
Wenn die Tiere im Garten geeignete Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen vorfinden, kann es sein dass sie dort ihr Winterquartier beziehen.

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