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Für den Monat September hat der Botanische Garten Rostock den Keuschbaum zur Pflanze des Monats gewählt. Denn die Pflanze, welche botanisch gesehen eigentlich gar kein Baum sondern ein Strauch ist, blüht erst im Spätsommer beziehungsweise im Frühherbst. Sie zeichnet sich aus durch interessante, handartig gefiederte Blätter. Die violetten Blüten duften aromatisch. Früher wurde der Keuschbaum, welcher vielleicht auch besser unter dem Namen Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) bekannt ist, häufig in Klostergärten gepflanzt.
Damals wurde der Strauch allerdings weniger aufgrund ihres Zierwertes sondern aus praktischen Gründen angebaut. Die Früchte des Mönchspfeffers wurden hochdosiert als Gewürz und gleichzeitig auch als Anaphrodisiakum verwendet, um den frommen Brüdern das enthaltsame Klosterleben zu erleichtern. Aber auch heute noch wird Mönchspfeffer als Heilpflanze verwendet. Jetzt wird er allerdings zur Linderung von Frauenleiden sowie zum Ausgleich von Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt.
Der Keuschbaum erreicht eine Wuchshöhe von zwei bis drei Metern. Seine gefiederten Blätter erinnern auf den ersten Blick an Hanf. Zerreibt man die Blätter sanft zwischen den Finger, dann verströmen diese einen aromatischen Duft. Die hellvioletten Lippenblüten duften ebenfalls sehr aromatisch und bilden bis zu 30 Zentimeter lange Rispen. Die Blütezeit des Keuschbaumes ist im September und Oktober. Zu einer Zeit also, wenn im Garten nur mehr wenige Pflanzen blühen.

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