(Bild: Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART) Böden müssen atmen können, diese Tatsache, welche Gärtnerinnen und Gärtnern an sich schon lange klar ist, hat die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART in einem Langzeitversuch zu den Folgen von Bodenverdichtungen untermauert. Entscheidend für eine gute Sauerstoffzufuhr in den tieferen Schichten des Bodens sind die ersten Zentimeter eines Bodens, so zeigte es sich in der schweizerischen Studie. Veröffentlich haben die Schweizer Wissenschaftler ihre Studie anlässlich des Weltbodentages (World Soil Day), der von der Internationalen Bodenkundlichen Union (UISS) auf den 5. Dezember gelegt wurde.
Unter einem zu stark verdichteten Boden leiden beispielsweise Getreidepflanzen wie etwa Weizen, weil dann die Wurzeln nicht genug Sauerstoff bekommen. Dies wiederum kann Ertragsausfälle von mehr als 25 Prozent zur Folge haben. Eine Verdichtung des Bodens entsteht im Prinzip vor allem dort, wo in feuchten Klimazonen die Landwirtschaft stark mechanisiert wurde. Weiterhin wirke sich die Verdichtung der Böden auch auf den Hochwasserschutz aus, so die Forscher. Denn wenn die normalerweise im Boden vorkommenden feinen Luftkanäle zusammengepresst wurden, dann kann das Regenwasser nicht mehr im Boden versickern und fließt deshalb ungebremst in Flüsse. In Folge dessen kann es zu Überschwemmungen kommen. Normalerweise kann jeder Kubikmeter Boden etwa die Hälfte seines Volumens an Wasser aufnehmen.
Im Laufe der vier Versuchsjahre verfolgten die Forscher auch, wie Schäden rückgängig gemacht werden können. Genau wie beim menschlichen Organismus, braucht auch der Boden Zeit, um sich wieder zu regenerieren. Am besten eignen sich natürliche Prozesse wie die Aktivität von Bodenorganismen und Wurzeln, damit das filigrane Hohlraumsystem verbessert wird. Empfohlen wird das Ausbringen von Kompost und Mist sowie die Bewirtschaftung des Bodens.
