Maiglöckchen - Pflege der Pflanze

MaiglöckchenAls eines der anspruchslosesten, wuchsfreudigsten Frühlingsblumen ist das Maiglöckchen bekannt. Es ist in fast ganz Europa verbreitet und bevorzugt warmen, humusreichen Boden. Sehr gern wird es auch als Zierpflanze in Gärten gehalten, da es sich hervorragend als Bodendecker ausbreitet und aufkommendem Unkraut nicht die kleinste Chance lässt. Allerdings führt gerade diese Eigenschaft zu den ein oder anderen Schwierigkeiten, wenn man dieses Pflänzchen wieder loswerden will. Selbst die kleinsten Wurzeln wuchern nämlich wieder und wieder, wenn man sie nicht sorgsam genug entfernt. Aus diesem Grund ist

es ganz wichtig, die ausgestochenen Pflanzen und Wurzeln niemals auf dem Kompost zu deponieren, da sie selbst dort enorme Wuchsfreude beweisen und sich in keinster Weise in ihrem Wildwuchs stoppen lassen.

Sehr typisch für Maiglöckchen sind neben ihrem unbeblätterten Blütenstängel, ihren glockenförmigen und wohlriechenden weißen Blütenblättern auch ihre langstieligen Blätter, welche durchaus mit denen von Bärlauch verwechselt werden könnten. Gewissheit, um welche Blätter es sich handelt, erhält man allerdings leicht durch den Geruchstest. Bärlauchblätter, welche gern als Gewürz verwendet werden, riechen sehr stark nach Knoblauch. Beim Sammeln dieses beliebten Wildgemüses, sollte allerdings
gut bedacht werden, dass nach einiger Zeit auch die Finger den hinweisenden Geruch annehmen und eine Unterscheidung schwierig wird. Somit ist besondere Achtsamkeit unerlässlich.

Eine Verwechslung kann schließlich schwerwiegende Folgen haben, da nicht nur die roten Beeren, sondern auch Blüten und Blätter des Maiglöckchens sehr giftig sind. Die Giftigkeit des Maiglöckchens ist der Hauptgrund, weshalb das Frühlingsblümchen keinesfalls in Gärten gepflanzt werden sollte, in dem Kleinkinder spielen. Diese werden schließlich besonders von den roten Beeren angelockt, welche durch Unachtsamkeit und Unwissenheit schnell mal im Mund landen.

Vergiftungserscheinungen durch das Gift des Maiglöckchens äußern sich in Durchfällen, Übelkeit, Schwindelgefühlen, wie auch Sehstörungen. Sehr starke Vergiftungen führen zu Herzrhythmusstörungen. Allerdings treten solche glücklicherweise sehr selten auf, da der Körper die Giftstoffe durch den Magen-Darm-Trakt relativ schlecht aufnehmen kann. Für Familien ist es allerdings auch sehr wichtig zu wissen, dass nicht nur Teile der Pflanze, sondern auch das Blumenwasser des Maiglückglöckchens giftig ist. Daher empfiehlt es sich nicht unbedingt, diese in greifbarer Nähe von Kindern in der Vase zu halten.

Hat man trotz aller Vorsicht doch einmal den Verdacht auf eine Vergiftung, so sollte man direkt handeln und nicht erst auf die ersten Vergiftungszeichen warten. Am schnellsten holt man sich telefonischen Rat bei der Gift- Notrufzentrale.

Doch das Maiglöckchen ist nicht nur für seine Giftstoffe bekannt. Immerhin wird es aufgrund seiner Heilwirkung nach wie vor gern in der Medizin angewendet. Hauptsächlich setzt man die Wirkstoffe bei Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen ein, da sie eine herzstärkende Wirkung haben. Ebenso sollen sie auch bei Ohnmacht, Schwindel, Gicht, Entzündungen, Augenbeschwerden sowie Geschwüren und anderen Krankheitsbildern helfen.