(Bilder: Christine Schonschek) In der Gegend rund um den Grand Canyon gehören Wacholder zur typischen Vegetation. Und so zückte ich natürlich die Kamera um ein paar Schnappschüsse zu machen. Das zur Familie der Zypressengewächse gehörende immergrüne Gehölz ist irgendwie faszinierend und lädt ein sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen. ‚ Der Wacholder (Juniperus communis L.) lässt sich aufgrund seiner Besonderheiten leicht erkennen. Charakterisch sind seine zu dritt im Quirl stehenden Nadeln. Dieses Gehölz bringt keine Knospen hervor, sondern schützt seine neuen Triebe lediglich mit ein paar unterentwickelten Nadeln.
Während die strauchförmigen Exemplare bis zu drei bis fünf Meter hoch werden erreichen baumförmige Wacholder sogar eine Höhe von 10 bis 15 Meter mit einem Stammdurchmesser von maximal 50 Zenitmetern. Dabei bleibt der unterste astlose Stammabschnitt in der Regel sehr kurz, maximal erreicht dieser Abschnitt eine Höhe von zwei Meter. Im Jahr 2002 wurde der zweihäusige Baum – von dem es also männliche und weibliche Exemplare gibt – zum Baum des Jahres gewählt. In den Blattachseln der mittleren Nadelquirle eines Zweiges entfalten sich, je nach Höhenlage und Witterung, Ende April und Anfang Juni unauffällig die Blüten. Die Tropfen, welche an den weiblichen Blüten hängen fangen die vom Wind herangeführten Pollen ein.
Beerenzapfen
Die obersten drei Schuppenblätter werden fleischig und wachsen zusammen. Daraus entstehen die kugelförmigen Beerenzapfen. Botanisch gesehen sind es nämlich keine Beeren, denn bei Nadelgehölzen gibt es keine Früchte. Bis zu drei Jahre brauchen die Samen bis sie herangereift sind. Im ersten Herbst sind die Beerenzapfen noch hart, grün und haben einen unangenehmen Geschmack. Sie werden im Sommer des zweiten Jahres fleischig, bekommen die typische schwarzblaue Färbung und einen Wachsüberzug und von den Zapfenschuppen kann man dann nichts mehr erkennen.
Anspruchsloser Methusalem
Wacholder können 500 bis 2000 Jahre alt werden. Er ist widerstandsfähig gegen tiefe Winterkälte und sehr anspruchslos was seinen Standort anbelangt, gedeiht also sowohl auf lehmigen als auch auf sandigen Böden. Und dabei spielt es keine Rolle, ob diese nun trocken, wechselfeucht oder nass sind. Besonders prächtig gedeiht Wacholder auf mäßig saurem Boden, welcher sandig und trocken ist. Aufgrund seines hohen Lichtbedarfs bevorzugt der Wacholder eine vollsonnige, exponierte Lage.
Die Verwendung
Während das zähe, elastische aber schwer spaltbar Holz des Wacholders forstwirtschaftlich keine große Rolle spielt, werden die Beerenzapfen häufig und vielfältig genutzt. Diese werden vorwiegend als Gewürz beim Kochen, zum Räuchern, für verschiedene Heilmittel oder zur Branntweinherstellung verwendet. ‚ Immerhin ist in den Beerenzapfen neben den Ölen bis zu 30 Prozent Zucker enthalten.
Im Garten ein gern gesehener Gast
Da er erstaunlich resistent gegenüber Luftverunreinigungen ist, eignet sich Wacholder gut für die Stadt. Im Garten passt er gut zu Birke, Eberesche, Ginster, Heidekraut, Kiefer, Königskerzen, Nelken, Thymian und Wildrosen. Weil schnittverträglich, eignet sich Wacholder für dichte Hecken wie auch zum Formen von grünen Skulpturen.

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