Tag der Kräuterweihe
(Bilder: pixelio.de) Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, werden in katholischen Gemeinden Kräutersträuße geweiht. Ein Brauchtum das sich bis heute gehalten hat. Der Kräuterstrauß, der im Rheinland auch als “Krautwisch” bezeichnet wird, hatte früher insbesondere in ländlichen Gegenden eine besondere Bedeutung. Die Anzahl der verwendeten Kräuter war nicht willkürlich, sondern sollte sich an der heiligen Zahl sieben oder neun (also drei mal drei) orientieren. In einem Strauß konnten aber auch bis zu 99 verschiedene Kräuter enthalten sein. Der Kräuterbuschen soll seinen Besitzer vor Gefahren schützen und bei Krankheiten helfen. Doch welche Kräuter sind traditionell im Kräuterstrauß üblich?
Zu Kräuterbuschen werden vor allem Heilkräuter gebunden, da die gesammelten Pflanzen Heilwirkung ausstrahlen sollten. Aber auch Würzkräuter können darin enthalten sein. Oft wurden um die Königskerze, welche die Mitte bildete verschiedene Heilkräuter herum gebunden. Das waren meist Salbei und Schafgarbe gegen Halsweh und Husten, Wermut und Spitzwegerich gegen Magenschmerzen und Insektenstiche sowie Baldrian für gute Nerven und Brennessel, dessen blutreinigende und blutbildende Wirkung geschätzt wurde. Aber auch Klette, Johanniskraut, Dost, Tausengüldenkraut, Kamille, Pfefferminze, Rainfarn, Blutstropfen, Frauenmantel und Beifuss gehören zu den typischen Kräutern, die zu Sträußen gebunden wurden. Eingebundene Getreidehalme wie Weizen, Hafer und Roggen sollten das Haus in dem der Strauß aufgehängt wurde vor Hungersnot bewahren.
Beim Sammeln der Kräuter, welches den Kindern vorbehalten war, wurde deren Naturverbundenheit gestärkt. Außerdem erlangten diese von den Eltern oder Großeltern Kenntnisse über die Pflanzen und ihre heilenden Wirkungen. Wer in Sachen Kräuter nicht so bewandert ist, aber mehr darüber wissen will, der kann sich mit Hilfe eines kompakten und reich bebilderten Pflanzenbestimmungsbuches auf den Weg machen, um die Kräuter am Wiesen- oder Feldrand zu erkunden. Die gesammelten und zum Strauß gebundenen Kräuter sollten dann an einer luftigen Stelle zum Trocknen aufgehängt werden.