(Bild: pixelio.de / tutto62) Schön sieht es zwar aus, das Jacobskreuzkraut, aber leider ist es in der Lage bei Mensch und Tier tödliche Vergiftungen hervorzurufen. Die von der Pflanze produzierten Pyrrolizidinalkaloide können nämlich die Leber nachhaltig schädigen. Bei dauerhaftem Genuss können bereits geringe Dosen Leberschäden verursachen. Es kann als Spätfolge sogar zu Leberkrebs kommen. Werden größere Mengen verzehrt kann dies direkt zu einem tödlichen Leberschaden führen.
Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea), welches hierzulande auf dem Vormarsch ist, wird etwa 1,40 Meter hoch. Das zweijährige JKK, welches auch als Jakobs-Greiskraut bezeichnet wird, zeigt im zweiten Vegetationsjahr zwischen Juni bis September seine gelben Korbblüten. Seine starke Verbreitung ist begründet durch die Zunahme von Brachflächen, welche meist nicht mit Herbiziden behandelt werden. Die Giftpflanze ist sehr genügsam und gedeiht schon jetzt in riesigen Monokulturen, weiß Dr. Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn zu berichten. In Deutschland häufen sich Todesfälle bei Pferden. Sie reagieren nämlich auf das Toxin der Pflanze besonders empfindlich.
Beim Menschen gab es bereits auch einen ersten Todesfall. In Baden-Württemberg hat eine schwangere Frau größere Mengen eines Gesundheitstees getrunken, in dem eine Pflanze mit Pyrrolizidinalkaloiden enthalten war. Die Leber des ungeborenen Kindes wurde dadurch derart geschädigt, dass es kurz nach der Geburt verstarb.
Ob diese Giftstoffe in die Nahrungsmittelkette gelangen können, das untersucht momentan das Pharmazeutische Institut in Bonn. Vermehrt gibt es Hinweise darauf, dass bei Kühen, die Jakobskreuzkraut gefressen haben, das Toxin möglicherweise in die Milch übergehen könnte. In Honig kann es zudem durch Bienen gelangen; in diesem naturbelassenen Lebensmittel wurde es bereits nachgewiesen.
Dr. Wiedenfeld betont jedoch, dass kein Grund zur Panik bestehe. Allerdings fordert der Pharmazeut eine wirksame Bekämpfung der Pflanze, etwa durch Herbizide, welche sich schnell wieder abbauen und dadurch die Umwelt nur wenig belasten. Solche Mittel fänden jedoch zu selten Anwendung, kritisiert Wiedenfeld. Besondere Bekämpfungsprobleme ergeben sich vor allem auf still gelegten Flächen in Naturschutzgebieten sowie in der Bio-Landwirtschaft, weil dort der Einsatz von Herbiziden tabu ist. Die Pharmazeuten der Uni Bonn versuchen zusammen mit der Landwirtschaftskammer NRW Antworten auf die Fragen zu finden: Wie hoch ist die toxische Belastung? Und wie lässt sich die Verbreitung dieser Pflanze stoppen? Neben dem Jakobskreuzkraut betrifft das auch seine nahen Verwandten, vor allem das rauken- und das schmalblättrige Kreuzkraut.
Weitere Informationen über diese Giftpflanze sowie zu deren Bekämpfung finden sich unter www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm.

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