Haus & Garten

Mosaiktische selber machen – eine Bauanleitung

Hochwertiges Möbelstück: der Mosaiktisch.

Individuelle, also vor allem selbst designte Einrichtungsgegenstände sind tolle Bereicherungen für Haus und Garten, wenn der Bewohner Wert auf den eigenen Stil legt. Zu den dekorativen Dingen, die man gut selbst entwerfen und herstellen kann, gehört der Mosaiktisch. Er ist nicht nur ein schönes Deko-Accessoire für die Terrasse, sondern bietet auch praktischen Nutzen als wetterfester Gartentisch. Das Schönste am Mosaiktisch: Wer auch nur eine handwerkliche Grundbegabung aufweist, kann ihn leicht selber bauen. So wie ich es neulich für eine Freundin gemacht habe, hier ist der Fahrplan für den Eigenbau:

  • (1) Zuerst braucht Ihr ein geeignetes Tischgestell: Einen Tisch, der als Tischplatte einen Rahmen hat, der am Rand ein Winkelprofil hat, sodass der Rand eine Metallkante bildet. Solche Tische gibt es zu kaufen, rechteckige Rahmen könnt Ihr aber auch selber herstellen. Dafür wird ein Winkelprofil zum Rahmen verschweißt und mit einem passenden Untergestell ausgestattet. Dieser Rahmen ist die Tragfläche für den Untergrund, auf dem die Fliesen das Mosaikmuster bilden. Ihr braucht also eine passend zugeschnittene Sperrholzplatte in einer Dicke, die nach oben so viel Luft lässt, dass der gesamte Aufbau von Holz, Kleber und Fliesen knapp höher als der Rahmen ist (beim gekauften Rahmen werden die Maße vorgegeben). So kann sich entlang der Kante kein Wasser absetzen. Der Zuschnitt sollte so bemessen sein, dass die Platte auf jeder Seite 2 bis 3 Millimeter Platz zur Metallkante hat. Wenn Ihr die Winkelprofile selbst auswählt, solltet Ihr den Aufbau so berechnen, dass eine Sperrholzplatte von mindestens 8 Millimeter Dicke eingelegt werden kann.
  • (2) Der Rahmen wird nun geschützt, von außen geht das mit einem wieder entfernbaren Klebeband, z. B. Malerkrepp, wird von Ceresit angeboten. Innen würde man das Klebeband nicht mehr entfernen können, hier ist also höchstens ein Schutz durch eine dünne, steife Folie denkbar, die am Rahmen z. B. mit Wäscheklammern befestigt wird.
  • (3) Die Tischplatte sollte komplett wasserdicht gemacht werden, wenn der Tisch dauerhaft im Garten stehen soll, dann lässt eine unbemerkte kleine Undichtigkeit nicht gleich den ganzen Tisch aufquellen. Dazu könnt Ihr die Sperrholzplatte von beiden Seiten mit einer Abdichtung einstreichen, wie man sie für Duschen oder Badewannen verwendet. Solche Dichtmasse stellt z. B. die Ardex GmbH aus Witten her, deren Produkte in vielen Baumärkten angeboten werden (auf der Website www.ardex.de gibt es auch eine Händlersuche nach Postleitzahl). Diese Dichtmassen halten höchste Beanspruchungen aus, damit ist die Platte also optimal vor Wasser geschützt.
  • (4) Wenn die Dichtmasse trocken ist, legt Ihr die Platte in das Tischgestell und rührt Euch flexiblen Fliesenkleber nach Packungsanleitung an. Diesen der Kleber könnt Ihr mit einer Glättkelle auf die Platte aufbringen, anschließend wird er mit einem Zahnspachtel durchgekämmt, so bekommt er eine gut haftende Oberfläche.
  • (5) Jetzt geht es an das Mosaik. Wenn es sich um ein kompliziertes Bild handelt, solltet Ihr das Mosaik auf einem Arbeitstisch neben dem Werkstück auslegen. Dann kann es Bereich für Bereich auf die Tischfläche übertragen werden, vorher müsst Ihr auf der Packung nachsehen, wie viel Zeit Euch der Fliesenkleber lässt. Ihr könnt Euch zusätzlich eine Schablone anfertigen, mit der Ihr die Hauptlinien Eures Bildes auf den Kleber übertragt (mit einem starken Nagel einritzen). Bei einem solchen Muster solltet Ihr am besten eine Randzone einplanen, die einfach zu verlegen ist und in Bezug auf die Abstände ein wenig anpassbar ist. Denn komplizierte Bilder lassen sich am besten von innen nach außen verlegen, durch verschieden breite Fugen können sich dadurch am Rand Schwierigkeiten ergeben.
  • (6) Wenn es einfach um ein Mosaik als bunte Farbmischung geht, solltet Ihr mit dem Rand beginnen. Dann könnt Ihr an den Außenkanten zuerst Fliesen mit geraden Kanten legen, die einen sauberen Abschluss ergeben. Nach innen wird dann frei gestaltet. Die Fugen sollten etwa zwei Millimeter Breite haben. Je genauer Ihr bei jedem einzelnen kleinen Teil arbeitet, desto besser wird sich ein vorgelegtes Bild übertragen lassen, desto gleichmäßiger wird ein frei gestaltetes Muster wirken.
  • (7) Nach dem Trocknen werden die Zwischenräume (bis auf die Kante) mit Naturstein-Fugenmörtel verfugt, Ihr könnt die Masse mit einem Gummiabzieher (Autofenster) über den Fugen verstreichen, bis die gefüllt sind. Dann wird der Überschuss an der Oberfläche so weit wie möglich mit dem Abzieher entfernt. Wenn die Fugen ein wenig angetrocknet sind, kann die Fläche vorsichtig mit einem Schwamm abgewaschen werden, die letzten Schleier werden später mit einem Tuch wegpoliert. Eine Sonderbehandlung bekommt die Randfuge, hier wird zunächst der von Inneren eingelaufene Fugenmörtel ausgekratzt, dann wird der Rand mit Naturstein-Silikon aus der Kartusche gefüllt und glatt gestrichen (geht mit feuchtem Spachtel oder feuchter Fingerkuppe, Wasser bereitstellen).

Meine Freundin Susanne mag Schmetterlinge besonders gerne, ich habe Ihr also einen Tisch mit einem prachtvollen Schmetterling gestaltet, über den sie sich wahnsinnig gefreut hat.
Jetzt braucht Ihr nur noch die passenden Sitzgelegenheiten. Zu einem Mosaiktisch passen selbst gebaute schlichte Gartenbänke oder selbst genähtes oder gestricktes Patchwork im Tischmuster als Sitzauflage für die vorhandenen Sitzgelegenheiten.

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