
Foto: Christine Schonschek
Wer im nächsten Herbst herbe leuchtend rote Cranberries aus dem eigenen Garten ernten möchte, sollte jetzt die entsprechenden Sträucher setzen. Das empfiehlt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. Die aus Nordamerika stammenden Beeren erfreuen sich hierzulande einer wachsenden Beliebtheit. Die Früchte des kleinwüchsigen Strauches enthalten nämlich viel Proanthocyanidine (PAC). Dieser sekundäre Pflanzenstoff soll für die Gesunderhaltung der Blasenfunktion verantwortlich sein. Mit der Wirksamkeit von Cranberrypräperaten hat sich ÖKO-TEST für das Jahrbuch Gesundheit für 2010 befasst. Doch zurück zur eigentlichen Pflanze der Cranberry (Vaccinium macrocarpon), die auch Großfruchtige Moosbeere oder Kranichbeere genannt wird.
Ideal als Bodendecker
Dank ihres kriechenden Wuchses – Cranberry-Sträucher werden nur 10 bis 30 Zentimeter hoch – eignen sie sich auch ideal als gesunde Bodendecker. Etwa unter Rhododendren. Dekorativ machen sich die Sträucher mit den sehr Vitamin-C-reichen Früchten aber auch in Balkonkästen und Blumenkübeln. Darin überzeugen vor allem die langen, überhängenden Triebe aus denen zierliche, immergrüne Blättchen sprießen, welche sich im Winter rötlichbraun verfärben.
Name beschreibt die Blütenform
Zu ihrem Namen kam die Kranichbeere aufgrund ihrer Blütenform, die dem Kopf und Schnabel eines Kranichs ähnlich sieht. Die Sträucher blühen Ende Juni / Anfang Juli. Im August entwickeln sich aus den weißlich-rosafarbenen Blüten allmählich die leuchtend roten Früchte.
Relativ anspruchslose Pflege
Die Delikatessen aus dem Heidegarten bevorzugen einen sauren saurem (pH 4,0 bis 5,0), mäßig feuchten Boden. Staunässe sollte so gut es geht ganz vermieden werden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Zum Pflanzen hebt man etwa ein 15 Zentimeter großes Loch aus. Den Boden ersetzt man dann durch gut angefeuchtete Torf- oder Moorbeeterde. Eigentlich ist die Pflanze wie die anderen Gewächse aus der großen Familie der Heidekrautgewächse sehr anspruchslos. Trotzdem kann im ersten Frühjahr etwas Rhododendron-Dünger nicht schaden. Je Quadratmeter reichen sechs bis acht Pflanzungen aus, weil die Ausläufer der Pflanzen eine Länge von bis zu zwei Metern erreichen.
Ernte und Verarbeitung
Ernten kann man ungefähr ab Mitte September bis Anfang November. Schneidet man nach der Ernte die langen Ranken etwas zurück, dann können sich dichte Pflanzenteppiche ausbilden und außerdem sollten die Sträucher auch noch besser fruchten. Die eher herb schmeckenden Beeren lassen sich gut verarbeiten. Daraus kann man Saft, herb-fruchtiges Gelee oder Kompott machen. Auch getrocknet sind die Früchte sehr lecker. Verfeinern kann man mit den frischen oder getrockneten Beeren Müsli, Kuchen, Muffins ebenso wie herzhafte Wildgerichte.
