Garten

Rucola: Besser selber anbauen!?

Foto: Christine Schonschek

Foto: Christine Schonschek

Kürzlich hat ein Kunde eines Lebensmitteldiscounters zwischen den Blättern seines gekauften Rucola-Salates Stiele des Gemeinen Greiskrauts gefunden. Diese auch als Jakobskreuzkraut bezeichnete Giftpflanze kann, wenn sie in größeren Mengen verzehrt wird, lebensgefährliche Leberschädigungen und Krebs auslösen. Um solche Gefahren zu verringern ist es durchaus empfehlenswert Rucola selbst anzubauen. Was auch gar nicht so besonders schwierig ist.

Natürlich können das Jakobskreuzkraut oder auch andere Giftpflanzen den Sprung in den heimischen Garten wagen. Aber dort hat man selbst die Möglichkeit sich einen Überblick über aufgehende Unkräuter zu verschaffen und kann diese direkt jäten bevor sie überhaupt größer werden können.

Unter der Bezeichnung Rauke (Rucola) gibt es aus botanischer Sicht zwei verschiedene Pflanzenarten. Beide zeichnen sich aus durch ihren typisch scharf-würzigen, nussartigen Geschmack. Unterschiedlich ist allerdings die Geschmacksintensität. Während nämlich die einjährige Salatrauke (Eruca sativa) etwas milder ist, schmeckt die mehrjährige Wilde Rauke, auch genannt Würzrauke (Diplotaxis tenuifolia) eher scharf würzig und ihre älteren Blätter haben einen bitteren Geschmack.

Auch wenn man es nicht vermuten würde, die Rauke zählt zu den Kohlarten und somit zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae, vormals Cruciferae). Aus diesem Grund ist es für den Anbau wichtig, dass man sie nie auf demselben Beet zieht, in dem vorher anderen Kohlsorten angebaut wurden. Somit soll nämlich die Gefahr der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) minimiert werden. Der Kohlherniepilz befällt als bodenbürtige Fruchtfolgekrankheit vor allem viele Arten aus der Familie der Kreuzblütler. Nasse Bodenbedingungen, saure Bodenreaktion sowie hohe Bodentemperaturen bilden besonders ideale Bedingungen für die Ausbreitung dieser Pflanzenkrankheit. Ist der Boden allerdings zu trocken, dann können Erdflöhe auftreten. Deshalb sollte der Boden dieser Flachwurzler feucht gehalten und gleichzeitig Staunässe unbedingt vermieden werden.

Rauke kann man im Gemüsegarten ebenso wie auch in Balkonkästen oder in Töpfen leicht selbst anbauen. Rucola bevorzugt einen warmen sonnigen Standort mit durchlässigem, humosem Boden. Von Anfang April an kann man in bis in den September hinein Rucola direkt ins Freiland aussäen. Bedeckt man das Beet mit Vlies, ist sogar eine Ernte im Winter möglich. Bei einer Keimtemperatur von 15 bis 20 Grad Celsius keimen die Samen nach etwa 10 bis 15 Tagen. Rucola eignet sich gut als Vor-, Nach- und Beikulturpflanze. Am besten setzt man ihn in Reihen mit einem Abstand von 15 bis 20 Zentimetern und zwar etwa 5 bis 10 Millimeter tief. Weil frisch gewonnenes Saatgut nur schlecht keimt sollte man einige Monate warten, ehe man es aussät.

Während man im Frühjahr und Herbst erst nach etwa sieben Wochen ernten kann, ist die Rauke im Sommer schon nach circa drei Wochen schnittreif. Geerntet werden die Blätter natürlich vor der Blüte. Die Rosette schneidet man, wenn die Blattlänge 10 Zentimeter beträgt, nicht zu dicht über dem Boden ab. Wenn kontinuierlich geschnitten wird kann man sogar zwei bis drei Mal ernten.

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