Foto: pixelio.de / Annamartha
Die Forscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) haben in Kooperation mit der SEQ-IT GmbH erstmals das Genom der ersten mehltauresistenten Rebsorte “Regent” entschlüsselt. Weiterhin befinden sich die Daten zu Europäischen Weinreben nun in einer zentralen Datenbank. Die pilzwiderstandfähige Rotweinrebsorte “Regent” wurde am JKI gezüchtet. Mit einer Anbaufläche von mehr als 2.000 Hektar ist sie die bedeutendste mehltauresistente Rebsorte im deutschen Weinbau.
Beschleunigung des Züchtungsprozesses
Dank der kompletten Sequenzierung besteht nun die Möglichkeit eines Vergleichs der Genome resistenter und nichtresistenter Rebsorten, so dass sich die Resistenzgene rascher identifizieren lassen. Dank dieser Entschlüsselung des Regent-Genoms soll der langwierige Züchtungsprozess neuer widerstandfähiger und angepasster Rebsorten um bis zu zehn Jahre beschleunigt werden können, meinen die Züchter des JKI.
Anbau mit weniger Pflanzenschutzmitteln
Insbesondere traditionelle Rebsorten sind häufig sehr anfällig gegenüber dem Echten und dem Falschen Mehltau. Um die Pflanzen vor diesen beiden Pilzen zu schützen ist ein entsprechend hoher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Fungizide) erforderlich. Werden allerdings pilzresistente Sorten angebaut, dann soll die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln um etwa die Hälfte reduziert werden können.
Europäische Rebsortendatenbank
Interessant ist auch die Arbeit des JKI im Rahmen des EU-Projektes GrapeGen06. Dazu hat das Julius Kühn-Institut die europäische Rebsortendatenbank “EU Vitis Database” neu programmiert. Dadurch soll die Vielfalt der Rebsorten über die deutschen und europäischen Grenzen hinaus erhalten werden. Vorgestellt wurde die Datenbank auf einem Workshop in San Michele/Italien. Zu erreichen ist sie im Internet unter www.eu-vitis.de.

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