Beliebter Alleenbaum - Helfer gegen Venenleiden

pixelio.de(Bilder: pixelio.de) Die Rosskastanie, ein beliebter Park-, Alleen und Biergartenbaum ist nicht nur wegen seiner rotbraun glänzenden Früchte bei Kindern beliebt, sondern wird auch wegen seiner Heilwirkung gegen Venenleiden als Arzneipflanze genutzt. Der “Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde” an der Universität Würzburg hat die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) zur Arzneipflanze des Jahres 2008 gekürt.

Im Jahr 2005 konnte sich die Rosskastanie bereits über den Titel “Baum des Jahres” freuen. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe der Früchte, die bei Kindern beliebt sind um damit zu basteln oder sie dem Förster zu bringen, ist Aescin. Dieser Stoff findet Verwendung in der Arzneimittelherstellung zur Behandlung von chronischer Veneninsuffizienz, die sich vor allem durch ein Schweregefühl, Schmerzen, Schwellungen und Juckreiz in den Beinen sowie nächtlichen Wadenkrämpfen zeigt. Von diesen Leiden betroffen sind rund sechs Millionen Bundesbürger. Natürlich spielt der Rosskastanien-Extrakt auch mit anderen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Cumarinen und Gerbstoffen zusammen. Aber nicht nur die Früchte, sondern auch die Rinde, Blätter und Blüten werden in Arzneimitteln und Kosmetika verwendet. Die Rinde ist besonders reich an Aesculin. Dieses isolierte Glucosid wird zum Beispiel in Sonnenschutzcremes eingearbeitet.

Herkunft

Die Geschichte der Rosskastanie ist spannend. So war sie ursprünglich über den ganzen europäischen Kontinent verbreitet überstand die letzte Eiszeit auf den Mittelgebirgen Griechenlands, Mazedoniens und Albaniens. Ihren Rückzug nach Mitteleuropa trat sie erst vor etwa 450 Jahren wieder an. Die ersten offiziellen Anpflanzungen fanden im Jahr 1576 in Wiener Gärten statt. Für die Verbreitung des majestätischen Baumes setzte sich damals der kaiserliche Direktor der botanischen Gärten in Wien, Carolus Clusius, besonders ein.

Biergartenbaum

Zu der Zeit als es noch keine Kühlschränke gab wurden Rosskastanien gerne auf Bierkeller gepflanzt. Zum einen störten sie den Bierkeller wegen ihrer flachen Wurzelbildung nicht und spendeten zum anderen mit ihren großen Blättern viel Schatten. Die Rosskastanien-Miniermotte schwächt aber leider die Schattenspender-Funktion des Baumes, denn auf dem Speiseplan der Larven stehen ausschließlich die Stoffe, die nur in den Blättern der Rosskastanie enthalten sind.

Schlossgarten

Ihre weite Verbreitung in Alleen und Schlossgärten verdankt die Rosskastanie insbesondere dem französischen Sonnenkönig Ludwig XIV., denn diesem gefiel der wuchtige Baum so gut, dass er ihn sehr stark anpflanzen ließ, insbesondere als Allee und in seinen Schlossgärten. Dieses Beispiel machte Schule und so wurden hierzulande viele Kastanien in der Barockzeit gepflanzt.

Pflanzenkurzprofil

pixelio.deDer Baum kann eine Wuchshöhe bis zu 30 Meter erreichen. Besonders schön anzusehen sind die im Mai aufbrechenden Blütenkerzen in einem zarten Weiß/Rosa-Ton. Die großen Blätter setzen sich aus sieben fingerartigen Teilen zusammen. Im Herbst platzen die stachelig grünen Schalen auf und geben die glänzend rotbraunen Früchte frei. Vermutlich kann der beliebte Baum bis zu 300 Jahre alt werden.

In unserem Forum kann man rund um die Uhr seine Fragen zur Rosskastanie loswerden

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