Zu den negativen Aspekten der weltweiten Ausdehnung von Handel und Reiseverkehr gehört das Einschleppen von Schädlingen aus fremden Ländern. Immer wieder kam in den vergangenen Jahren in Importpflanzen aus Asien der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) nach Europa. In der Lombardei in Italien soll sich dieser massive Schädling leider bereits ausgebreitet haben. Um die heimischen Laubbäume zu schützen hat die Europäische Union (EU) nun für Ahornpflanzen (Acer spp.) aus China ein befristetes Einfuhrverbot erlassen. Strenge Regelungen sind aber auch für den Import anderer anfälliger Pflanzen bestimmt worden.
Der Käfer gilt in seiner Heimat als gefürchteter Schädling. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man den Schaden betrachtet den dieser Käfer an den befallenen Bäumen anrichtet. Als Wirtspflanze bevorzugt der circa 25 bis 40 Millimeter große Käfer vor allem Laubbäume, die dann innerhalb weniger Jahre absterben. Zum Teil macht sich der Citrusbockkäfer aber auch in alten Rosenstöcken breit. Um den Schädling zu bekämpfen kann man in Europa nur die Käfer Einsammeln und die befallenen Bäume vernichten.
Den größten Schaden allerdings fügen die Larven den Wirtspflanzen zu. Sie leben nämlich unbemerkt ein bis zwei Jahre vorzugsweise im Fuß des Stammes oder in den Wurzeln. Auf einen Befall können Bohrspäne hinweisen. Diese erzeugen die Larven beim Fressen. Sie liegen dann auf dem Boden um den Baum herum. Die Käfer schlüpfen im Sommer. Sie hinterlassen ein kreisrundes Ausbohrloch, welches einen Durchmesser von etwa 15 Millimeter hat. Der adulte Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) fällt nicht nur durch seine enorme Größe auf, sondern auch durch seine schwarz glänzenden Flügeldecken auf denen unregelmäßige weiße Flecken sind. Die langen Fühler sind schwarz-weiß gestreift. Zur näheren Betrachtung einfach auf das Bild oben klicken.
Weitere ausführliche Informationen zu dem Schädling sind in dem Faltblatt “Asiatischer Laubholz- & Citrusbockkäfer – Verwechslung mit heimischen Insekten” des JuliusKühn-Instituts (JKI) aus dem November 2009 enthalten. Das Dokument kann über folgende URL heruntergeladen werden
www.jki.bund.de/fileadmin/dam_uploads/_veroeff/faltblaetter/Asiatischer Laubholz- und Citrusbockkäfer.pdf
Je früher ein Befall dieses Schädlings erkannt werden kann, umso größer stehen die Chancen ihn erfolgreich zu bekämpfen und die Bäume zu schützen. Aus diesem Grund weist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) alle Pflanzenfreunde eindringlich darauf hin, den entsprechenden Pflanzen die notwendige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ein Befallsverdacht ist unbedingt an die zuständige Landesanstalt für Landwirtschaft zu melden.


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