Bei vielen Elektrogeräten wie dem Dampfbügeleisen, der Kaffee- oder der Waschmaschine denkt man daran, dass die im Trinkwasser enthaltenen Mineralien wie zum Beispiel Kalk den Geräten zusetzen können. Das gilt genauso auch für Heizkessel. Die Fachleute vom T ÜV S ÜD warnen davor zu sorglos mit Trinkwasser die Heizung nachzufüllen, weil dies im Extremfall den Kessel ruinieren kann.
Moderne Heizungssysteme werden aus hochwertigen Werkstoffen hergestellt. Wobei die Materialstärke immer mehr abnimmt. Füllt man ein eine Heizung Trinkwasser mit hohem Kalkanteil nach, dann können an exponierten – von der Flamme berührten – Bauteilen Ablagerungen entstehen. Die kann dazu führen, dass in den Wärmeerzeugern dermaßen hohe Wärmespannungen auftreten, dass Risse entstehen. Die mögliche Folge ist klar, der Kessel wird undicht. Ein Risiko dazu besteht bei allen Heizungssystemen der Niedrigenergiebauweise, welche gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 eingebaut wurden. Betroffen sind also Öl- oder Gaskessel, Brennwerttechnik ebenso wie konventionelle Feuerung, Plattenwärmetauscher sowie Wärmepumpen aller Art, durch die Heizwasser fließt.
Vorsicht geboten ist auch vor Wasser mit einem zu hohem Natriumgehalt in Kombination mit Wärmetauschern aus Aluminium oder Alu-Legierungen. Dort kann das Material durch den erhöhten Natriumgehalt chemisch angegriffen werden.
Bei der Wasserqualität kann man sich an einer Regel für die Technik orientieren, nämlich an der VDI 2035 “Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen”. Diese gilt für zwar Heizungsanlagen mit einer Leistung über 50 kW, doch auch Hersteller für Systeme mit geringerer Leistung geben eine Wassergüte gemäß der VDI 2035 vor. Manche fordern für den Betrieb sogar noch schärfere Bedingungen sowie eine Absprache mit Wartungsfirma.
Ein Druckmangel in der Heizungsanlage muss durch das Nachfüllen von Wasser behoben werden. Ein Manometer gibt Auskunft über einen eventuell vorhandenen Druckmangel. Wie der T ÜV S ÜD angibt gehen in der Heizanlage eines Einfamilienhauses durchschnittlich etwa ein bis zwei Liter Heizwasser pro Jahr verloren. Dies erfolgt bei normalem Betrieb durch Verdunstung an Dichtungen und Verschraubungen. Sollte mehr Wasser fehlen, dann ist dies auf eine technische Ursache, wie etwa eine undichte Rohrverbindung, zurückzuführen. Damit die erläuterten Probleme durch ein Nachfüllen von zu hartem Wasser vermieden werden können, sollte bei der jährlichen Wartung ein Fachmann zusätzlich zu dem Systemdruck auch noch die Heizwassergüte überprüfen. Zur Verbeugung einer Korrosion sollte man nur Wasser verwenden, welches möglichst wenig Kalk enthält und im stark alkalischen Bereich liegt, also mit einem ph-Wert über 8,5. Im Vergleich dazu liegt Trinkwasser mit seinem ph-Wert um 7 im neutralen Bereich und enthält im Durchschnitt etwa 0,2 Gramm Kalk pro Liter.

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