Haus

Haussanierer: Profitieren von Fördertöpfen

Bild: pixelio.de / knipseline

Bild: pixelio.de / knipseline

Sanierungswillige Altbau-Eigentümer können von den derzeit niedrigen Zinsen sowie auch von den attraktiven staatlichen Förderungen profitieren. Die Fördermöglichkeiten sind vielfältig und erstrecken sich angefangen von der Energieberatung über den Einsatz regenerativer Energien bis hin zur Komplettsanierung. Die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) weist darauf hin, dass hierbei grundsätzlich folgendes gilt: Die Finanzspritze vom Staat fällt umso höher aus, je umfangreicher die Sanierungsmaßnahmen ausfallen und je besser der energetische Standard wird. Allerdings muss für jedes Gebäude individuell entschieden werden, was energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Aus diesem Grund sollte man vorab auf jeden Fall einen Energieberater einschalten. Fünf typische energiesparende Sanierungsbeispiele hat die dena für ein zusammengestellt und zwar für ein unsaniertes freistehendes Einfamilienhaus mit 150 m ‚ ² Wohnfläche, das 1970 gebaut wurde und von vier Personen bewohnt wird. Diese Beispiele umfassen Maßnahmen die für den kleinen Geldbeutel geeignet sind bis hin zu solchen durch die ein energetisch optimaler Standard erreicht wird.

Beispiel 1: Für den kleinen Geldbeutel

Um die Energiekosten pro Jahr zu senken, ohne dass die Sanierung zu teuer wird, empfiehlt sich die Dämmung der oberste Geschossdecke, der Kellerdecke sowie der Rohrleitungen. Weitere Maßnahmen sind der Einbau von Thermostat-Ventilen sowie eine gründliche Überprüfung und gegebenenfalls neue Einstellung der Heizung. Außerdem sollten auch die Heizkörper regelmäßig entlüftet und die Raumtemperatur richtig gewählt werden. Wichtig ist auch eine sinnvolle Lüftung sowie die Vermeidung von Wärmestaus, so sollten beispielsweise die Heizkörper nicht verdeckt werden. Für diese Maßnahmen muss man mit 3.000 Euro rechnen. Dafür kann man im Jahr 710 Euro einsparen, so dass sich die Investitionen bereits nach 4 Jahren gedeckt sind.

Beispiel 2: Energieeffizient Heizen und Warmwassererzeugung durch Solarthermie

Eine staatliche Förderung bis zu einer Höhe von 785 Euro winken Haussanierern, die bereit sind sich eine moderne Öl- oder Gas-Brennwertheizung einbauen und sich zur ‚   ‚   Trinkwassererwärmung eine solarthermische Anlage installieren lassen. Die Investition von 9.515 Euro macht sich nach acht Jahren bezahlt.

Beispiel 3: Dämmung der Gebäudehülle optimieren

Doppelt profitieren können Eigenheimbesitzer, wenn sie ihre Gebäudehülle sanieren. Denn im Winter ist der Wohnraum dadurch besser vor Kälte und im Sommer besser vor Hitze geschützt. Um dafür Fördermittel zu bekommen sind gewisse Vorgaben einzuhalten. Die Außenwände müssen dafür mit mindestens 14 cm Dämmstoff, das Dach mit mindestens 16 cm und die Kellerdecke mit mindestens 11 cm gedämmt werden. Und die Fenster sollen aus Zwei-Scheiben Wärmeschutzverglasung bestehen. Für diese Maßnahmen kann man bis zu 2.170 Euro an Förderung beantragen. Nach 14 Jahren rechnet sich die 26.730 Euro teure Modernisierung. Die ‚   Energieeinsparung pro Jahr beträgt 1.780.

Beispiel 4: Aus Alt mach Neu

Immerhin bis zu 5.690 an staatlicher Förderung ist für eine Rundum-Sanierung auf Neubau-Niveau drin. Dabei soll der Altbau so saniert werden, dass er danach den energetischen
Mindestanforderungen entspricht, welche an einen heutigen Neubau gestellt werden. Beim Sanierungspaket 4 werden die Außenfassaden und ‚   die Kellerdecke ebenso wie beim Sanierungspaket 3 gedämmt. Beim Dach jedoch ist hierbei der Dämmstoff 20 cm dick. Außerdem sollen auch die alten Fenster durch neue mit einer Zwei-Scheiben Wärmeschutzverglasung ersetzt werden. Dieses Sanierungskonzept umfasst weiterhin den Einbau einer modernen effizienten Heizung sowie die Installation einer Solaranlage mit Trinkwassererwärmung. Um eine sorgfältige Bauausführung zu gewährleisten, wird eine kompetente Planung, eine sachkundige Begleitung und Prüfung vorausgesetzt. Die Investitionen von etwa 43.200 Euro machen sich nach rund 15 Jahren bezahlt. Pro Jahr beläuft sich die Energieeinsparung hierbei auf 2.390 Euro.

Beispiel 5: Komplettumbau zum modernen Effizienzhaus

Bis zu 85 Prozent pro Jahr kann einsparen, wer sein Haus optimal energetisch saniert. In dem Fall ist der sanierte Altbau ein echtes Effizienzhaus. Der Energieverbrauch liegt bei einem solchen Gebäude rund 50 Prozent unter den Vorgaben, welche der Gesetzgeber für einen Neubau fordert. In Sachen Dämmung beläuft sich die Stärke des Dämmstoffs bei Außenwänden auf 24 cm, bei der Kellerdecke auf 8 cm und beim Dach auf 30 cm. Natürlich schaut man beim Effizienzhaus durch Fenster mit einer Zwei-Scheiben Wärmeschutzverglasung. Oftmals wird zusätzlich eine Pelletheizung eingebaut. Zur Unterstützung der Heizung sowie zur Warmwasserbereitung kommt oft eine Solaranlage zum Zug. Komplettiert wird die Energieeinparung durch den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Ein Fachmann sollte alle Bauausführungen begleiten und dokumentieren. Die Kosten belaufen sich hierbei auf eine stolze Summe von 68.300. Dafür gibt es aber auch eine staatliche Förderung in Höhe von 18.398 Euro. Nach circa 12 Jahren sollen sich diese Ausgaben amortisiert haben.

Zu den wichtigsten Fördertöpfen des Bundes gehört die KfW Förderbank. ‚   Gelder für erneuerbare Energien stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit. Da auch die Länder Förderprogramme bieten, lohnt es sich beim örtlich zuständigen Umwelt- oder Bauamt nachzufragen. Einen guten ersten Überblick erhält man beispielsweise unter www.energiefoerderung.info.

Eure Kommentare

Leider keine Kommentare.

Dein Kommentar

Hinweis: Die Redaktion behaelt es sich vor Kommentare, die der Werbung dienen, nicht freizuschalten oder die Werbung aus den Kommentaren zu entfernen.