Warum Tomaten Fische lieben?
(Bilder: pixelio.de / Gerda Bruske / moa-Anette) Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach. Tomaten lieben Fische, weil die Abfallprodukte aus der Fischzucht genau die Nährstoffe enthalten, welche Tomaten für ihr Wachstum benötigen. Auf diesem Hintergrund hin haben Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Forschungsverbund Berlin e.V. ein System für eine Anlage entwickelt in dem Fische und Tomaten zusammen gezüchtet werden können.
Mit diesem nahezu geschlossenen Kreislauf namens Aquaponik-System kommt man mit wenig Wasser aus und außerdem ist es auch sehr umweltfreundlich. Mit der ertragreichen Tomatenernte von fasst 600 Kilogramm und der Speisefischvermehrung um 150 Kilogramm beweist das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) die Praxistauglichkeit der kombinierten Fisch- und Tomatenzucht.
Genau wie die Tomaten bestimmte Nährstoffe zum Gedeihen brauchen, benötigen Fische neben ihrem Futter zum Überleben sauberes Wasser. Um die regelmäßige Reinigung des Wassers von den Ausscheidungen der Fische kümmern sich in der freien Natur die Pflanzen. Dieses natürliche Prinzip haben die IGB-Wissenschaftler im Rahmen ihres Projektes nachempfunden. Entstanden ist ein Gewächshaus. Darin werden unter einem Dach Tomaten und Fische gezüchtet. Dies funktioniert folgendermaßen: Die aus der Fischzucht entstehenden Abwässer kommen nach einer mechanischen und biologischen Filterung direkt an die Wurzeln der Pflanzen. So erhält das Gemüse regelmäßig die Nährstoffe, die es für ein gesundes Wachstum benötigt. Dank der speziell entwickelten Ventile sowie auch aufgrund der direkten Bewässerung der Wurzeln brauchen die Tomaten weniger Wasser im Vergleich zur herkömmlichen Bewässerung mit der Gießkanne. Die Aquarien werden dann mit dem gereinigten Wasser wieder befüllt.
Damit das Aquaponik-System besonders effizient arbeiten kann, wurde es so konzipiert dass es möglichst geschlossen ist. Dafür ist viel Technik nötig. Das Schwitzwasser der Tomatenpflanzen aus der Luft wird durch Kühlfallen aufgefangen. Dieses Transpirationswasser wird dann in die Fischbecken geleitet. Um eine konstante Temperatur das ganze Jahr über hinweg kümmert sich eine Wärmepumpe. Auf dem Dach sorgt eine Photovoltaikanlage für den nötigen Strom.
In dem Aquaponik-System wachsen seit Mai die Tomaten und seit August werden die Fisch-Setzlinge gezüchtet. Das System in dieser Probeanlage am IGB wird zwar noch weiter optimiert aber gleichzeitig werden auch Planungen gemacht, ob man eine ähnliche Anlage auch in Spanien aufbauen kann. Durch den geringen Wasserverbrauch ist dieses Kombizuchtsystem insbesondere für wasserarme Regionen gut geeignet.