Pflanzengallen: Wachstumsanomalien bei Pflanzen
(Bilder: pixelio.de / Andreas Kern) Pflanzengallen (Cecidien) sind Wucherungen an Pflanzen die durch tierische oder auch pflanzliche Parasiten hervorgerufen werden. Oftmals werden Cecidien durch Insekten wie Gallmücken, Gallfliegen und Gallwespen auf den jeweiligen Wirtspflanzen verursacht. Je nach Parasit können die Formen solcher Wachstumsanomalien können ganz unterschiedlich sein. Das können Mützchen, Zipfelchen, zottelige Bällchen, runde, zapfenförmige oder auch zackige Gebilde sein.
Bei einem aufmerksamen Spaziergang durch die Natur kann man sicherlich einige Gallenbildungen auf unterschiedlichen Pflanzen entdecken. Der Parasit sucht sich eine geeignete Wirtspflanze. Insekten wie etwa die Eichengallwespe legen beispielsweise ihre Eier in jungem, entwicklungsfähigem Pflanzengewebe ab. An der Entstehung der Gallen sind sowohl die Wirtspflanze als auch der Parasit beteiligt. Es handelt sich bei diesen Wucherungen also um die Kinderstube für den Parasit.
Nicht schädlich für die Pflanze
Wer jetzt besorgt ist, dass diese Wachstumsanomalien schädlich für die Pflanzen sein könnten, kann beruhigt sein, weil dies nicht der Fall ist. Die Wirtspflanze und der Parasit haben sich im Laufe der Evolution aneinander gewöhnt.
Schlafrosen
Ihren Namen erhielt die Schlafrose nicht deshalb, weil sich darin der Nachwuchs der Rosengallwespe entwickelt, sondern weil man nach dem Volksglauben meinte, dass dieses Gebilde beim Einschlafen behilflich sei, wenn man es unter das Kopfkissen (etwa von unruhigen Kindern) legt. In den Kammern der zotteligen Schlafrose leben viele Larven, die sich somit vor ihren natürlichen Fressfeinden schützen. Denn bei Vögeln oder auch andere Insekten stehen die eiweißreichen Tierchen auf dem Speiseplan.
Schon mal gesehen?
Bei uns sind über 2000 verschiedenen Pflanzengallen zu finden. Drei besonders auffällige, die noch dazu häufig vorkommen werden hier etwas näher beschrieben. An Eichenblättern kann man manchmal den Gallapfel der Eichengallwespe entdecken. Diese kugelrunden Cecidien erreichen etwa einen Durchmesser von zwei Zentimetern und erinnern durch ihre roten Backen stark an kleine Äpfel. Die Rosengalle, auch Schlafapfel genannt, kann an Rosenknospen vorkommen. Der kugelförmige Schlafapfel fällt durch seine verzweigte Form und die moosartigen Haaren auf und misst rund vier Zentimeter im Durchmesser. Nicht sehr beliebt bei Weihnachtsbaumzüchtern ist die Ananasgalle der Fichtengalllaus. Ihren Namen hat sie aufgrund ihrer Form bekommen, die sehr an die exotische Frucht erinnert.