Foto: Christine Schonschek
In einem zweistufigen Verfahren wird alljährlich die Giftpflanze des Jahres gewählt. In diesem Jahr darf sich die von August bis Oktober blühende Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) über den Titel “Giftpflanze des Jahres” freuen. Um die Organisation, Auswertung und Bekanntgabe der jeweiligen “Giftpflanze des Jahres” kümmert sich der Botanische Sondergarten Wandsbek in Hamburg.
Die in Süd-, West- und Mitteleuropa vorkommende Staude liebt feuchte Wiesen und ist auch als Zierpflanze in Gärten anzutreffen, weil sie so wunderschöne lilarosa-farbene Blüten hervorbringen. Da aber alle Pflanzenteile der Herbstzeitlose sehr stark giftig sind sollte diese besser nicht in einen Familiengarten gepflanzt werden. Bedenkt man dass 20 mg (entspricht 5 g Samen oder 50 g Blätter) für einen Erwachsenen eine tödliche Dosis darstellen, dann kann man sich vorstellen wie viel weniger bereits Kindern gefährlich werden kann. Tierhalter sollten beachten, dass die Herbstzeitlose auch für viele Säugetierarten giftig ist. Die Giftwirkung bleibt auch beim Trocknen (Heu), Lagern oder Kochen enthalten.
Einige Vergiftungserscheinungen, die durch das in allen Pflanzenteilen enthaltene giftige Alkaloid Colchicin hervorgerufen werden können, sind unter anderem Übelkeit, Benommenheit, Schock, heftiger Harndrang sowieAtemlähmung. Diese Symptome treten oft erst nach zwei bis sechs Stunden auf. Bereits beim geringsten Verdacht auf eine Vergiftung durch Colchicin muss umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Eine Bauernregel besagt, wenn die Herbstzeitlose früh blüht, dann wird der Winter hart.
Übringens, wer keine kleinen Kinder oder Haustiere hat und Freude an den Krokusartigen Blüten hat, kann Herbstzeitlose noch jetzt im August pflanzen.

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