Garten

Eroberer europäischer Gärten

Gert Brovad, Zoologisches Museum, Universität Kopenhagen(Foto: Gert Brovad, Zoologisches Museum, Universität Kopenhagen) Invasive Gartenameisen befinden sich auf einem Streifzug durch Europa. Unter biologischer Invasion versteht man eine Verbreitung von Pflanzen- und Tierarten innerhalb eines Gebietes, in welchem sie ursprünglich gar nicht heimisch sind. Selbst Ameisen, die eigentlich als fleißige Arbeiterinnen einen guten Ruf genießen, gehören zu den invasiven Arten. Auch wenn Nordeuropa tatsächlich von invasiven Ameisenarten bislang noch nicht heimgesucht wurde, zeigt Frau Dr. Sylvia Cremer von der Universität Regensburg in einer Studie, dass es wohl nicht mehr allzu lange dauern wird, bis diese Gartenameisen Norddeutschland und Skandinavien erobern und zum Problem werden können.

Die Biologin am Lehrstuhl für “Evolution, Verhalten und Genetik” untersucht seit mehr als fünf Jahren die invasive Gartenameise, “Lasius neglectus”. In der in dieser Wochen erschienen Studie in dem Fachjournal “PLoS ONE” geht es zum einen darum, woher die invasive Gartenameise kommt und zum anderen wie sie ihre Superkolonien organisiert und nicht zuletzt darum wie sie sich ausbreitet. In dem Artikel geht es außerdem darum die städtischen Ökosysteme genauer zu beobachten, so dass man einer möglichen Invasion rechtzeitig verhindern kann, ehe sie zu einem echten Problem werden kann.

Problematisch sind invasive Tierarten vor allem bei der Erhaltung einer natürlichen Artenvielfalt. Die heimische Insektenwelt wird durch die invasiven Arten nahezu ausgerottet. Durch das Fehlen ihrer natürlichen Fressfeinde können sich die Eroberer ungehemmt ausbreiten. Beispielsweise werden invasive Arten durch den Import von großen Kübelpflanzen eingeschleppt. Wissenschaftlich beschrieben wurde die invasive Gartenameise erstmals 1990. Inzwischen gibt es in ganz Europa mehr als 100 Fundstellen, vor allem in Parks und Gärten.

Mehrere Ameisenarten gehören unter die Top-100 der invasiven Arten, die ein enormes Schadenspotential verursachen. Grund genug für die Wissenschaftler sich Gedanken über die Biologie und das Verhalten der kleinen Eindringlinge zu machen, um diese zu verstehen und so einer unkontrollierten Population entgegenwirken zu können.

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