Ginkgo: Der Jahrtausendbaum
(Bilder: PdM) Neulich habe ich im Kurpark unter dem dort prächtig gedeihenden Ginkgo eine Frucht gefunden, die äußerlich von Farbe, Form und Größe an eine Mirabelle erinnert und ebenso einen harten Kern umgibt. Das hat mich natürlich interessiert und ich habe mich daraufhin ein bisschen näher über den Ginkgobaum informiert. Durch das Kuratorium Baum des Jahres wurde der Ginkgo biloba zum “Baum des Jahrtausends” erklärt. In der Tat ist der Ginkgo ein ganz besonderer Baum.
Der Fächerblattbaum wie er auch genannt wird, entstand vor vielen Millionen Jahre und wird daher auch als “lebendes Fossil” bezeichnet. Der Ginkgo ist sehr unempfindlich gegenüber Umweltschadstoffen und deshalb ein beliebter Straßenbaum in vielen Großstädten. Ein lebender Beweis dieser besonderen Widerstandskraft ist der “Hiroshima-Baum”, der nach dem Atomangriff auf Hiroshima und Nagasaki fast vollständig verbrannt ist und bereits im darauf folgenden Jahr neue Triebe hervorbrachte. Deshalb gilt der Ginkgo auch als Zeichen der Hoffnung. In verschiedenen Kulturen wird der Ginkgo auch als Symbol für ein langes Leben, Liebe, Fruchtbarkeit, Freundschaft, Anpassungsfähigkeit und Unbesiegbarkeit verehrt. Es gibt männliche und weibliche Ginkgobäume, was im botanischen als zweihäusig (diözisch) bezeichnet wird. Jüngere Exemplare lassen sich schwer voneinander unterscheiden. Erst wenn sich nach etwa 20 - 30 Jahren die erste Blüte zeigt, ist es möglich das Geschlecht des Baumes einzuordnen.
Der botanisch verwendete Name Ginkgo ist auf einen Schreib- beziehungsweise Übersetzungsfehler zurückzuführen. Denn im japanischen setzt sich der Name aus “Gin” für Silber und für “kyo” für Aprikose zusammen, weshalb der Ginkyo, wie er ursprünglich heißt, auch als Silberaprikose bezeichnet wird. Weitere Namen sind Mädchenhaarbaum, Goethebaum, Goldfruchtbaum, Weltenbaum, Chinesischer Tempelbaum sowie – aufgrund der besonderen Blattform – auch Elefantenohr- und Entenfußbaum.
Die
Früchte des Ginkgos verströmen beim Verfaulen einen unangenehmen Geruch, weshalb in Europa vorwiegend die nicht fruchtenden, männlichen Ginkgos angepflanzt werden. Der Ginkgo in unserem Kurpark ist allerdings dann ein weiblicher Baum. Übrigens, die harten Kerne gelten in Asien als Delikatesse. In der Medizin werden Ginkgo-Extrakte in durchblutungsfördernden Präparaten sowie in Medikamenten gegen altersbedingte Erkrankungen verwendet.
Der anspruchslose und pflegeleichte Baum, der ausgewachsen an die 30 Meter hoch werden kann, eignet sich im Prinzip für alle Gartengrößen. Denn egal ob mit einem Ginkgo-Bonsai fürs Balkongeländer oder die Fensterbank oder mit kleiner bleibenden Sorten für den Hausgarten oder Terrasse lassen sich unterschiedliche sonnige Standorte mit einem Ginkgo bereichern.