Ich habe einen alten Schrank geerbt, der deutliche Löcher hat, dunkle Löcher mit glatten Kanten. Holzwurmlöcher, meinte ein Bekannter, ich solle den Schrank schnell mit Holzwurmex behandeln. Welches Mittel ist das Beste?
- Bevor Du Deinem Schrank mit Holzwurmtod oder Holzwurmex zu Leibe rückst, solltest Du Dich vergewissern, dass es sich um lebende Holzwürmer handelt. Die Löcher, die Du beschreibst, stammen höchstwahrscheinlich von einem “antiken” Holzwurmbefall, also einem, der schon sehr lange her.

- Diesen Löchern mit Holzwurmex zu behandeln, wäre nicht nur sinnlos - “ein totes Pferd satteln”, nennen es die Restauratoren - sondern auch nicht ungefährlich. Die Holzwurmmittel enthalten meist Permethrin, ein Nervengift, mit dem Menschen am besten nicht in Kontakt kommen sollten. Der Schrank müsste also ausgelagert werden, bis das Mittel verflogen ist - wenn Du den Schrank dann z. B. in einem feuchten Schuppen unterstellst, hast Du gute Chancen, dass er dort so richtig leidet.

- Nur wenn Du kleine Häufchen Holzmehl findest, lebt gerade ein aktiver Holzwurm in Deinem Schrank. Das ist auch deshalb unwahrscheinlich, weil der Gemeine Nagekäfer (dessen Larven unsere häufigsten Holzwürmer sind) und seine Genossen feuchtes Holz lieben, trockeneres Holz als bei einem alten Schrank ist aber kaum zu finden.

- Und dann wäre Holzwurmtod-Chemie immer noch nicht das eleganteste Mittel der Bekämpfung: Heute werden die Möbel einer Wärmebehandlung unterzogen, die die lästigen Larven ohne möglicherweise schädliche Chemie abtötet.

Bleib also am besten ganz ruhig, wahrscheinlich ist der Wurmbefall uralt. Wenn Du Fraßspuren sichtest, musst Du im Internet nach “Thermo ...” suchen, so irgendwie heißt die Wärmebehandlung (den zweiten Namensteil habe ich leider vergessen).