Seife selber herstellen

Seife selber herstellen Möglichkeiten, Seifen herzustellen, gibt es viele. Sie können gegossen, gekocht bzw. im Siedevorgang hergestellt werden, mit Hilfsmittelchen (Soap-Fix) und je nach Rezept diversen Zusätzen - und sogar aus Seide!

Sieden:
Seife herzustellen dauert etwa 45 Minuten, die meiste Zeit nimmt dabei das Rühren in Anspruch. Bei einem Seifen-Grundrezept verwendet der Hersteller 45 g Pflanzenfett (Biskin),  28 g Palmin, 30 ml Olivenöl, 40 ml 25-prozentige Natronlauge, Kochgefäß von 250 ml Inhalt, einige Tropfen Duftöl (ca. 2-3), Waage und Messbecher, 1 Heizplatte, ein Glasstab zum Rühren, Schutzbrille, Handschuhe, Ausstech-Formen (zum Plätzchen

backen), Holzbrett und Filterpapier.

Nachdem die genaue Menge Fett und Olivenöl ins Kochgefäß gegeben wurde, wird das Gefäß langsam auf der Heizplatte erwärmt, bis das Fett geschmolzen ist. Die Heizplatte muss vor dem Kochen abgestellt werden! Unter ständigem Rühren wird nun Natronlauge hinzugegeben. Nun muss so lange gerührt werden, bis die Mischung fest ist. Unter ständigem Rühren das Duftöl und den Farbstoff hinzugeben. Dann wird die Seife in die Ausstechformen auf dem Holzbrett gegossen. Nun kommt das Filterpapier auf das Holzbrett. Die Seife muss jetzt abkühlen.

Frühestens nach 8 Stunden kann die Seife ganz vorsichtig aus den Formen gedrückt werden. Unter Wasser kann man prüfen, ob die Seife auch schäumt. Selbst gemachte Seife darf erst
nach 1 bis 2 Wochen der Reifezeit, verwendet werden. Dabei nimmt der pH-Wert normalerweise ab. Bei empfindlicher Haut sollte keine selbst gemachte Seife verwendet werden.  

Herstellung aus Seifenkraut:
Daneben kann Seife auch aus Seifenkraut oder gewöhnlicher Waldrebe hergestellt werden, welches klein gehackt, zerrieben oder zerdrückt wird. Bei der gewöhnlichen Waldrebe muss man beachten, dass sie nur im trockenen Zustand verwendet werden kann, da es sonst zu Hautreizungen kommt. Das zerkleinerte Seifenkraut oder Ackerschachtelhalm kann auch abgekocht und das Kochwasser als Seifenlösung genutzt werden. Gesammelt wird Seifenkraut ab Spätsommer bis Frühjahr. Auch abgestorbene oder getrocknete Pflanzen kann man nutzen.

Herstellung aus Seide:
Wie eingangs erwähnt, werden Seifen sogar aus Seide hergestellt: In Thailand wird der Kokon des Seidenspinners zu Seide verarbeitet. Aus den Fäden wird ein Pulver für Seide hergestellt. Die Seidenfäden bestehen aus zwei Proteinen, Fibroin und Sericin. Werden die Fäden gekocht, ist das wasserlösliche Sericin im Kochwasser, das wasserunlösliche Fibroin bleibt in den Fäden. Die verschiedenen Methoden, diese Proteine in Pulverform zu gewinnen, wurden alle in Japan entwickelt. Ein Verfahren ist das Erhitzen der Seide 90 bis 120 Minuten lang bei 90,5 Grad Celsius, das Homogenisieren und Zentrifugieren. So wird Sericin hergestellt und man erhält das gewünschte Pulver.

Selbst gemachte Seifen als ein Stück Wohlbefinden sind auch eine originelle Geschenkidee für verschiedene Anlässe, weil sie entweder als Dekoration oder als Gebrauchsgegenstand verwendbar sind. Zusätzlich kann man Seifen je nach Art mit Kräutern, Pflanzenauszügen, Milchprodukten, Lanolin, verschiedenen Peelingzutaten, ätherischen Ölen oder Parfümölen verfeinern.

Viel Spaß beim Herstellen Ihrer ganz persönlichen Seife.