
Für größere höhen und Fluchtwege können Steigleitern mit Rückenschutz vorgeschrieben sein.
Meine Freundin Stefanie hat ein neues Dach, ein Gründach. Während der Zeit des Dachaufbaus war ein Fahrgerüst aufgebaut, mit dem man bequem vom Garten aus auf das Dach steigen konnte. Das haben sie zurückgegeben, als die Bepflanzung fertig war, kostet ja immerhin rund 250,- Euro pro Woche.
Sicher aufs Dach gelangen – und wieder hinunter
Jetzt sucht Stefanie etwas, mit dem sie auch von unten auf das Dach steigen kann, wenn sie den Zugang vom Hausinneren nicht benutzen möchte. Sie hat mich gefragt, ob ich mich einmal nach Steigleitern erkundigen könnte, so eine unauffällige Lösung sei ihr eigentlich am liebsten. Habe ich gemacht, so etwas brauchen wir vielleicht auch demnächst:
- Eine Steigleiter wird meistens an Stellen angebracht, wo ein Fluchtweg mit dem Erdboden verbunden werden muss. Es handelt sich um eine senkrecht angebrachte Leiter, die fest am Gebäude montiert wird. Steigleitern gehen dort, wo der Zugang ist, bis unten auf den Boden. Am Ausstieg ist die Anbringung einer zweiseitigen Haltevorrichtung vorgeschrieben. Obwohl es sich also nur um eine senkrechte Leiter handelt, ist durch diese Bauweise gewährleistet, dass eine Steigleiter schnell und sicher bestiegen werden kann.
- Eine Steigleiter darf immer nur eine Steighöhe von 10 Metern haben, ab einer Gebäudehöhe von 10 Metern müssen also mehrere Leitern versetzt angebracht werden, unter Umständen müssen Ruhebühnen zwischen den Aufstiegen vorgesehen werden. Bis in eine Höhe von 5 Metern darf eine Steigleiter ohne Rückenschutz angebracht werden. Ab 5 Meter Höhe ist dann ein Rückenschutz Pflicht, der die aufsteigenden Personen gegen einen Absturz sichert, er muss dann bei maximal 3 Metern beginnen.
Dieser Rückenschutz wird durch Rückenschutzringe oder Rückenschutzbügel verwirklicht, die an den Leiterholmen befestigt werden und mit Rückenschutzstreben verbunden werden. Dann entsteht also quasi eine Metallgitterröhre vor der Leiter, durch die man aufsteigt, bei Stefanies Leiter mit einer Höhe von rund 3 Metern wird sie wahrscheinlich auf einen Rückenschutz verzichten.
Steigleiter statt Treppe
Nicht immer ist der Raum für eine Treppe vorhanden, wenn ein Bereich zumindest gelegentlich auch von einer unteren Ebene begehbar sein soll. Bei Stefanie ist das Gründach auf einem Anbau neben dem Haus, der direkt neben der Haustür beginnt, davor ist ihre Terrasse. Wenn hier also eine Treppe hingebaut würde, hätte sie praktisch eine Treppe mitten auf der Terrasse – nicht so vorteilhaft. Eine Steigleiter könnte ganz rechts am Rand des Gebäudes angebracht, eine schmale Treppe aus Metall würde dort optisch nicht sehr stören. Und Stefanie könnte auch vom Garten aus schnell über die Steigleiter aufs Dach, z. B. zur Pflanzenpflege, ohne erst vor dem Haus die Schuhe zu wechseln und dann den Weg innen durchs Haus zu nehmen.
- Eine Steigleiter kann durchaus eine Treppe ersetzen, wenn man nicht mehrmals täglich in den Bereich muss, der mit der Steigleiter begehbar gemacht wird (oder wenn man wirklich sportlich ist). Außerdem erfüllt die Steigleiter hier auch genau den Zweck, für den sie eigentlich gedacht ist: Sie eröffnet einen zweiten Fluchtweg. Man kann jetzt im Notfall nicht nur durch die Haustür das Haus verlassen, sondern auch oben durch die Tür auf das Gründach und dann über die Steigleiter. Theoretisch ständen natürlich auch die Fenster im Erdgeschoss zur Verfügung, aber da würde man bei Stefanie einige Pflanzen und Keramikteile zerstören, die vor den Fenstern auf Tischen stehen, bei blindem Alarm würde sie sich dann ärgern, meinte sie.
- Jede Steigleiter muss nach DIN-Norm pro 2-Meter-Abschnitt mit 150 Kilogramm belastbar sein. Nach dieser Belastbarkeit richtet sich der Abstand, in dem die Leiter befestigt werden muss. Die Befestigung muss auch statisch überprüft werden. Für den kleinen Höhenunterschied, den Stefanie überwinden möchte, sicherlich kein großes Problem.
- Steigleitern werden aus Stahl verzinkt, Aluminium oder Edelstahl angeboten. Eine Steigleiter in rund 3 Meter Höhe wird Stefanie aus verzinktem Stahl für etwa 150,- Euro bekommen, eine Aluminium-Steigleiter für etwa den gleichen Preis, jeweils nur das reine Leiternteil. Eine Edelstahlleiter in dieser Höhe kostet dann schon rund 440,- Euro. Dann kommt noch einiges an Zubehör dazu, auf jeden Fall die Wandanker für rund 10,- Euro pro Stück und entweder Ausstiegsholme, die es schon für etwas über 20,- Euro gibt oder ein Ausstiegsgeländer, angeboten ab etwa 40,- Euro. Wenn Stefanie sich für Edelstahl entscheidet, muss sie jeweils mindestens das Doppelte bezahlen.
- Steigleitern gibt es bei Händlern, die sich auf metallisches Zubehör für Haus und Garten spezialisiert haben, z. B. bei der Firma Josef Steiner e.K. aus 94405 Landau a. d. Isar. Josef Steiner hat Leitern aus allen Materialien im Angebot, in jeder gewünschten Höhe, mit zahlreichen Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf Rückenschutz, Ausstieg und sonstiges Zubehör. Einen guten Überblick über das gesamte Angebot bekommt man in einem Internetshop mit entsprechendem Angebot, z. B. in dem der Mercateo AG aus 06354 Köthen, www.mercateo.de, in dem auf die Suche nach dem Stichwort “Steigleiter” über 200 Leitern ausgegeben werden.
Wie geht’s weiter?
Stefanie möchte so gerne eine Steigleiter aus Edelstahl, die sie einfach schick findet. Sie sucht jetzt nach dem preiswertesten Angebot und hofft auch ein wenig auf ein günstiges Angebot in einem Kleinanzeigenportal. Kann ich mir nicht so richtig vorstellen – so viele Leute wird es nicht geben, die ganz plötzlich Ihren Fluchtweg nicht mehr brauchen.






Eure Kommentare
Leider keine Kommentare.