
Foto: Ulrich Zimmermann
Der Informationsdienst Wissenschaft weist auf eine von der Universität Würzburg entwickelte Sonde hin. Mit dieser kann die Wasserversorgung von Pflanzen gemessen werden. Wie gut Pflanzen – ganz gleich ob im Freien oder im Gewächshaus – mit Wasser versorgt sind, kann man mit dieser neuartigen Magnetsonde feststellen. Um eine Messung durchzuführen, wird die Sonde einfach an die Blätter geklemmt.
Beteiligt waren an der Entwicklung der Magnetsonde das Team um Professor Ulrich Zimmermann vom Biozentrum der Universität Würzburg in Zusammenarbeit mit Privatdozent Dirk Zimmermann und Professor Ernst Bamberg vom Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main. Die Technik steht nun nach zweieinhalbjähriger Arbeit kurz vor der marktreifen Anwendung.
Vorteile stoßen auf reges Interesse
Damit sollen Einsparpotenziale bei der Bewässerung möglich sein. Weiterhin verspricht man sich dadurch die Verringerung der Bodenversalzung. Auch wenn mit dem Prototypen der Sonde noch Tests laufen, das Interesse daran seitens der Landwirtschaft und des Gartenbaus ist groß.
Wie es funktioniert
Die beiden zylinderförmigen Teile der Sonde sind magnetisch und etwa so dick wie ein Bleistift. So kann man zwischen die beiden Teile einfach das Blatt klemmen. Mittels einer Stellschraube kann die Magnetstärke verändert werden. Schließlich sollen zartere Blätter nicht durch den Druck der Sonde zerstört werden. In einem der Magneten ist ein druckempfindlicher Chip enthalten. Dieser registriert ob ein Blatt gut mit Wasser versorgt und dadurch prall ist oder ob das Blatt Wasser verliert. Über ein Kabel werden die gemessenen Werte an einen ungefähr handygroßen Transmitter übermittelt. Dieser kann beispielsweise an den Zweigen der Pflanze befestigt werden. Der Transmitter gibt die Werte via Funk an eine Kontrolleinheit weiter. Dort werden die Daten gespeichert und ins Internet eingespeist.
Fernüberwachung
Die NTBB Systemtechnik GmbH in Zeuthen bei Berlin hat diese telemetrische Datenübertragung ins Internet entwickelt. So kann Ulrich Zimmermann auf dem Bildschirm in seinem Büro in Echtzeit beobachten, wie gut das Olivenbäumchen, welches einen Stock tiefer im Labor an der Sonde hängt, mit Wasser versorgt wird. Abrufen kann er weiterhin auch die Messdaten von jeweils einer Bananen-, Oliven- und Orangen-Plantage in Israel. Dort findet nämlich derzeit der Feldversuch des Systems statt.
Zukunftsperspektiven
Wer weiß, ob dann nicht auch bald Hobbygärtner von der Arbeitsstelle oder dem Urlaubsort aus prüfen können, wie es tatsächlich um die Wasserversorgung von Yucca, Ficus, Gummibaum und Co. zuhause steht. Mit bisherigen Sonden kann nämlich nur die Bodenfeuchtigkeit gemessen werden. Falls dieses System dann auch für die private Nutzung verfügbar wird, sollte man allerdings auch auf die Sicherheit der Internetübertragung achten. Auf jeden Fall könnten mit dieser Magnetsonde dann Bewässerungssysteme in Haus und Garten noch effizienter eingesetzt werden.

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