
Foto: juwi
Die “Schwarze Erde”, wie sich “Terra Preta” aus dem portugiesischen übersetzen lässt, ist ein nährstoffreiches Humussubstrat. Darin sind sämtliche Nährstoffe stabil gebunden, das heißt sie werden nicht ausgewaschen. Es handelt sich dabei um eine vom Menschen geschaffene Bodenform. Die “Terra Preta do Indio” wurde geschaffen aus Ernteresten und organischen Siedlungsabfällen. Entdeckt wurde sie von Archäologen im Amazonasbecken gegen Ende der 1980er Jahre. Sie bildete die Lebensgrundlage der Hochkulturen mit florierender Landwirtschaft. In den Siedlungen im Amazonasgebiet lebten im 16. Jahrhundert mehrere hunderttausend Menschen. Das ursprüngliche Verfahren zur Schwarzerde-Gewinnung wurde in zahlreichen Labor- und Feldversuchen rekonstruiert.
Im Terra Preta-Werk im rheinland-pfälzischen Morbach wird die Schwarzerde nun hergestellt. Die Gewinnung erfolgt über einen einmaligen Bioabfall-Kreislauf. Mehr als 40.000 Tonnen Gärreste bilden die Grundlage der Produktion. Ergänzt wird sie durch Biomasse-Potenziale aus der Region, die bislang ungenutzt blieben, wie etwa Grünschnitt. Bei der Terra-Preta-Gewinnung werden die festen Bestandteile der Gärreste aus Biogasanlagen weitgehend zu Humussubstrat verarbeitet. Die flüssigen Bestandteile durchlaufen verschiedene Behandlungsstufen und dienen anschließend der Bewässerung von Energiepflanzen.
Die neuen Terra Preta-Kultursubstrate und -Bodenhilfsstoffe überzeugen durch eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und gute Durchlüftung. Zum Einsatz kann die neue Terra Preta sowohl in der professionellen gewerblichen Anwendung als auch im Hobbygartenbau kommen.
Ein Konsortium der Firmen juwi und areal sowie der Miterfinder Joachim Böttcher gründeten im November 2009 die Palaterra Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG. Sie soll das “Gold der Erde” unter’s Volk bringen. Vorbestellungen sollen bereits jetzt unter www.palaterra.eu/Palaterra-kaufen möglich sein.








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