Garten

Wildtomaten aus dem Öko-Zuchtgarten

Foto: Christine Schonschek

Foto: Christine Schonschek

Sie gehört zu den wichtigsten Gemüse-Sorten in Deutschland: Die Tomate (Solanum lycopersicum). Allerdings nimmt der aggressive Befall durch den Pilz “Phytophthora infestans” immer mehr zu, so dass sich ein Anbau ohne Dach und Bewässerung als recht schwierig erweist. Die Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen beschäftigen sich daher mit verschiedenen Fragen rund um dieses beliebte Gemüse. So möchten die Forscher etwa herausfinden, welche Tomatensorten sich für den Anbau im Freiland eignen und wie neue schmackhafte und pilzresistente Sorten gezüchtet werden können. Zurzeit werden bundesweit die besten Zuchtlinien und Standardsorten geprüft.

Wie der Agrarwissenschaftler Dr. Bernd Horneburg von der Abteilung Pflanzenzüchtung erklärt, hilft gegen die Kraut- und Braunfäule nur eine langfristig angelegte Resistenzzüchtung. Auf Feldresistenz gegen diese Fäule haben die Forscher bundesweit 3.500 Tomatensorten geprüft. Gleichzeitig wurden dabei auch die Ertrags- und Qualitätseigenschaften untersucht. Das Ziel der Forscher ist es den Gärtnern für den ökologischen Freilandanbau bestimmte Sorten empfehlen zu können. Dr. Horneburg erklärt, dass insbesondere die Wildtomaten “Rote Murmel” und “Golden Currant” dafür gut geeignet sind. Denn sie halten einer Pilz-Infektion lange stand und bringen selbst in ungünstigen Lagen noch Früchte hervor.

Begonnen wurde mit dem ökologischen Züchtungsprogramm im Jahr 2003. Seit mehreren Jahren kooperieren die Göttinger Agrarwissenschaftler mit dem gemeinnützigen Verein Dreschflegel. In 2009 werden die besten Zuchtlinien mit Standardsorten verglichen. Für den Anbau im Privatgarten sollen daraus nämlich neue Sorten entstehen.

Am Samstag den 15. August 2009 findet auf dem Klostergut Reinshof südlich von Göttingen ein Besuchstag statt. Eingeladen sind dazu alle interessierten Verbraucher und Hobby-Gärtner. Diese können sich dort informieren über die Züchtung, das Sortenspektrum, die Sortenauswahl sowie den Anbau von Wildtomaten. Die Gäste können natürlich auch verschiedene Tomatensorten probieren. Des Weiteren werden auf dieser Veranstaltung auch Freilandversuche und Neuzüchtungen vorgestellt. Zu sehen sind bei dem Besuchstag neben den Wildtomaten auch verschiedene Arten der Bodenbedeckung. Die Führungen beginnen um 14.15 Uhr.

Nähere Informationen zur Arbeitsgruppe “Ökologische Züchtung Tomate und Linse” sind im Internet zu finden unter www.uni-goettingen.de/de/48392.html.

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