Hornissennest - beseitigen durch Umsiedlung

Hornissennest - beseitigen durch Umsiedlung

Der schlechte Ruf, der den Hornissen vorauseilt, ist schlichtweg üble Nachrede. Trotz ihrem durchaus gefährlich wirkenden Aussehen, sind Hornissen verhältnismäßig harmlos.

hornisse_flLässt man sie in Ruhe, kommen sie niemals auf die Idee, einen Menschen anzugreifen. Von ihrem Verhalten her sind sie zudem keineswegs lästig, so wie Wespen es sein können. Niemals stürzen sie sich auf süße Speisen, zumindest nicht auf gedeckten Tischen. Wenn Hornissen der Appetit nach etwas Süßem steht, bevorzugen sie Baumsäfte, Blütennektar oder Fallobst. Da sie sich

hauptsächlich von lebenden Insekten ernähren, verschmähen sie Aas, also auch das Steak auf dem Teller. Hat sich ein Hornissenvolk am Haus oder in unmittelbarer Nähe niedergelassen, besteht also zunächst kein Grund zur Panik. Ein Hornissennest beseitigen zu wollen, gestaltet sich schwieriger als vielleicht angenommen. Damit ist jetzt nicht einmal die Ausführung an und für sich gemeint, sondern die Erlaubnis, die dazu gebraucht wird.

Hornissennest beseitigen

Gibt es absolut keine Möglichkeit, sich mit den Tieren zu arrangieren, sollte die Entfernung eines Hornissennestes der allerletzte Schritt sein. Die Abtötung des kompletten Volkes darf nur eine speziell dafür ausgebildete Fachkraft vornehmen. Meist handelt es sich um eine Person innerhalb der Naturschutzbehörde. Für einen solchen Ausnahmefall muss ein überaus triftiger Grund vorliegen, wie zum Beispiel bestehende Lebensgefahr
und keine Möglichkeit für eine schonende Umsiedlung. Vorher ist das Einholen einer Sondererlaubnis zwingend notwendig. Wer sich nicht daran hält und eigenmächtig ein Hornissennest vernichtet, begeht einen strafbaren Gesetzesverstoß, der mit hohen Geldstrafen geahndet wird. 

Hornissennest beseitigen durch Umsiedlung

hornisse2_flAuch das Umsiedeln eines Hornissenvolkes ist verboten, wenn es von Personen durchgeführt wird, die nicht über einen Fachkundenachweis verfügen. Selbst die Feuerwehr ist nicht der korrekte Ansprechpartner. Ein Imker hat zwar die notwendige Schutzkleidung inklusive Zubehör, aber auch er ist nicht die per Gesetz vorgeschriebene sach- und fachkundige Person. Es sei denn, er verfügt über die geforderte Qualifikation und ist für das Entfernen von Hornissennestern von der Naturschutzbehörde zugelassen. Für eine Nestumsiedlung bedarf es nach § 67 des Bundesnaturschutzgesetzes zunächst eine Genehmigung, die die Bundesnaturschutzbehörde nur erteilt, wenn ein entsprechender Anlass vorliegt. Auskünfte zur Nestumsiedlung geben auch alle Landschaftsschutzbehörden und die örtliche NABU-Gruppe.

Fachkundige Personen verfügen über die notwendige Ausrüstung, wissen genau wohin ein Hornissennest umgesiedelt werden kann und lösen das Problem aufgrund ihrer Sachkenntnis in relativ kurzer Zeit. Eine solche Aktion vor Ort soll nicht als Serviceleistung für Jedermann verstanden werden. Sie ist vielmehr die letzte Möglichkeit, wenn es gar nicht mehr anders geht. Deshalb werden sich auch die anfallenden Kosten in Grenzen halten, da es sich um einen Einsatz in Sachen Naturschutz handelt, den in der Regel nur Leute ausführen, denen der Tier- und Artenschutz besonders am Herzen liegt. Mit einer tierfreundlichen Umsiedlung ist jedem gedient, dem Hausbesitzer, der kein schlechtes Gewissen haben muss, und natürlich den Hornissen, die an einem anderen Platz ungestört weiterleben dürfen.